Hallo, ich bin der Michael

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Bernhard

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Was mir als Lösung vorschwebt ist wohl unrealistisch, aber ich könnte mir vorstellen, dass man Russland in seine 8 Föderationskreise aufspaltet, vielleicht sogar Zentralrussland noch in in 2 Teile, einen für Moskau und einen für Woronesch. Und diese dann demokratisch und rechtsstaatlich aufbaut; die können ja auch eine Art "GuS" wie nach dem Ende der Sowjetunion bilden. Kann sogar sein, dass dabei die Ukraine auch in mehrere Teile aufgespalten wird, aber eben selbständig und nicht unter russischer Fremdherrschaft.
Hallo Ralf,

da fällt mir schon auf, dass Du einerseits das Völkerrecht einforderst und andererseits den Willen des russischen Volkes nicht wirklich in mögliche Zielvorstellungen einbeziehst. Ich denke, der Widerspruch in der Argumentation sollte so schnell auffallen.
Du siehst, ich hoffe vorallem auf die Menschlichkeit der Bevölkerung, wobei auch dort der Hass auf den Westen, insbesondere Deutschland, verständlicherweise recht weit verbreitet ist.
 

albertus

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Danke, kannte ich noch nicht. Werde es mir mal zur Brust nehmen. Kann sicher nicht schaden. Zumindest schläft man dann besser.
 

ralfkannenberg

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andererseits den Willen des russischen Volkes nicht wirklich in mögliche Zielvorstellungen einbeziehst.
Hallo Bernhard,

und was ist der "Wille des russischen Volkes" ? Doch hoffentlich nicht das, was die manipulierten 98 Prozent Zustimmungs-Abstimmungen ergeben haben, bei denen angeblich bewaffnete "Wahlhelfer" oftmals bei der Stimmabgabe "behilflich" waren.

Auch deswegen braucht es demokratische und rechtsstaatlich legitimierte "Einheiten", damit eben dieser Wille der Bevölkerung ermittelt werden kann. Und das grosse Russland in eine Demokratie und einen Rechtsstaat umzuformen erscheint mir nun mal völlig unrealistisch, zumal solche Versuche schon in der Vergangenheit vollumfänglich gescheitert sind, sieht man einmal von der Blütezeit unter Gorbatschow und Jelzin ab, einer Zeit, in der Georgien, die Ukraine, Weissrussland und Russland wirklich befreundete Nachbarländer waren, aber eben auch einer Zeit, die von den Putinverstehern manipuliert inzwischen auch von weiten Teilen der normalen Bevölkerung völlig kleingeredet wird. Innerhalb von Russland ganz zu schweigen, da werden diese beiden weltpolitisch bedeutsamen Präsidenten für den Zerfall der angeblich "glorreichen" Sowjetunion verantwortlich gemacht und ihr Wirken entsprechend schlechtgeredet. Wobei man mit solchen Meinungsäusserungen in Russland immer ein bisschen aufpassen muss, weil sich da nicht jeder traut, seine Meinung kundzutun.

Und jetzt wäre für diese Föderationskreise, jedenfalls für diejenigen, die das wollen (z.B. das modern denkende St.Petersburg ?) die günstige Gelegenheit für die Unabhängigkeit, da Putins Truppen in der Ukraine gebunden sind. Im Übrigen sei nicht verschwiegen, dass die beiden Föderationskreise Wolga und Ural über herausragende Erdöl- und Erdgas- sowie reiche Rohstoffvorkommen verfügen und vermutlich problemlos selbständig und ohne Finanzhilfe von aussen bestehen können.

Freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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Hallo Bernhard,

das dürfte sogar eine der zentralen Fragen sein. Und die Antwort muss demokratisch und nicht pseudo-demokratisch erfolgen.

Das ist natürlich schöne Theorie und wie man das praktisch umsetzt weiss ich nicht und vermutlich weiss das niemand.

