Artemis II: NASA-Mondmission mit europäischer Beteiligung vor dem Start

Jakito

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Könnte man längst der Strecke Treibstoffdepots "parken" die zum Tanken im Vorbeiflug verwendet werden würde man das umgehen, dafür hätte man 1000 andere Probleme zu lösen.
Ein einzelnes großes Treibstoffdepot könnte man schon nahe am geostationären (Erd-)Orbit parken. Im Vergleich zu der massiven Strahlung oder der Herstellung von Treibstoff auf dem Mars aus lokalen Ressourcen sind diese „1000 anderen Probleme“ harmlos und gut lösbar.
Das Parken eines Treibstoffdepots in einem Orbit am Mars ist hingegen wohl eher keine gute Idee. Da schlagen diese „1000 anderen Probleme“ dann doch zu. Und es wäre halt auch extrem teuer, also eine unbeschreibliche Ressourcenverschwendung.
 

albertus

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Hallo Pauli, vielen Dank für die Likes! Dein Gespür für die Raketengleichung trügt dich nicht – sie ist in der Tat das 'unbarmherzigste' Gesetz der Raumfahrt. Du hast völlig recht: Da man den Treibstoff für später erst einmal selbst mit hochheben und beschleunigen muss, kämpft man gegen eine exponentielle Kurve. In der Raumfahrt nennen wir das oft die 'Tyrannei der Raketengleichung'.

Hier ein paar Gedanken eines alten Ingenieurs dazu:

1. Das Problem mit der Masse: Bei einer Saturn V oder der heutigen Starship-Konstruktion ist es tatsächlich so: Fast die gesamte Masse beim Start ist nur dafür da, eine winzige Kapsel an der Spitze auf die nötige Geschwindigkeit zu bringen. Das Verhältnis von Nutzlast zu Startgewicht ist deprimierend klein. Deine Idee mit den 'Treibstoffdepots' ist gar nicht so abwegig – man nennt das heute 'Orbital Refilling'. Man versucht, im Erdorbit aufzutanken, um den schweren Treibstoff für den Weiterflug nicht von der Erde aus durch die ganze Atmosphäre schleppen zu müssen.

2. Marsflug und Strahlung: Deine Skepsis zum Marsflug teile ich teilweise. Die Strahlung (Gammastrahlung und hochenergetische Teilchen von der Sonne) ist im interplanetaren Raum ein massives Problem für biologisches Gewebe. Ohne das schützende Magnetfeld der Erde bräuchte man meterdicke Abschirmungen – die aber wiederum so schwer sind, dass man sie kaum beschleunigen kann. Da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz (Raketengleichung!).

3. Interstellare Flüge: Hier hast du meine volle Zustimmung: Pechschwarz. Mit chemischen Antrieben (Verbrennung) ist das unmöglich. Selbst mit Kernfusionsantrieben, die heute noch Science-Fiction sind, bräuchte man Generationen für die Reise zum nächsten Stern. Die Distanzen sind für unsere aktuelle Lebensspanne einfach jenseits von Gut und Böse.

4. Warum wir es trotzdem versuchen: Als Mitglied im Verein in Morgenröthe-Rautenkranz (dem Geburtsort von Sigmund Jähn) sehe ich das Ganze mit einer Mischung aus Realismus und Pioniergeist. Die Physik setzt uns harte Grenzen, aber die Ingenieurskunst besteht darin, innerhalb dieser Grenzen das Unmögliche zu versuchen. Ob bemannt oder unbemannt – der Drang nach draußen bleibt.

In diesem Sinne: Die Raketengleichung lässt sich nicht besiegen, aber wir lernen jeden Tag besser, mit ihr umzugehen.
 

albertus

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Hallo Jakito, da hast du einen ganz entscheidenden Punkt getroffen: Die Logistik. Ein Depot im Erdorbit macht Sinn, weil man die 'erste Hürde' (die Erdatmosphäre und das tiefe Schwerefeld) mit Tankstopps effizienter überwinden könnte.

Aber wie du sagst: Ein Depot im Mars-Orbit wäre energetischer Wahnsinn. Das ist wie ein Lkw, der Diesel von Dresden nach Madrid liefert, um dort eine Tankstelle zu eröffnen – nur dass der Lkw auf dem Weg dorthin 95 % seiner Ladung selbst verbraucht.

