Artemis II: NASA-Mondmission mit europäischer Beteiligung vor dem Start

Bernhard

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Meinung: es gibt keinen "sinnvollen" Grund für einen bemannten Marsflug incl. Aufenthalt, was will man da? Als eine Art Vorstufe zum "Sprung zu den Sternen" ist es jedenfalls untauglich, es wird diesen Sprung nie geben.
Ich sehe das mittlerweile ähnlich. Wir haben hier auf der Erde ausreichend komplexe Aufgaben zu bewältigen, um auch schlaue Menschen zu beschäftigen. Demgegenüber erscheint ein bemenschter Flug zum Mars als reine Werbeveranstaltung. Die "Kohle" dafür läßt sich sehr wahrscheinlich viel sinnvoller anlegen.

Aber wer weiß schon genau, was die Zukunft noch bringen wird? Ein mögliches Thema wäre da eventuell der automatisierte Bergbau auf Asteroiden. Die Raumfahrt wird also ganz selbstverständlich auch ohne werbewirksame Aktionen weiterentwickelt werden.
 

Jakito

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irgendwie sehe ich das Problem nicht: der Mars ist einfach "etwas" weiter weg als der Mond, und er hat zwar mehr Masse als der Mond, aber weniger Masse als die Erde. Und einmal beschleunigt fliegt die Rakete einfach weiter - statt nur bis zum Mond dann eben bis zum Mars. Die Flugrichtung zurück zur Erde wird wie bei einer Mondlandung am Mond nun eben am Mars "umgedreht".
So ähnlich fing die Unterhaltung mit meinem Bruder auch an, aus der dann
https://www.astronews.com/community...-all-auf-der-erde-simuliert.12554/post-154232
resultierte.

Und auch
https://www.astronews.com/community...etendynamik-himmelsmechanik.12600/post-154551
resultierte indirekt aus einer Unterhaltung vor vielen Jahren. Damals war ich in Deiner Position (bzw. der meines Bruders), und einer meiner Kollegen versuchte dann mir zu erklären, wieso dass alles nicht so einfach ist.
 

ralfkannenberg

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Demgegenüber erscheint ein bemenschter Flug zum Mars als reine Werbeveranstaltung. Die "Kohle" dafür läßt sich sehr wahrscheinlich viel sinnvoller anlegen.
Hallo Bernhard,

natürlich ist an dem Argument etwas dran. Sehr viel sogar und es liegt mir völlig fern, über Geld, das anderen gehört, bestimmen zu wollen !

Nur: mit demselben Argument kann man fast alle wissenschaftliche Forschung wie den LHC etc. einstellen. Und ich vermute, dass wenn es gelingt, die kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Erde zu stoppen - was leider nur gelingen wird, wenn man militärische Aggressoren ungeachtet ihrer verlogenen Propaganda rechtzeitig militärisch in die Schranken weist, sich noch sehr viel mehr Geld einsparen lässt.

Ich selber denke, dass wenn man die Landepläne auf dem Mars aufgibt, die Menschheit darauf verzichten wird, auch weiterreichende Weltraumflüge zu tätigen und somit ihre Zukunft ausschliesslich auf der Erde sieht. Einer Erde, die wir schon jetzt (ebenfalls) um Geld zu sparen zerstören, Stichwort z.B. Klimawandel.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Hallo Ralf, ich denke, es geht weniger darum, die Erforschung des Weltraums aufzugeben, als vielmehr um die Sinnhaftigkeit der Prioritäten und die Schrittweite. Die Menschheit wird das All zweifellos weiter erobern, aber man muss sich fragen, ob der direkte Sprung zum Mars zum jetzigen Zeitpunkt technologisch und ökonomisch verantwortbar ist.

Ein logischerer Schritt wäre zum Beispiel die Etablierung einer dauerhaften Infrastruktur auf dem Mond. Dort können wir Technologien unter Weltraumbedingungen testen, ohne die extremen Risiken und Kosten einer jahrelangen Marsreise. Wir müssen erst das 'Laufen' in der Nähe lernen, bevor wir den 'Marathon' zum nächsten Planeten antreten.

Der Vergleich mit dem LHC hinkt zudem etwas: Grundlagenforschung in der Teilchenphysik erweitert unser Wissen über die Naturgesetze direkt hier auf der Erde. Eine bemannte Marslandung ist momentan eher ein technologisches Prestigeobjekt. Die Zukunft liegt im All, aber sie muss auf einem soliden Fundament gebaut werden, Schritt für Schritt.
 

