ralfkannenberg
Registriertes Mitglied
Hallo zusammen,von den Uranusmonden vermutlich die beiden äusseren Titania und Oberon, aber auch das ist schon eine sehr grosse Leistung. Und vermutlich werden sie dann auch noch Mimas und Enceladus "mitnehmen". Trition düften sie dann auch schaffen. - Respekt !!
Normale Fernrohrbenutzer werden sich mit dem Titan, Rhea, Japetus, Tethys und Dione zufrieden geben müssen.
ein paar Zahlen hierzu:
Die grossen Jupitermonde wären bis auf Kallisto von Helligkeit her von blossem Auge bequem sichtbar, Ganymed ca. 4.6 mag (typische Helligkeit der Plejadensterne bzw. der schwächeren Sterne im Kleinen Wagen), Io und Europa ca. 5.1 mag (Helligkeit von 61 Cygni) - und Kallisto 6.0 mag; das Problem ist jedoch ihre Nähe zu ihrem Mutterplaneten, so dass sie überstrahlt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass es möglich sein sollte, mit speziellen Abdeckvorrichtungen, welche den Jupiter abdecken, Ganymed und auch Europa in Elongation von blossem Auge erspähen zu können. Io ist zu nahe am Jupiter und Kallisto zu wenig hell.
Saturn: Titan erreicht eine Helligkeit von 8.2 mag, daneben hat er noch 4 Monde in einer Helligkeit von ca. 10 mag: Rhea, Japetus, Tethys und Dione; da Japetus eine dunkle und eine helle Seite hat und wie alle grossen regulären Monde unseres Sonnensystems eine gebundene Rotations aufweist, kann man ihn in normalen Amateur-Fernrohren nun in der Elongation sehen, in der seine helle Seite zu sehen ist. - Tethys und Dione stehen näher am Saturn als Io am Jupiter, allerdings ist der Saturn auch weniger hell als der Jupiter. Ich habe keinerlei Erfahrung, wie sich das auf die Beobachtbarkeit der beiden Monde auswirkt. Rhea steht näher am Saturn als Europa am Jupiter.
Rhea und Japetus sind etwa halb so gross wie der Erdmond, Tethys und Dione etwa 1/3 so gross wie der Erdmond. Im Vergleich dazu: Ganymed, Kallisto und der grosse Saturnmond Titan sind ungefähr so gross wie der Merkur, Io und Europa so gross wie unser Erdmond.
Diese 4 Saturnmonde sind übrigens über 1 Grössenklasse heller als der nächst-gelegene Fixstern Proximal Centauri.
Enceladus erreicht dank seines hohen Rückstrahlvermögens eine Helligkeit von ca. 12 mag, Mimas von ca. 13 mag; das liegt ausserhalb der Reichweite normaler Amateur-Fernrohre.
Die beiden äusseren Uranusmonde Titania und Oberon erreichen eine scheinbare Helligkeit von 13.5 mag, erstaunlicherweise auch Ariel aufgrund seiner höheren Albedo als Umbriel. In dieser Helligkeit findet man auch den grossen Neptunmond Triton sowie den Zwergplaneten Pluto.
Die beiden Marsmonde Phobos (11.4 mag) und Deimos (12.4 mag) sind heller, stehen aber sehr nahe am Mars und wurden auch entsprechend spät entdeckt, obgleich man schon lange Zeit nach ihnen gesucht hatte.
Freundliche Grüsse, Ralf