Mit der Folge, dass es bis auf Weiteres keinen Frieden in der Ukraine geben wird, zumindest keinen gerechten Frieden.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Bernhard

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Mit der Folge, dass es bis auf Weiteres keinen Frieden in der Ukraine geben wird, zumindest keinen gerechten Frieden.
Hallo Ralf,

genau so sehe ich das auch. Es läuft im Leben aber nicht immer so, wie man sich das vielleicht mal erträumt oder erhofft hat, und dann muss eben nachjustiert werden. Wenn der Krieg durch die Anerkennung der bisher besetzten Gebiete beendet werden könnte, wäre die Ukraine mMn schon gut darin beraten es dabei vorerst zu belassen. Die Frage bleibt, ob Russland wirklich zu dem geäußerten Friedensangebot dann auch dauerhaft steht.

Ich erinnere daran, dass Deutschland auch über lange Zeit politisch in zwei Regionen getrennt war. Soviel dazu.
 
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ralfkannenberg

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Wenn der Krieg durch die Anerkennung der bisher besetzten Gebiete beendet werden könnte, wäre die Ukraine mMn schon gut darin beraten es dabei vorerst zu belassen.
Hallo Bernhard,

das lehne ich aus vorgenannten Gründen ab, kommt hinzu, dass es höchst fraglich ist, ob Russland sich damit überhaupt zufrieden gibt. Die ganzen Friedensverträge ab 2014 über das Donbass waren ja auch nicht das Papier wert, auf dem sie standen.

Die Frage bleibt, ob Russland wirklich zu dem geäußertern Friedensangebot dann auch dauerhaft steht.
Diese Frage lässt sich jetzt schon beantworten und die Antwort lautet nicht "ja".

Ich erinnere daran, dass Deutschland auch über lange Zeit politisch in zwei Regionen getrennt war.
Hierzu ist aber zu sagen, dass Deutschland damals diesen Krieg begonnen und dann verloren hat.

Die Ukraine hat den Krieg indes nicht angefangen. Und wer der wahre Schuldige an den Problemen im Donbass ab 2014 war wird sich durch gegenseitige Schuldzuweisungen nicht mehr ausfindig machen lassen; insbesondere rechtfertigt das auch keinen Aggressionskrieg seitens Russland gegen sein Nachbarland.

Ein Friedensvertrag muss also folgende Punkte beinhalten:

1. territoriale Integrität der Ukraine
2. Schutz der russischstämmigen Bewohner in der Ukraine


Vielleicht noch ein Aspekt: es gibt keinen russischen Föderationskreis, der mehr Einwohner als die Ukraine hätte. Das könnte (muss aber nicht !!) also Anlass geben, nicht nur Russland, sondern auch die Ukraine im Rahmen eines Friedensvertrages in wenigstens 2 unabhängige und nicht von Russland kontrollierte Teile aufzuteilen.

Eine einseitige Aufteilung der Ukraine während Russland als Föderation zusammenbleibt ist indes keine Option.

Und vielleicht noch etwas: wir sollten hier im Westen nicht darüber befinden, wann die Ukraine aufhören sollte, Blut zu vergiessen. Wenn die Ukraine des Sterbens überdrüssig ist dann kapituliert sie eben und der untätige Westen hat das dann bittschön zu respektieren. Auch dann, wenn dann der nächste russische Angriff dem Baltikum gilt und die Nato um den 3.Weltkrieg zu vermeiden erwartungsgemäss keinen Bündnisfall ausrufen wird, sondern im Weltsicherheitsrat herumjammern wird.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Bernhard

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Und vielleicht noch etwas: wir sollten hier im Westen nicht darüber befinden, wann die Ukraine aufhören sollte, Blut zu vergiessen.
Hallo Ralf,

da gebe ich Dir recht und es geht mir bei diesem Punkt natürlich auch nicht um eine Bevormundung, sondern nur um eine zugegebenermaßen wohl relativ naive private Einschätzung und Meinung.
 

ralfkannenberg

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sondern nur um eine zugegebenermaßen wohl relativ naive private Einschätzung und Meinung.
Hallo Bernhard,

Du bist keineswegs alleine mit dieser Meinung. Gerechtigkeit aufgeben um des Pragmatisus willen mag manchmal wirklich ein guter Weg sein, doch im Falle des Ukrainekrieges gibt diese Vorgehensweise ausschliesslich dem Aggressor recht und ermuntert andere Aggressoren, ihre Probleme ebenfalls nach "russischem Vorbild (in der Ukraine)" zu lösen.