Der eigentliche 'Gamechanger' für die Raumfahrt ist ohnehin die Nutzung lokaler Ressourcen (ISRU). Anstatt alles von der Erde mitzuschleppen, müssten wir lernen, den Treibstoff vor Ort zu gewinnen:
  • Auf dem Mond: Aus dem Wassereis in den Polkratern ließe sich Wasserstoff und Sauerstoff gewinnen.
  • Auf dem Mars: Die Sabatier-Reaktion könnte aus der Mars-Atmosphäre (CO2) und mitgebrachtem (oder gefundenem) Wasser Methan und Sauerstoff für den Rückflug erzeugen.
  • Asteroiden: Diese könnten als 'Tankstellen im All' dienen, wenn man dort Wasser oder Metalle direkt abbaut.
Aber hier kommen wir wieder zu den '1000 Problemen': Die dafür nötigen Fabriken müssen völlig autonom, wartungsarm und unter extremen Bedingungen funktionieren. Für mich als Elektroniker stellt sich da auch die Frage der Zuverlässigkeit der Sensorik und Steuerung über Jahre hinweg ohne menschliches Eingreifen. Zudem bleibt das Problem der Langzeitlagerung: Wie hält man kryogenen Treibstoff über Monate flüssig (Kühlung!), ohne dass er im All verdampft?

Die Physik gibt uns den Weg vor, aber die technische Umsetzung ist eine Herkulesaufgabe.
 

pauli

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Hallo Ralf,

"Mars-Evakuierung“ ist unter heutigen Bedingungen ein Luxusproblem, während Krieg, Militarisierung, Klimastabilität, Energieinfrastruktur, soziale Destabilisierung und technologische Kontrollverluste reale Gegenwartsprobleme sind. Das ist kein Anti-Raumfahrt-Argument. Es ist ein Prioritätenargument.
Abgesehen davon dass ich eine echte Mars-Evakuierung auf sehr lange Zeit hinaus für unrealisierbar halte, denke ich unter diesen Umständen bestünde sogar die Gefahr, dass man die Kriege auf den Mars langfristig mitnehmen würde denn wir wären immer noch die Selben.
 

pauli

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Habe neulich die ganze Nacht mit KI rumdiskutiert um interstellare Reisen, hatte immer die Hoffnung dass vlt. eines Tages oder in hunderten Jahren eine weit fortgeschrittene Zivilisation zumindest uns besucht, biss ich begriffen habe, dass das kein Problem des Fortschritts ist sondern der Physik, der Struktur der Milchstraße/Universums -> u.a. diese elende Raketengleichung, die auch für den stärksten Treibstoff den wir wohl irgendwann verfügbar hätten, die Fusion, gilt. Aber auch das hilft uns nicht bei der max. Geschwindigkeit, die Ausströmungsenergie oder wie das heißt ist zu gering. Ein bemanntes Raumschiff würde tausende Tonnen wiegen, selbst wenn man es schafft auf 0,1c zu beschleunigen falls Jesus und alle verfügbaren Engel helfen und später wieder abbremsen würde der Flug mehrere Jahrzehnte dauern, man müsste also Kinder oder Föten mitnehmen. Kälteschlaf beherrschen wir auch nicht. Generationenschiffe noch viel weniger. Und man muss sowieso tonnenweise Ersatzteile und Werkzeug mitnehmen weil permanent irgendwas kaputt geht, egal wie stabil es gebaut ist. Für die ISS-Ersatzteile Und Reparaturen werden 50 - 100 Millionen USD pro Jahr veranschlagt.

Selbst wenn wir eines Tages irgendwo Dysonsphären entdecken sollten bedeutet das nicht, dass die interstellare Reisen machen, warum sollten sie einen Großteil der gewonnen Energie in ein ungewisses, sauteures und im offenbar unrealistisches Projekt wie interstellare Raumfahrt einsetzen.

Unter dem Aspekt ist wohl auch das Fermi-Paradoxon zumindest unvollständig oder gar hinfällig, denn es spricht viel für die Antwort "niemand hat uns besucht weil es keiner kann, und wir werden auch nie jemanden besuchen können".
 

pauli

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Und die Abschirmung von Strahlung und von kleinen Körnchen die bei 0,1c die Hülle bombardieren sind noch gar nicht einkalkuliert, künstliche Gravitation auch nicht.
 

antaris

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Abgesehen davon dass ich eine echte Mars-Evakuierung auf sehr lange Zeit hinaus für unrealisierbar halte, denke ich unter diesen Umständen bestünde sogar die Gefahr, dass man die Kriege auf den Mars langfristig mitnehmen würde denn wir wären immer noch die Selben.
Ja nicht nur das. Eine Evakuierung für Milliarden Menschen ist vollkommen unrealistisch. Wenn dann sind es wohl nur die obersten 1% und deren "Gefolgsleute", die es sich leisten könnten.
Wir haben hier auf der Erde genug Probleme zu bewältigen, da müssen wir nicht noch andere Planeten vollmüllen.

