ralfkannenberg
Registriertes Mitglied
Hallo zusammen,
meine Weihnachts- und Neujahresferien neigen sich nun rasch dem Ende zu, Zeit, noch einen unwichtigen Beitrag zu schreiben, was mir gestern widerfahren ist.
Ausnahmsweise geht es in diesem Beitrag nicht um die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto, sondern um die Saturnmonde Rhea, Dione und Titan, wobei auch noch der viel hellere Hintergrundstern 85 Aquarii zu erwähnen ist.
Am 4. Januar gegen 18:30 MEZ stand ja eine Bedeckung des Planeten Saturn durch den Mond an und sicherlich wäre es reizvoll zu beobachten, wie der Mond auf seiner dunklen Seite zunächst den zweitgrössten Saturnmond Rhea, dann den viertgrössten Saturnmond Dione, dann etwa zeitgleich den Saturn selber sowie 85 Aquarii und zuletzt dann auch noch den grossen Saturnmond Titan bedeckt; die Freigabe vom Saturnsystem und 85 Aquarii gut eine Stunde später dürfte sehr viel schwieriger zu beobachten sein, da diese auf der beleuchteten Seite vom Mond passiert und alles auch schon deutlich näher an den Horizont weitergezogen ist.
Mir war völlig klar, dass diese Beobachtung ausserhalb meiner Möglichkeiten liegt, auch für den Titan würde ich ideale Bedingungen und einen weit von jeglicher Lichtverschmutzung entfernten Beobachtungsplatz benötigen, ich müsste das Stativ mitnehmen, und das Wetter war auch alles andere als einladend, sprich es war sehr wolkig.
Zwar könnte es eine Idee sein, so etwas in einer Sternwarte anzuschauen, doch würde ich keinem Beobachter zumuten wollen, zum spannendsten Moment sein Fernrohr zur Verfügung zu stellen statt selber zu beobachten.
Ich beschränkte mich gestern also darauf, vielleicht durch ein Wolkenloch einen Blick auf den Saturn direkt neben dem Mond zu erhaschen, und verzichtete auch darauf, meinen Feldstecher mitzunehmen. Tatsächlich konnte man ab 17:45 Uhr den Mond durch Wolkenlücken erspähen, aber keinen Saturn neben ihm; dann war der Mond wieder hinter Wolken, dann konnte man die Venus sehen, später auch den Jupiter, allerdings keinen einzigen Fixstern. Schlechte Karten für den Saturn, der mit 1.1 mag weniger hell als die Wega, die Capella, Atair und als Aldebaran ist.
Später sah ich dann einen Stern westlich vom Mond, aber das war sicher die Venus, die ich schon zuvor gesehen hatte, wenngleich ich den Eindruck hatte, dass sie etwas weiter vom Mond entfernt war, aber so genau hatte ich das nicht zur Kenntnis genommen; auch von einer Wolke abgeschwächt, ebenso wie der Jupiter, der ständig von irgendeiner Wolke abgeschwächt war.
Schliesslich klarte die Sicht im Westen etwas auf und ich konnte mit der Wega, Deneb, Sadir, Gienah und delta Cygni immerhin die 5 hellsten Sterne in dieser Region sehen und mich mit ihrer Hilfe etwas orientieren und insbesondere die Position von Atair anhand des Sommerdreieckes bestimmen, so dass klar war, dass der Stern zwischen dem Mond und der Venus, den ich zuvor schon gesehen und fälschlicherweise für die Venus gehalten hatte, nicht Atair sein konnte. Zudem war auch klar, dass ein Stern zwischen Mond und Venus auf der Ekliptik liegen muss und Atair liegt nicht auf der Ekliptik. Allerdings ist mir in diesem Himmelsbereich auch kein Stern in dieser Helligkeit bekannt. Und vom Saturn immer noch keine Spur neben dem Mond, so dass ich mir überlegte, ob die Zeiten vielleicht nicht in MEZ, sondern in UT angegeben waren und wir nun schon mitten in der Bedeckung waren.
Dann war mir plötzlich alles klar: gestern war der 5. Januar und nicht der 4. Januar ... und der unbekannte Stern war der Saturn, der am Vortag mit seinen Monden zusammen mit 85 Aquarii vom Mond bedeckt worden war. - Da hatte ich allerdings gar nichts verpasst: am Samstag schneite es und man konnte keine Sterne und auch keinen Mond sehen.
Hierbei ist aber auch zu sagen, dass ich eine Beobachtung mit Aussicht auf Erfolg schon mehrere Tage zuvor vorbereitet hätte, keinerlei privaten Termine abgemacht hätte und mich dann mit Ausrüstung rechtzeitig an einen geeigneten Beobachtungsplatz begeben hätte, wie ich es hier zur Konjunktion vom Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 beschrieben habe.