Oder nehmen wir doch das Beispiel eines Erpressers: meinst Du, der gibt sich zufrieden, wenn man ihm nachgibt ? Nein, der fordert dann immer mehr, und je mehr man ihm nachgibt umso unverschämter werden seine Forderungen werden.

Der Westen hat den grossen Fehler schon vor einem Jahr gemacht: als russische Truppen wochenlang an der ukrainischen Grenze standen hat man sich im Westen "besorgt" gezeigt und US-Präsident Biden hat vermutlich mit ganz schrecklichen Konsequenzen gedroht, die in Russland ohnehin niemand ernstgenommen hat, ebensowenig wie Scholz' und Marons lächerliche Friedensmissionen, die eher ein anbiedernder Kniefall vor Putin waren und von diesem auch als solcher wahrgenommen wurden.

Klüger wäre es gewesen, genügend Nato-Truppen einschliesslich Flugzeugen an der Westgrenze der Ukraine zu stationieren und vom ukrainischen Präsidenten Selenskyj die Erlaubnis einzuholen, im Falle eines russischen Einmarsches umgehend ebenfalls einzumarschieren und den Luftraum abzusichern. Die Nato-Truppen gehören nicht in die Ukraine, aber die russischen Truppen gehören da eben auch nicht hin. Putin hätte sich da also nicht beklagen können.

Und die Ukraine ist ein grosses Land; bis da russische Truppen auf Nato-Truppen gestossen wären hätte es genügend Zeit gegeben, über "Details" zu verhandeln. Wobei ich davon überzeugt bin, dass Putin im Wissen um einmarschierbereite Nato-Truppen gar nicht erst einmarschiert wäre.


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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albertus

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Halleluja & Amen.
... und nicht vergessen, EU endlich auf Kriegswirtschaft umstellen. Nicht das es uns plötzlich zu gut geht.
Hoch die Preise. Ich bin für die Abschaffung aller Feiertage - die Aufrüstung soll nicht am fehlenden Mammon scheitern.

Schönen Sonntag. :poop:
 
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albertus

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Nix in Teilen. Alles oder Nix. Diesmal gilt es. Auf geht es. Wir schaffen das ...diesmal - jetzt oder Nie.
Gruß, :poop:
 

ralfkannenberg

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Halleluja & Amen.
... und nicht vergessen, EU endlich auf Kriegswirtschaft umstellen.
Hallo Astrofreund,

als Saddam Hussein in Kuwait einmarschiert ist hat die katholische Hochschulgemeinde Zürich am Zentralbahnplatz eine Mahnwache organisiert, ich habe damals da auch zahlreiche "Schichten" übernommen.

Hat es etwas gebracht ? Ausser dass wir ausgelacht wurden eigentlich wenig. Genauer: nichts. Das sind leider ernüchternde Erfahrungen und rückblickend muss ich feststellen, dass solche Mahnwachen der falsche Weg sind.

Man kann sich versammeln und beispielsweise in einer Kirche für den Frieden beten, vielleicht bringt das etwas, wenn weltweit die Menschen das um dieselbe Uhrzeit tun.

Aber irgendwann muss man auch wieder aus der Kirche herausgehen und nach anderen Lösungen suchen. Denn wenn man an einer Lösung festhält, von der man ganz genau weiss, dass sie kein Menschenleben retten wird, oder an einer Lösung festhält, von der man ganz genau weiss, dass sie den Zielen des Aggressors nutzt, dann macht man sich mitschuldig an den Ereignissen.

Was wir im Augenblick sehen: Friedensverhandlungen sind derzeit keine Lösung. Waffenlieferungen an die Ukraine sind auch keine Lösung, sie bringen aber vielleicht wenigstens eine kurzfristige Lösung. Mittelfristig muss man andere Lösungen erarbeiten, Lösungen, von denen wir im Augenblick nicht wissen, wie sie aussehen.

Letztlich kann man versuchen, die beiden Kriegsparteien zu verändern: man könnte von oben die Ukraine russlandfreundlich machen und dabei die Identität der Ukraine "opfern" oder man könnte von oben Russland demokratisch und rechtsstaatlich machen. Ich persönlich denke, dass letzteres die Lösung sein wird, die Frage ist nur, wie man diese umsetzt.