Es reicht vorerst bei weitem die Hände Richtung Mond auszustrecken.
 

antaris

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Unter dem Aspekt ist wohl auch das Fermi-Paradoxon zumindest unvollständig oder gar hinfällig, denn es spricht viel für die Antwort "niemand hat uns besucht weil es keiner kann, und wir werden auch nie jemanden besuchen können".
Ich glaube die Geheimnisse des Universums sind groß genug, um weiter träumen zu dürfen. Das sind alles Fernziele aber man sollte sie nicht ganz aufgeben, denn irgendwelche Visionen braucht man doch als Antrieb. Wir könnten heute dafür sorgen, dass in 100 Jahren immer noch Menschen die Erde "gefahrlos" bewohnen könnten. Damit sollten wir anfangen, die Menschen in 100 Jahren würden es uns wohl sehr danken. Wäre das nicht das einzige, wirklich sinnvolle Nahziel?
 

albertus

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Ich glaube die Geheimnisse des Universums sind groß genug, um weiter träumen zu dürfen. Das sind alles Fernziele aber man sollte sie nicht ganz aufgeben, denn irgendwelche Visionen braucht man doch als Antrieb. Wir könnten heute dafür sorgen, dass in 100 Jahren immer noch Menschen die Erde "gefahrlos" bewohnen könnten. Damit sollten wir anfangen, die Menschen in 100 Jahren würden es uns wohl sehr danken. Wäre das nicht das einzige, wirklich sinnvolle Nahziel?
Was heute nicht ist, kann morgen oder in tausend Jahren ganz anders aussehen. In meiner Kinderzeit gabe es keine Handys, keine Homecomputer, keine Farbfernseher, .... meine Eltern haben die Erfindung des Radios erlebt. Irgendwann und irgendwo ...

Doch vielleicht sollten wir diese Themen von der anderen Seite her aufrollen? Warum zum Mond, zum Mars, zu den Planeten und zu den Sternen fliegen? Das uns noch niemand besucht hat - gut, gibt viele Menschen mit anderer Meinung - liegt evtl. auch daran, dass die gar keinen Grund gesehen haben, hier her zu kommen. Wenn sie mitbekommen, wie wir so drauf sind und uns nach 2 Millionen Jahren immmer noch auf Steinzeitniveau die Köpfe einschlagen, dann vergeht denen vielleicht auch die Lust, uns zu besuchen.

Also kehren wir erst mal vor der eigenen Tür auf dem besten Raumschiff was wir heute haben und dann auf dem Mond. Mehr wird nicht (vorerest) und macht auch keinen Sinn. Politische Wettläufe können das anders anders aussehen lassen, aber das wäre wieder massive Geldverschwendung.
 

antaris

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Das uns noch niemand besucht hat ... liegt evtl. auch daran, dass die gar keinen Grund gesehen haben, hier her zu kommen.
Na ja es könnte eine sehr hoch entwickelte und "in Not" geratene Zivilisation schon irgendwie und irgendwann "hierherfinden". Ich hoffe die Planen ein, dass die blaue Erde bei ihrer Ankunft dann vielleicht auch nur noch braun ist. Wenn nicht, ob sie uns dann einfach, mit uns unbekannte und tödliche Krankheitserreger, "aus versehen" hinraffen?
Wenn sie mitbekommen, wie wir so drauf sind und uns nach 2 Millionen Jahren immmer noch auf Steinzeitniveau die Köpfe einschlagen, dann vergeht denen vielleicht auch die Lust, uns zu besuchen.
Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Zivilisation diesen Aufwand betreiben würde, um dann einfach mal "Hallo!" zu sagen und danach weiterzuziehen? Was würden die Menschen machen, wenn sie zu einer fernen Erde reisen, weil sie ihre eigene kaputt gemacht haben? Etwa im Einklang mit der dortigen Flora und Fauna leben?
 

albertus

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Naja, was wenn ... Könnte oder auch nicht ... Denkbar ist alles und nix. Wahrscheinlich kommt keiner einfach so vorbei. Die werden vorher gesucht haben, die werden ein dringendes Problem haben oder auch nicht ... Wann wird das sein? Morgen? Bestimmt nicht. Also kann man das Thema ruhen lassen und die wirklich wichtigen Dinge angehen. Wir brauchen keine Marsreisen (heute). Wenn evakuiert wird, dann richtig, bestensfalls 1 %. Vorher müssen wir überhaupt erst mal hin UND wieder zurück kommen. Da sind noch mehr als 1000 Probleme zu lösen. Solange bleiben wir auf unserem jetzigen Raumschiff und werden uns in den nächsten hundert Jahren Richtung Mond ausweiten. Aber nicht um eines Tages dort zu wohnen, sondern unsere Produktionsstätten auszuweiten. Alles andere ist hier auf dem harten Boden der Realität zu klären und zu ändern. So weiter wie bisher wird da keinen Erfolg bringen.
 