Bernhard

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Einer Erde, die wir schon jetzt (ebenfalls) um Geld zu sparen zerstören, Stichwort z.B. Klimawandel.
Hallo Ralf, das Argument wäre eventuell ein eigenes Thema wert. Es gibt bekanntlich etliche kluge Leute, die sich immer wieder darüber wundern, warum aktuell nicht mehr in die kostengünstigen erneuerbaren Energiequellen investiert wird, eben um gerade gleichzeitig Geld zu sparen und dem Klimawandel entgegenzuwirken.
 

albertus

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irgendwie sehe ich das Problem nicht: ...
Ergänzung zur technischen Machbarkeit (DLR-Studie):

Für diejenigen, die die harten Fakten nachlesen möchten: Dr. Maiwald (DLR) hat dazu im Mai 2024 eine detaillierte Systemanalyse veröffentlicht. Hier sind die Kernpunkte, warum ein direkter Marsflug derzeit physikalisch und logistisch kaum darstellbar ist:
  1. Massen-Diskrepanz: Die realen Anforderungen für einen Rückflug übersteigen oft die publizierten Nutzlastkapazitäten aktueller Konzepte (z. B. Starship). Das System ist schlicht zu schwer für die geplante Treibstoffmenge.
  2. Infrastruktur-Hürde: Die Treibstoffgewinnung auf dem Mars (ISRU) erfordert eine gewaltige Energieversorgung (Kernreaktoren/Solarfelder), die erst einmal autark dort funktionieren muss.
  3. Zuverlässigkeit: Es fehlen bisher Lebenserhaltungssysteme, die über Jahre hinweg ohne Wartung von der Erde ausfallenfrei arbeiten.
  4. Priorität Mond: Die Studie belegt, dass der Mond als Testfeld für diese Technologien (Habitate, ISRU) ein zwingend notwendiger Zwischenschritt ist.
Der Volltext der Studie (Scientific Reports, 2024) ist hier direkt abrufbar: https://elib.dlr.de/204394/1/Maiwald_et_al-2024-Scientific_Reports.pdf
 

ralfkannenberg

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Der Volltext der Studie (Scientific Reports, 2024) ist hier direkt abrufbar: https://elib.dlr.de/204394/1/Maiwald_et_al-2024-Scientific_Reports.pdf
Hallo zusammen,

ich denke, wir haben es hier mit 2 unterschiedlichen Fragestellungen zu tun.

Die eine ist, ob eine bemannte Mission zum Mars überhaupt sinnvoll ist und die andere ist, ob der Vorschlag von SpaceX realistisch ist.

Dass SpaceX typischerweise mit viel zu optimistischen Resultaten und auch zeitlich viel zu frühen Umsetzungen argumentiert dürfte hinlänglich bekannt sein, so gesehen ist die Studie von Dr. Maiwald "nur" eine Bestätigung dessen, was man schon längst weiss, auch wenn es Dr. Maiwalds grosser Verdienst ist, diese Defizite einmal ganz konkret zu benennen. - Wobei ich davon ausgehe, dass sich Elon Musk davon nicht sonderlich beeindrucken lassen wird, und da Maiwald nicht für Musk arbeitet kann er ihn auch nicht feuern, weil ihm das Resultat nicht passt.

Betrachtet man aber eine Landemission zum Mars losgelöst vom SpaceX-Vorschlag, so ergibt sich ein ganz anderes Bild und tatsächlich denke ich, dass der Mars, eine dauerhaft bewohnte Bodenstation auf dem Mars sowie regelmässige Reisen vom Mars zur Erde unverzichtbar sind, wenn die Menschheit eines Tages den Sprung zu anderen Sternen wagen möchte. Zudem sind wir von der Habitat-Technologie noch sehr weit entfernt, während eine Lande- und Rückkehrmission zum und vom Mars in realistischen Zeiträumen umsetzbar sind.

Ja - das mag (zu) teuer sein und technologisch noch zu anspruchsvoll sein und ich behaupte ja auch nicht, dass eine solche Mission in den nächsten 10 Jahren erforderlich ist.


Wenn sich die Menschheit eines Tages auf den Weg zu anderen Sternen aufmacht, dann wird sie am Zielort kaum einen Planeten vorfinden, der so schön wie unsere Erde ist, ja wir werden schon Glück haben, wenn dieser wenigstens Mars-ähnlich ist. Die Menschheit wird also lernen müssen, auch auf einem Mars-ähnlichen Planeten überleben zu können.