Ein atomarer Erstschlag gegen Russland wird vielleicht fünf Millionen Todesopfer fordern. Wenn man damit einen 3.Weltkrieg, der sehr viel mehr Opfer fordern wird, verhindern kann ist das vermutlich ein "guter Deal". Wobei ich hierbei davon ausgehe, dass Russland aufgrund seiner veralteten Waffensysteme zu einem Gegenschlag nicht mehr fähig sein wird. Und man bedenke: der 2.Weltkrieg in Japan wurde auch mit 2 Atombomben beendet.

Es ist zweifelsohne eine sehr schlechte, eine für mich völlig inakzeptable Lösung. Aber ein verlustreicher 3.Weltkrieg wäre eine noch viel schlechtere Lösung, auch wenn sie vermulich auf die Akzeptanz des "notwendigen Übels" stossen würde.


Man könnte versuchen, Putin zu beseitigen, sei es mit einem Geheimdienstmanöver ihn vor das Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag zu bringen, was allerdings nicht gelingen wird, dafür dürfte Putin viel zu gut geschützt sein, sei es ihn per Attentat "auszuschalten". Bei der Anzahl Todesopfer gleich 1 eigentlich ein "herausragender Deal", aber er widerspricht allen rechtsstaatlichen Prinzipien. Man kann nicht anderen vorhalten, die rechtsstaatlichen Prinzipien zu missachten und sie dann selber ebenfalls missachten.


Oder eben man unterstützt, Russland zu verändern, doch das benötigt Überzeugungsarbeit und das kostet Zeit. Sei es auf Ebene der Bürgerinnen und Bürger, sei es auf Ebene von russischen "Teilstaaten", sei es auf Ebene der gesamten russischen Föderation. Gorbatschow und Schewardnadse haben letzteres geschafft, Jelzin hat vorletzteres geschafft, und mit Glasnost und Perestroika ist die Bevölkerung ja mitgezogen.

Auch wenn das Zeit benötigt, so könnte es doch sein, dass auf dem Weg dahin bereits der Krieg umgehend beendet wird. Allerdings bin ich der Meinung, dass man einem sich im Wandel befindlichen Russland keine Reparationslasten aufbürden sollte, d.h. das muss dann igrgendwie die Weltgemeinschaft im Rahmen von Geber- und Nehmerländern bewerkstelligen..


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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albertus

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Hallo Astrofreund,
....
Freundliche Grüsse, Ralf
Hallo Ralf,

ich weiß, dass Du es gut meinst und ich will Dich Deiner Illusionen (also was hier solche aus meiner Sicht sind) nicht berauben. Doch ist die Enttäuschung in den kommenden Monaten und Jahren evtl. geringer, wenn man versucht die Dinge so zu sehen, wie sie leider sind. Dazu gehören aus meiner Sicht:

- alle Erwartungen begraben, dass man Russland ändern kann oder sich da etwas von allein ändert. Der Zug ist abgefahren und das heutige Russland will nicht mehr mit uns - Punkt. Hat in Afghanistan letztendlich auch nicht funktioniert.

- keine Hoffnung machen, dass Putin stirbt oder umgebracht wird. Mag ja nicht auszuschließen sein, aber darauf sollte man nicht bauen. Keiner kann heute sagen, wer oder was nach Putin kommt. Kann durchaus noch heftiger kommen.

- Friedensmahnwachen, Appelle, Gebete sind alles gut gemeinte Dinge. Doch weder Putin, noch die Ukraine oder die NATO werden das als Anlaß nehmen, den Krieg zu beenden. Es ist für die jeweilligen Landesregierungen bestenfalls ein Hinweis, dass nicht das gesamte Landesvolk hinter der Regierungsmeinung steht und vielleicht hilft es dem einen oder anderen anständigen Menschen, Nachts Schlaf zu finden.

- im Krieg stirbt bekanntlich zu erst die Wahrheit. Will man objektiv bleiben (sehr schwer machbar!) muss man davon ausgehen, das auf beiden Seiten gelogen wird, dass sich die Kanonenrohre biegen. Wahrheiten kann man mit Geduld bestenfalls an Ergebnissen und Tatsachen ablesen.

