Halleluja & Amen.
... und nicht vergessen, EU endlich auf Kriegswirtschaft umstellen.
Hallo Astrofreund,
als Saddam Hussein in Kuwait einmarschiert ist hat die katholische Hochschulgemeinde Zürich am Zentralbahnplatz eine Mahnwache organisiert, ich habe damals da auch zahlreiche "Schichten" übernommen.
Hat es etwas gebracht ? Ausser dass wir ausgelacht wurden eigentlich wenig. Genauer: nichts. Das sind leider ernüchternde Erfahrungen und rückblickend muss ich feststellen, dass solche Mahnwachen der falsche Weg sind.
Man kann sich versammeln und beispielsweise in einer Kirche für den Frieden beten, vielleicht bringt das etwas, wenn weltweit die Menschen das um dieselbe Uhrzeit tun.
Aber irgendwann muss man auch wieder aus der Kirche herausgehen und nach anderen Lösungen suchen. Denn wenn man an einer Lösung festhält, von der man ganz genau weiss, dass sie kein Menschenleben retten wird, oder an einer Lösung festhält, von der man ganz genau weiss, dass sie den Zielen des Aggressors nutzt, dann macht man sich
mitschuldig an den Ereignissen.
Was wir im Augenblick sehen: Friedensverhandlungen sind derzeit keine Lösung. Waffenlieferungen an die Ukraine sind auch keine Lösung, sie bringen aber vielleicht wenigstens eine kurzfristige Lösung. Mittelfristig muss man andere Lösungen erarbeiten, Lösungen, von denen wir im Augenblick nicht wissen, wie sie aussehen.
Letztlich kann man versuchen, die beiden Kriegsparteien zu verändern: man könnte von oben die Ukraine russlandfreundlich machen und dabei die Identität der Ukraine "opfern" oder man könnte von oben Russland demokratisch und rechtsstaatlich machen. Ich persönlich denke, dass letzteres die Lösung sein wird, die Frage ist nur, wie man diese umsetzt.
Ein atomarer Erstschlag gegen Russland wird vielleicht fünf Millionen Todesopfer fordern. Wenn man damit einen 3.Weltkrieg, der sehr viel mehr Opfer fordern wird, verhindern kann ist das vermutlich ein "guter Deal". Wobei ich hierbei davon ausgehe, dass Russland aufgrund seiner veralteten Waffensysteme zu einem Gegenschlag nicht mehr fähig sein wird. Und man bedenke: der 2.Weltkrieg in Japan wurde auch mit 2 Atombomben beendet.
Es ist zweifelsohne eine sehr schlechte, eine für mich
völlig inakzeptable Lösung. Aber ein verlustreicher 3.Weltkrieg wäre eine noch viel schlechtere Lösung, auch wenn sie vermulich auf die Akzeptanz des "notwendigen Übels" stossen würde.
Man könnte versuchen, Putin zu beseitigen, sei es mit einem Geheimdienstmanöver ihn vor das Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag zu bringen, was allerdings nicht gelingen wird, dafür dürfte Putin viel zu gut geschützt sein, sei es ihn per Attentat "auszuschalten". Bei der Anzahl Todesopfer gleich 1 eigentlich ein "herausragender Deal", aber er widerspricht allen rechtsstaatlichen Prinzipien. Man kann nicht anderen vorhalten, die rechtsstaatlichen Prinzipien zu missachten und sie dann selber ebenfalls missachten.
Oder eben man unterstützt, Russland zu verändern, doch das benötigt Überzeugungsarbeit und das kostet Zeit. Sei es auf Ebene der Bürgerinnen und Bürger, sei es auf Ebene von russischen "Teilstaaten", sei es auf Ebene der gesamten russischen Föderation. Gorbatschow und Schewardnadse haben letzteres geschafft, Jelzin hat vorletzteres geschafft, und mit Glasnost und Perestroika ist die Bevölkerung ja mitgezogen.
Auch wenn das Zeit benötigt, so könnte es doch sein, dass auf dem Weg dahin bereits der Krieg umgehend beendet wird. Allerdings bin ich der Meinung, dass man einem sich im Wandel befindlichen Russland keine Reparationslasten aufbürden sollte, d.h. das muss dann igrgendwie die Weltgemeinschaft im Rahmen von Geber- und Nehmerländern bewerkstelligen..
Freundliche Grüsse, Ralf