Eine dauerhaft bewohnte Mondstation wird hierzu sicherlich sehr wertvolle Erfahrungen bringen, aber eine dauerhaft bewohnte Station auf dem Mars eben auch, weil der Mars wohl letztlich doch mehr realistisch sein dürfte als der Mond, da auf dem Mars auch ein längerer Aufenthalt ausserhalb der Marsstation vorstellbar ist und das vermutlich auch die Variante sein wird, die die Menschheit auf einem Planeten um einen anderen Stern vorfinden wird.

Zudem kann man bei einer Havarie in der Mondstation vermutlich rasch Hilfe von der Erde anfordern, d.h. dieser Aspekt wird wohl bei der Planung einer Mondstation ebenfalls zu berücksichtigen sein müssen; beim Mars indes wird die Crew bei einer Havarie wohl bis zu 2 Jahren ohne Hilfe von der Erde auskommen müssen, wobei ich auch bei der Erforschung des Mars davon ausgehe, dass die Astronauten nach einiger Zeit wieder zur Erde zurückkehren werden.

Bei Reisen zu anderen Sternen liegt dann indes doch eine völlig andere Situation vor: man kann keine Hilfe von der Erde anfordern und es wird auch nicht eine Rückkehr zur Erde vorgesehen sein. Dann werden also zahlreiche Generationen auf einem Raumschiff oder Habitat leben und das Leben auf einem Planeten gar nicht kennen.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Jakito

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ich denke, wir haben es hier mit 2 unterschiedlichen Fragestellungen zu tun.

Die eine ist, ob eine bemannte Mission zum Mars überhaupt sinnvoll ist und die andere ist, ob der Vorschlag von SpaceX realistisch ist.
Meine Diskussionen mit Bekannten und Kollegen waren alle unabhängig von konkreten Vorschlägen von SpaceX. Irgendwer hat mir auch mal erklärt, was die derzeit realistischsten Vorschläge sind: Auf den Mars selbst die Energie und den Treibstoff für den Rückflug sammeln! Für das Problem mit der kosmischen Strahlung kenne ich die derzeit realistischsten Vorschläge noch nicht, aber ich vermute, die werden genauso abenteuerlich sein.

Die Frage, ob eine bemannte Mission zum Mars (inklusive Rückflug) realistisch ist, stellt sich also ganz unabhängig von SpaceX!
 

Bernhard

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und tatsächlich denke ich, dass der Mars, eine dauerhaft bewohnte Bodenstation auf dem Mars sowie regelmässige Reisen vom Mars zur Erde unverzichtbar sind, wenn die Menschheit eines Tages den Sprung zu anderen Sternen wagen möchte.
Hallo Ralf, Du bennenst es selbst mit "eines Tages" und weißt ja selbst, wie weit Alpha Centauri im Vergleich zu Mars von uns entfernt ist. Eine Reise zu den Sternen erscheint damit nochmal deutlich unrealistischer, wie eine Reise zum Mars und mit solchen Argumenten kann man dann nur noch Spezialisten und Theoretiker adressieren.

Musk hat bereits zugegeben, dass seine Aktivitäten auch einen guten Unterhaltungswert haben und damit macht er dann weltweit so richtig Kohle.
 