- ich traue mir kein Urteil zu, wer diesen Krieg auf dem Schlachtfeld gewinnen kann oder wird. Das diskutierte koreanische Model erscheint mir da eher fraglich.

- Atombomben auf Russland waren und sind Selbstmord. Hat man sich zum Glück bisher nicht mal bei Nordkorea getraut. Auf veraltete Atombombentechnologie würde ich bei Russland nicht setzen. Das wissen die westlichen Geheimdienste besser. Die ballistischen Atomraketen der Satan-I und seit diesem Jahr Satan-2 Serie machen den USA auf alle Fälle Sorgen. Bereits zu Satan-I (SS32?) hat Biden zu Putin gesagt, dass man bei den nächsten Verhandlungen darüber sprechen sollte. Daran hat sich nichts geändert - im Gegenteil. Die Satan-2 wird mit 22-facher Schallgeschwindigkeit ausgewiesen und hat Mehrfachsprengkopfbestückung. Da kann nur ein Zufallstreffer etwas abwehren. Die andere Seite würde eine große Anzahl ihrer Atomraketen starten (bevor sie selbst getroffen wurde) und die meisten dieser Raketen würden auf beiden Seiten ihr Ziel erreichen.

- Die Erde würde als Planet einen Atomkrieg (3.WK?) überstehen und sich in den folgenden zig millionen Jahren erholen. Nur sehr wahrscheinlich unbewohnt - auch wenn Wissenschaftler meinen, dass es bei Australien Chancen für ein Überleben gäbe. Bunker die ein mehrmonatiges Überleben sichern könnten, sind somit sinnlos. Todesanzahl wird dann eher in Milliarden gezählt werden. Nicht nur die Toten im Umkreis der Explosionen sind zu zählen, sondern alle die, die in der Folgezeit an Strahlenkrankheit versterben, die verhungern, verdursten und erfrieren. Es ist mit einem mehrjährigen nuklearen Winter zu rechnen. So sehen es zumindest die Modelle verschiedener Wissenschaftler.

- ergo sehe ich letztendlich ein Ende dieses Konfliktes nur nach Verhandlungen und vertraglichen Vereinbarungen. Ob es diese gibt, wann es diese gibt oder gar was diese als Ergebnis bringen - dazu bräuchte ich wohl hellseherische Fähigkeiten, um zu einer Aussage zu gelangen, die dann auch annähernd zutrifft. Wir können uns darüber lang und breit irgendwelche Vorstellungen erdenken. Was davon einmal Realität wird, kann von uns heute keiner sagen. Es wird vor allen der Bereitschaft auf beiden Seiten geschuldet sein, welche Kompromisse man bereit ist einzugehen. Eine Bereitschaft die die jeweilige Seite vor ihren eigenen Landsleuten verantworten muss und die weitestgehend die Interessen der jeweiligen Seite berücksichtigt.

Meine Einschätzungen basieren auf meinen Lebenserfahrungen. Die Kubakrise habe ich als 11-Jähriger bereits ziemlich bewusst erlebt. An die Ängste damals kann ich mich noch gut erinnern. Logisch, vieles erst Jahre und Jahrzehnte später durch Dokumentationen und Filme erfahren. Die Mittelstreckengeschichte von 1983 habe ich noch recht gut in Erinnerung. Auch die Friedensbeweung vor allen in Westeuropa ist mir im Gedächtnis geblieben. Vietnamkrieg (die Proteste in den USA), die Kriege im arabischen Raum und und und sind auch nicht vergessen. Doch hat keiner dieser Konflikte nach dem Vietnamkrieg die Gefährlichkeit des heutigen Konfliktes erreicht. Westliche Politiker sagen nicht grundlos, dass es zu keinem atomaren Konflikt kommen darf. Die Chinesen haben das in ihrem 12-Punkte-Firedensplan auch mit drin. Wir können nur eins tun - hoffen, dass sich letztendlich der Überlebenswille und die Mindestportion Vernunft durchsetzen. Das möglichst bald.

Viele Grüße,
Astrofreund
 
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ralfkannenberg

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und die Mindestportion Vernunft durchsetzen. Das möglichst bald.
Hallo Astrofreund,

ich stimme Dir in Deiner Analyse in jedem Wort zu.