Freundliche Grüsse, Ralf
meine Weihnachts- und Neujahresferien neigen sich nun rasch dem Ende zu, Zeit, noch einen unwichtigen Beitrag zu schreiben, was mir gestern widerfahren ist.
Ausnahmsweise geht es in diesem Beitrag nicht um die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto, sondern um die Saturnmonde Rhea, Dione und Titan, wobei auch noch der viel hellere Hintergrundstern 85 Aquarii zu erwähnen ist.
Am 4. Januar gegen 18:30 MEZ stand ja eine Bedeckung des Planeten Saturn durch den Mond an und sicherlich wäre es reizvoll zu beobachten, wie der Mond auf seiner dunklen Seite zunächst den zweitgrössten Saturnmond Rhea, dann den viertgrössten Saturnmond Dione, dann etwa zeitgleich den Saturn selber sowie 85 Aquarii und zuletzt dann auch noch den grossen Saturnmond Titan bedeckt; die Freigabe vom Saturnsystem und 85 Aquarii gut eine Stunde später dürfte sehr viel schwieriger zu beobachten sein, da diese auf der beleuchteten Seite vom Mond passiert und alles auch schon deutlich näher an den Horizont weitergezogen ist.
Mir war völlig klar, dass diese Beobachtung ausserhalb meiner Möglichkeiten liegt, auch für den Titan würde ich ideale Bedingungen und einen weit von jeglicher Lichtverschmutzung entfernten Beobachtungsplatz benötigen, ich müsste das Stativ mitnehmen, und das Wetter war auch alles andere als einladend, sprich es war sehr wolkig.
Zwar könnte es eine Idee sein, so etwas in einer Sternwarte anzuschauen, doch würde ich keinem Beobachter zumuten wollen, zum spannendsten Moment sein Fernrohr zur Verfügung zu stellen statt selber zu beobachten.
Ich beschränkte mich gestern also darauf, vielleicht durch ein Wolkenloch einen Blick auf den Saturn direkt neben dem Mond zu erhaschen, und verzichtete auch darauf, meinen Feldstecher mitzunehmen. Tatsächlich konnte man ab 17:45 Uhr den Mond durch Wolkenlücken erspähen, aber keinen Saturn neben ihm; dann war der Mond wieder hinter Wolken, dann konnte man die Venus sehen, später auch den Jupiter, allerdings keinen einzigen Fixstern. Schlechte Karten für den Saturn, der mit 1.1 mag weniger hell als die Wega, die Capella, Atair und als Aldebaran ist.
Später sah ich dann einen Stern westlich vom Mond, aber das war sicher die Venus, die ich schon zuvor gesehen hatte, wenngleich ich den Eindruck hatte, dass sie etwas weiter vom Mond entfernt war, aber so genau hatte ich das nicht zur Kenntnis genommen; auch von einer Wolke abgeschwächt, ebenso wie der Jupiter, der ständig von irgendeiner Wolke abgeschwächt war.
Schliesslich klarte die Sicht im Westen etwas auf und ich konnte mit der Wega, Deneb, Sadir, Gienah und delta Cygni immerhin die 5 hellsten Sterne in dieser Region sehen und mich mit ihrer Hilfe etwas orientieren und insbesondere die Position von Atair anhand des Sommerdreieckes bestimmen, so dass klar war, dass der Stern zwischen dem Mond und der Venus, den ich zuvor schon gesehen und fälschlicherweise für die Venus gehalten hatte, nicht Atair sein konnte. Zudem war auch klar, dass ein Stern zwischen Mond und Venus auf der Ekliptik liegen muss und Atair liegt nicht auf der Ekliptik. Allerdings ist mir in diesem Himmelsbereich auch kein Stern in dieser Helligkeit bekannt. Und vom Saturn immer noch keine Spur neben dem Mond, so dass ich mir überlegte, ob die Zeiten vielleicht nicht in MEZ, sondern in UT angegeben waren und wir nun schon mitten in der Bedeckung waren.
Dann war mir plötzlich alles klar: gestern war der 5. Januar und nicht der 4. Januar ... und der unbekannte Stern war der Saturn, der am Vortag mit seinen Monden zusammen mit 85 Aquarii vom Mond bedeckt worden war. - Da hatte ich allerdings gar nichts verpasst: am Samstag schneite es und man konnte keine Sterne und auch keinen Mond sehen.
Hierbei ist aber auch zu sagen, dass ich eine Beobachtung mit Aussicht auf Erfolg schon mehrere Tage zuvor vorbereitet hätte, keinerlei privaten Termine abgemacht hätte und mich dann mit Ausrüstung rechtzeitig an einen geeigneten Beobachtungsplatz begeben hätte, wie ich es hier zur Konjunktion vom Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 beschrieben habe.
Freundliche Grüsse, Ralf