albertus

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Wenn sich die Menschheit eines Tages auf den Weg zu anderen Sternen aufmacht,
Hallo Ralf, es ist gut, dass wir uns beim Thema SpaceX einig sind. Was die generelle Vision angeht, stimme ich dir zu, dass die Menschheit neugierig bleiben wird. Dennoch muss man die 'warum' und 'wie' Fragen sehr nüchtern betrachten. Der Mond bietet gegenüber dem Mars handfeste Vorteile, die ihn zum logischen ersten Schritt machen:
  • Die Erreichbarkeit (Deltav und Zeit): Der Mond ist nur drei Tage entfernt. Bei einer Havarie ist eine Rückkehr oder Hilfe möglich. Beim Mars reden wir von 26 Monaten Isolation. Für die Erprobung von Habitat-Technologien, die du ansprichst, ist der Mond das perfekte Labor: Er ist nah genug für Sicherheit, aber lebensfeindlich genug für einen echten Test.
  • Die Schwerkraft-Senke: Der Mond hat eine viel geringere Schwerkraft als der Mars. Es ist energetisch wesentlich günstiger, Material vom Mond aus in den Weltraum zu schießen als vom Mars. Wenn wir über interstellare Reisen reden, werden die Schiffe im Orbit oder auf dem Mond gebaut, nicht in der tiefen Schwerkraftfalle eines Planeten wie dem Mars.
  • Wissenschaftlicher Ertrag: Der Mond ist ein Archiv des frühen Sonnensystems. Bevor wir lernen, auf 'Mars-ähnlichen' Planeten zu überleben, müssen wir erst einmal beweisen, dass wir einen autarken Kreislauf über Jahrzehnte stabil halten können. Das geht am effizientesten vor unserer Haustür.
Zu deinem Punkt mit den Sternen: Interstellare Reisen sind ein faszinierendes Gedankenexperiment. Aber physikalisch gesehen ist der Sprung vom Mars zu Proxima Centauri etwa so, als würde man behaupten, man lerne das Überqueren des Pazifiks, indem man in einer Pfütze im Garten steht. Die Distanzen und Strahlungsbelastungen sind von einer völlig anderen Größenordnung.

Der Aufwand muss in einem Verhältnis zum Nutzen stehen. Momentan ist der Mond der Schlüssel zur 'Ökonomie des Weltraums' – der Mars bleibt vorerst ein Ziel für Roboter, die dort weitaus kostengünstiger forschen können als Menschen.
 

antaris

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Musk hat bereits zugegeben, dass seine Aktivitäten auch einen guten Unterhaltungswert haben und damit macht er dann weltweit so richtig Kohle.
Gestern Abend kam auf ARD eine Doku über Musk. Dort wurde von ehemaligen Wegbegleitern gesagt, dass Tesla und SpaceX nur Meilensteine sind und alles nur einer großen Vision Musk's dient -> Besiedlung des Mars. Die Entwicklung von AI, E-Autos/autonomes fahren, Starlink, Raketen sind nur der Anfang, also eine Art "Entwicklungsbausteine", die er für die große Vision benötigt. Die ersten Arbeitsroboter sollen ja mehr oder weniger zeitnah schon vom Fertigungsband kommen. Insofern erübrigt sich vielleicht auch die Frage, wer dann Energieversorgungssysteme vorab vor Ort (auf den Mond und auf den Mars) aufbaut bzw. aufbauen soll und das ggf. bevor die ersten Menschen ankommen.

Vor allem ging es aber darum, wie skrupellos Musk seine Strategie fährt und eben auch Menschenleben in Kauf nimmt, wenn der Autopilot vom Tesla halt eben nicht macht, was er machen soll. Es wurde der ehemalige Entwicklungschef des Autopiloten interviewt und er meinte, dass gekündigt hat, als Sicherheitsprobleme unter den Tisch gekehrt wurde, bevor die ersten Menschen in einem Tesla aufgrund des Autopiloten ums leben kamen. Die "schmutzige Seite des Musk's" hat dann leider keinen so sehr hohen Unterhaltungswert. Das ging wohl bei einigen sich kritisch äußernden ex-Mitarbeitern bis zu Drohungen, dass jemanden auch "etwas passieren" könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:

albertus

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1. Der Status von "Optimus" (Tesla Bot)​

Antaris hat recht, die Roboter sind der Schlüssel. Der aktuelle Stand ist:
  • Vorausabteilung: Musk setzt Optimus-Prototypen bereits in seinen eigenen Tesla-Fabriken ein, um einfache Logistikaufgaben zu erledigen. Das Ziel ist es, die "Kinderkrankheiten" der Hardware auf der Erde zu heilen, bevor sie als unbemannte Vorhut zum Mars geschickt werden.
  • Die Mars-Rolle: Die Roboter sollen dort nicht nur Energieanlagen aufbauen, sondern vor allem die Regolith-Haufen (Marsstaub) bewegen, um Habitate vor der kosmischen Strahlung zu schützen, bevor die erste Crew landet.

2. Starship HLS und die "Mond-Pflicht"​

Bevor Musk zum Mars darf, muss er liefern. Die NASA hat ihn mit dem Artemis-Programm fest an den Mond gebunden:
  • Starship als Mondlander: Bevor ein Starship Richtung Mars startet, muss es erfolgreich (und unbemannt) auf dem Mond landen. Das ist der ultimative Realitätscheck für seine Technik.
  • Betankung im Orbit: Die größte technische Hürde, die derzeit aktiv getestet wird, ist der Transfer von Treibstoff zwischen zwei Starships im Erdorbit. Ohne das gibt es keinen Marsflug.