Nur: wenn die Mindestportion Vernunft umgesetzt werden soll, dann heisst das konkret, die Ukraine als Staat aufzulösen und Russland anzugliedern. Und Selenskyj irgendwo ganz weit weg Asyl gewähren.

Das Blutvergiessen in der Ukraine hat dann ein Ende und Putin kann seine Soldaten woanders einsetzen, z.B. in Transnistrien oder in Georgien. Das wird man ihm in weiteren Friedensverhandlungen dann ebenfalls schenken und das Baltikum dazu, das war früher auch ein Bestandteil der UdSSR und ein Stückweit ist es sogar verständlich, wenn Russland keine Exklave haben möchte.

Belarus wird ohnehin gerne freiwillig beitreten und Lukaschenko bekommt dann von Putin ein nettes und ehrenvolles Ämtli und einen Orden der grossen Freundschaft und kann dann seinen Ruhestand im vollen Luxus geniessen.

Und ja: dann ist vermutlich tatsächlich erst einmal Frieden. Oder genauer: "Frieden".


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Hallo Ralf,

die Ukraine muss nicht als Staat aufgelöst werden. Brezinskis Vorschläge sehen eine flächenmäßig verkleinerte Ukraine vor. Die Krim wird man evtl. erst mal 15 bis 25 Jahre Russland lassen. In dieser Zeit soll verhandelt werden. Naja ... halt "Frieden". Die Ostukraine wird langer Verhandlungsgrund werden. Russland will behalten, was bisher erobert wurde bzw. per "Volksabstimmung" Russland zugeordnet wurde. Die Ukraine will alles zurück.
Zwischen diesen "Eckpunkten" wird vor allen verhandelt werden.

Russland verlangt, dass die Ukraine nicht der NATO betritt. Gegen einen EU-Beitritt hatte Putin letztes Jahr keine Einwände. Aktuellen Stand kenne ich nicht. Desweiteren will Russland, dass die Ukrainische Armee aufgelöst wird und alle Waffen und Munition vernichtet werden oder vlt. auch außer Land gebracht werden. Es sollen Kontrollmöglichkeiten geschaffen werden, dass die Ukraine danach nicht neue Waffen erhält und eine neue Armee aufbaut.

Die Ukraine soll Sicherheiten bekommen. Nach Putin soll das Russland übernehmen. Ich sehe da eher, dass die NATO und die USA eine wesentliche Stimme bekommen. Evtl. bis hin zur Stationierung von USA-Militär inkl. Ausrüstung (Koreamodell). Die Nachbarländer Polen, Ungarn und Rumänien werden auch ein Wort mitreden wollen.

Reparationen, Putin vor Gericht etc. ist schwer vorstellbar und sollte keinen Vertragsabschluss behindern. Das wichtigste ist, dass die Waffen schweigen, das keine Menschen mehr verletzt oder getötet werden und die Zerstörungen in der Ukraine aufhören. Aufbauhilfe für die besetzten Gebiete kommt von Russland. Für den verbliebenen Teil der Ukraine von den EU-Staaten. Irgendwann wird es auch einen Schuldenschnitt geben müssen. Anders kann ich mir ein wirtschaftliches Überleben der Ukraine nicht vorstellen. Evtl. wird es mit Polen spezielle Verhandlungen geben.

Selenskyj wird das Land verlassen. Es ist anzunehmen, dass ihm ein Teil der Ukrainer den Friedensvertrag oder auch nur Waffenstillstand als Verrat auslegen und er in der Ukraine nicht mehr sicher ist. Asyl wahrscheinlich in den USA.

Bezüglich Belarus und Lukaschenko habe ich keine andere Erwartung als Du. Es werden in verschiedenen kleineren Ländern wie Georgien bewaffnete Konflikte aufflammen. Ob Transnistrien dazu gehört, kann ich nicht sagen. Evtl. wird dieses Teilthema mit Verhandlungsgegenstand sein.
Das größere Thema dürfte China werden. Die Chinesen wollen Taiwan zurück und da kann viel Schlimmes die Folge sein.