3. Die "schmutzige Seite" und Regulierung​

Die von Antaris erwähnte Skrupellosigkeit hat mittlerweile juristische Folgen, die den Zeitplan bremsen:
  • Untersuchungen: Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) und die Sicherheitsbehörden für autonomes Fahren greifen mittlerweile deutlich härter durch. Die Zeiten, in denen Musk "einfach mal machen" konnte, sind vorbei. Das verzögert die Starts massiv, was Maiwalds Skepsis bezüglich der Zeitpläne nur bestätigt.
 

antaris

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Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) und die Sicherheitsbehörden für autonomes Fahren greifen mittlerweile deutlich härter durch. Die Zeiten, in denen Musk "einfach mal machen" konnte, sind vorbei. Das verzögert die Starts massiv, was Maiwalds Skepsis bezüglich der Zeitpläne nur bestätigt.
Es wird sich zeigen, ob die Roboter am Ende "nur Marsstaub" umhäufen und Energieanlagen aufbauen, uns allmählich die Arbeit wegnehmen oder doch mindestens 4 m groß und bis an die "Zahnräder" bewaffnet in den Krieg geschickt werden. Ehrlich gesagt halte ich ersteres als unwahrscheinlichsten, wenn ich an den "Roboterempfang mit Samurai Schwert-Aufführung" von Merz in China denke.

Das Militär der konkurrierenden Weltmächte wird wohl am meisten Budget haben und sich die Technologie als erster "zu nutze" machen.
 

ralfkannenberg

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Zu deinem Punkt mit den Sternen: Interstellare Reisen sind ein faszinierendes Gedankenexperiment. Aber physikalisch gesehen ist der Sprung vom Mars zu Proxima Centauri etwa so, als würde man behaupten, man lerne das Überqueren des Pazifiks, indem man in einer Pfütze im Garten steht. Die Distanzen und Strahlungsbelastungen sind von einer völlig anderen Größenordnung.
Hallo Astrofreund,

es ist leider eine unbestrittene Tatsache, dass unsere Erde in wenigen hundert Millionen Jahren nicht mehr bewohnbar sein wird. Wenn man die Bewohner wenigstens auf den Mars evakuiert wird man noch einmal wenige hundert Millionen Jahre gewinnen, danach aber wird es dann im Sonnensystem sehr ungemütlich.

Ich sage nicht, dass es keine Alternativen zum Flug zu einem anderen Stern gibt, aber ob es erstrebenswert ist, in einem Habitat um einen Weissen Zwerg, der einmal unsere Sonne war, zu leben, sei zumindest dahingestellt.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

antaris

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es ist leider eine unbestrittene Tatsache, dass unsere Erde in wenigen hundert Millionen Jahren nicht mehr bewohnbar sein wird. Wenn man die Bewohner wenigstens auf den Mars evakuiert wird man noch einmal wenige hundert Millionen Jahre gewinnen, danach aber wird es dann im Sonnensystem sehr ungemütlich.

Ich sage nicht, dass es keine Alternativen zum Flug zu einem anderen Stern gibt, aber ob es erstrebenswert ist, in einem Habitat um einen Weissen Zwerg, der einmal unsere Sonne war, zu leben, sei zumindest dahingestellt.
Hallo Ralf,

im Vergleich zu hunderten Millionen Jahren laufen wir doch erst ein paar Sekunden auf der Erde herum. Das ist doch alles noch "sehr weit weg". Wenn die Menschheit es nicht in den nächsten Jahrzehnten schafft, vor allem miteinander, "klarzukommen", dann erübrigt sich eh alles andere. Wir stehen aktuell technologisch ungefähr an der gleichen Schwelle wie vor dem 1. Weltkrieg. Neue Technologien ermöglichen neue Waffen und wohin das geführt hat, können wir 2 x in den Geschichtsbüchern nachlesen. Ich bin da eher sehr pessimistisch und werde lieber positiv überrascht.
 

albertus

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Interessante Gedankenspiele! Aber bevor wir uns um die Sonne in 100 Millionen Jahren sorgen, bleibe ich lieber bei der Mathematik von heute. Die Transformationen von SU(2) nach SO(3) sind für mich aktuell wesentlich greifbarer als eine Evakuierung zum Mars. Ich konzentriere mich lieber auf das, was wir heute technisch und wissenschaftlich verstehen können und freue mich auf die neue Auflage vom Maiwald, die ich heute nachmittag erhalten werde. Da gibt es ein neues Kapitel zur Lageregleung.
 

ralfkannenberg

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im Vergleich zu hunderten Millionen Jahren laufen wir doch erst ein paar Sekunden auf der Erde herum. Das ist doch alles noch "sehr weit weg".
Hallo Antaris,

ich habe früher auch so gedacht. Nur: das "sehr weit weg" ist in etwa die Grössenordnung, ab wann die Dinosaurier auf unserem Planeten aufgetreten sind. Und "so lange her" war das nun auch wieder nicht.

Ich denke, es geht nicht darum, in diesem Jahrhundert Lösungen zu erarbeiten, aber es geht durchaus darum, uns bewusst zu werden, dass das alles gar nicht mehr in so ferner Zukunft ist. Rein statistisch dürfte die richtige Reaktion auf einen verheerenden Asteroiden-Einschlag wichtiger als die Erwärmung der Sonne sein, d.h. es gibt vorher noch andere "Hausaufgaben" zu erledigen.


Und wenn wir Menschen es schaffen, uns in den nächsten 10-20 Jahren gegenseitig umzubringen - Völkerrecht und solche Einrichtungen für Schwächlinge interessieren seit 10 Jahren ja ohnehin niemanden mehr, radikale politische Positionen sind längst wieder salonfähig geworden - ja ja, ich weiss, ist heute natürlich alles "ganz anders" als damals, aber rückblickend auf die vergangenen 10 Jahre ist der Trend leider eindeutig, es ist auch längst chic geworden, den Klimawandel zu leugnen usw. usw. - dann jedenfalls sind solche Fragen ohnehin hinfällig geworden und kann von einer Spezies, die den Homo Sapiens auf der Erde irgendwann ablösen wird, dann gelöst werden. - Oder auch nicht, aber das ist dann nicht mehr unser Problem.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

antaris

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Hallo Ralf,

"Mars-Evakuierung“ ist unter heutigen Bedingungen ein Luxusproblem, während Krieg, Militarisierung, Klimastabilität, Energieinfrastruktur, soziale Destabilisierung und technologische Kontrollverluste reale Gegenwartsprobleme sind. Das ist kein Anti-Raumfahrt-Argument. Es ist ein Prioritätenargument.

Die harte Zahl dazu ist ziemlich eindeutig: SIPRI meldet für 2025 weltweite Militärausgaben von 2,887 Billionen US-Dollar, den höchsten jemals von SIPRI erfassten Stand und das elfte Wachstumsjahr in Folge; die globale Militärlast lag bei 2,5 % des Welt-BIP. Das ist die Größenordnung, gegen die solche Zukunftsvisionen moralisch und ökonomisch antreten müssen. Zum Vergleich: Die ESA nennt für 2025 ein Budget von 7,68 Milliarden Euro. Raumfahrt ist also nicht der Hauptgeldfresser; aber bemannte Prestigeprojekte werden problematisch, wenn sie als Fluchtmythos verkauft werden, während die Zivilisation ihre unmittelbar lösbaren Probleme nicht löst.

Eine Spezies, die ihre Ressourcen nicht einmal im 21. Jahrhundert rational genug organisiert, um Krieg, Klimarisiken und technologische Eskalation zu begrenzen, ist keine plausible Trägerin eines hunderte-Millionen-Jahre-Rettungsprogramms. Erst muss die Menschheit beweisen, dass sie zivilisatorisch stabil genug ist, langfristige Projekte überhaupt verantwortungsvoll zu betreiben.
 

pauli

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Inzwischen habe ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten grob mit der Raketengleichung auseinandergesetzt, und muss sagen das erscheint mir ehrfurchtgebietend, im Extremfall besteht die gesamte Masse einer Riesenmonsterrakete zu 98% aus Treibstoff weil man beim Start noch mehr Treibstoff haben muss, Treibstoff um Treibstoff zu beschleunigen, quasi exponentiell (?). Könnte man längst der Strecke Treibstoffdepots "parken" die zum Tanken im Vorbeiflug verwendet werden würde man das umgehen, dafür hätte man 1000 andere Probleme zu lösen.

Ich sehe schwarz für bemannten Marsflug, auch wegen massiver Strahlung und fehlender Gravitation. Und Pechschwarz für interstellare Flüge :(
 
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