Ob danach dauerhaft Frieden mit Russland und Ukraine sowie Westeuropa sein wird, hängt viel von Verhandlungen zu Sicherheitsfragen und einem wahrscheinlich neuen Sicherheitsabkommen mit Russland ab. Das wird eine sehr wichtige Frage für die Krimrückgabe sein. Die hat für Russland vorrangig militärstrategische Bedeutung - ist Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte.

Erst danach sehe ich geringe Chancen, dass die in die Brüche gegangenen wirtschaftlichen Beziehungen über einen sehr langen Zeitraum wieder aufgebaut werden. Die versuchte Globalisierung ist zerstört. Ein neuer kalter Krieg ist eine böse Möglichkeit. Es dürfte aber nicht von Vorteil sein, dass so zu belassen. Die EU und USA und Japan würden den BRICS-Staaten und China gegenüber stehen. China braucht die außenwirtschaftlichen Beziehungen zur EU und zu den USA. Russland, Indien, Südamerika und Afrika reichen als Wirtschaftsvolumen nicht aus. Derartige Ansatzpunkte wird man nutzen müssen.

Danach wäre auch in Russland eine gesellschaftliche Weiterentwicklung denkbar. Man kann nur hoffen in Richtung von mehr Demokratie und Wohlstand für das Volk. Vor einigen Wochen hörte ich in einer Doku zum letzten Wk den Satz: "Wir sind erst friedlich geworden, als wir reich geworden waren." Ein Ansatz, wie er mir sehr gut gefällt.

Soweit meine Spekulationen über mögliche Entwicklungen. Was wirklich kommen wird, müssen wir abwarten. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Schöne Woche, Astrofreund
 
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ralfkannenberg

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die Ukraine muss nicht als Staat aufgelöst werden. Brezinskis Vorschläge sehen eine flächenmäßig verkleinerte Ukraine vor.
Hallo Astrofreund,

die Frage ist, warum ein souveränes Land, welches Opfer eines Eroberungskrieges geworden ist, in einer Welt mit Weltsicherheitsrat und Nato einem solchen "Frieden", der für die Ukraine einfach nur eine völlig unverschuldete Niederlage ist, zustimmen sollte.

Das ist so als wenn in einer Schule ein Abiturient einem 10-jährigen seine Bücher und Spielsachen wegnimmt, der 10-jährige sich seine Spielsachen wieder zurückkämpft, dann aber der Rektor kommt und dem Abiturienten die Spielsachen des 10-jährigen wieder gibt, damit Frieden auf dem Schulhof herrscht.

Zwar können sich die Initianten eines solchen Friedensplanes ob ihrer "Genialität" gegenseitig auf die Schultern klopfen und damit ihr Totalversagen kaschieren, aber ich halte nichts von solchen erlogenen Friedensverhandlungen.

Dann soll man wirklich konsequent sein, die Ukraine auflösen und Russland übergeben und sein eigenes Totalversagen einräumen. Und dann die Konsequenzen ziehen und diese überflüssigen Vereine des Weltsicherheitsrates und der Nato umgehend auflösen und durch zweckmässigere Allianzen ersetzen.

Zudem: als Aussenstehender die Ukraine zu beschneiden kostet einen selber ja nichts. Da fällt es leicht, zuzustimmen.


Nein: in der Bundeswehr habe ich anderes gelernt und nun ist leider der Zeitpunkt gekommen, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Russland ist nicht so dumm, es darauf ankommen zu lassen, und spätetestens dann wäre der Krieg zu Ende: Putin hätte es versucht und es hätte halt nicht geklappt, weil die Weltgemeinschaft militärisch dagegen gehalten hat.

Ob man dann noch eine Pufferzone zwischen Russland und der Ukraine - nota bene auf russischem Gebiet - einrichten will, sollen dann Militärstrategen entscheiden; vielleicht geht es ja auch ohne. Und Putin kann man nach Vorbild Ceaușescu beseitigen, wenn der nicht klug genug ist, rechtzeitig in China oder in Nordkorea Asyl zu beantragen.

Betreffend Krim: hier wurde es leider versäumt, die 1990-iger Jahre oder später, als gewählte prorussische Präsidenten in der Ukraine an der Macht waren, zu nutzen, um die Krim politisch wieder an Russland zu übertragen, wo sie bevölkerungsmässig hingehört. Nun ist das Klima zu vergiftet und eine politische Lösung nicht mehr möglich.


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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