pauli

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Ich glaube die Geheimnisse des Universums sind groß genug, um weiter träumen zu dürfen. Das sind alles Fernziele aber man sollte sie nicht ganz aufgeben, denn irgendwelche Visionen braucht man doch als Antrieb. Wir könnten heute dafür sorgen, dass in 100 Jahren immer noch Menschen die Erde "gefahrlos" bewohnen könnten. Damit sollten wir anfangen, die Menschen in 100 Jahren würden es uns wohl sehr danken. Wäre das nicht das einzige, wirklich sinnvolle Nahziel?
Gebe dir durchaus recht, für mich waren die letzten Wochen sehr erkenntnisreich aber auch niederschmetternd, musste meiner Enttäuschung freien Lauf lassen 😀 bleibt ja immer noch die Hoffnung auf Wurmlöcher oder sowas
 

albertus

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Derzeit sieht es mit Wurmlöchern auch sehr schlecht aus. Noch schlechter sieht es damit aus, da unbeschadet durchzukommen. In der
Regel wird man da spagettisiert und am Ende kommste vielleicht in atomarer Form wieder raus - also im besten Falle. Es bleibt dabei, unser Spielfeld bleibt noch sehr viele Jahre diese Erde. Wenn wir sie in der Zeit platt machen, egal ob umwelttechnisch, atomar oder sonstwie, dann sind wir Geschichte und der Rest verbringt die nächste eine Milliarde Jahre ohne uns. Wenn dann mal einer vorbeischaut, bekommen wir es nicth mehr mit und evtl. siedeln andere dann hier.
 

ralfkannenberg

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Wir brauchen keine Marsreisen (heute). Wenn evakuiert wird, dann richtig, bestensfalls 1 %.
Hallo zusammen,

ich sehe, dass ich - unbeabsichtigt - den Fokus zu einseitig auf die Evakuierung und auf die Vorbereitung von Reisen zu benachbarten Sternen gesetzt habe. Der Mars hat - als einziger Himmelskörper unseres Sonnensystems - noch sehr viel mehr zu bieten. Okay, es gibt da auch noch einige interessante Monde wie die Jupitermonde Io und Europa sowie die Saturnmonde Enceladus und Titan, welche heutiger Forschung ebenfalls zugänglich sind, wobei man an dieser Stelle diskutieren könnte, was "zugänglich" konkret bedeutet.

Bleiben wir beim Mars, der ja auch entfernungsmässig deutlich einfacher erreichbar ist: mit den heutigen unbemannten Missionen lässt sich leider in keinster Weise feststellen, ob es auf dem roten Planeten früher Leben gab oder nicht. Natürlich kann man darauf hoffen, dass solche Forschung in Bälde von geeigneten Robotern anstatt von Menschen getätigt werden kann. Nur: dieses "in Bälde" höre ich seit meiner Kindheit und eigentlich ist diesbezüglich bis heute noch gar nichts geschehen, auch wenn ich den modernen Mars-Rovern keineswegs ihre Bedeutung absprechen möchte, ganz im Gegenteil !!

Was, würden wir auf dem Mars Lebensformen finden ? Stichwort "genetischer Code", aber auch zahlreiche andere Fragestellungen: hier würde sich ein geradezu einzigartiges neues Forschungsgebiet auftun, welches das Leben als solches betrifft, zumindest das Leben in der habitablen Zone unseres Sonnensystems.

Man sollte auch nicht vergessen: ein Grossteil der Informationen, die wir über den Mond haben, entstammt dem Mondgestein. Und dieses wurde nur zu einem sehr unbedeutenden Teil von Robotern zur Erde gebracht, mehrheitlich werden hierfür nach wie vor die Mondproben der bemannten Apollo-Missionen verwendet !

Ja, die Raketengleichung gilt natürlich auch für die Marsflüge, doch ist das mit verfügbarem Geld lösbar, und wenn ich mich recht entsinne sind diese zweifelsohne gewaltigen Kosten dennoch nur ein ganz kleiner Bruchteil dessen, was man derzeit für militärische Zwecke (auf der Erde !) auszugeben gedenkt.

Im Übrigen sehe ich massives Optimierungspotential darin, dass man keinen konkurrenzierenden Wettlauf zum Mars unternimmt, sondern die Reise dorthin gemeinsam unternimmt.


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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Jakito

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Ja, die Raketengleichung gilt natürlich auch für die Marsflüge, doch ist das mit verfügbarem Geld lösbar,
Mit verfügbarem Geld möglich wäre etwas in der Art von
Das ist ein Rückflugdesign in der Art von
https://www.astronews.com/community...etendynamik-himmelsmechanik.12600/post-154551
inklusive "Abfall", der im Orbit zurückgelassen wird.

und wenn ich mich recht entsinne sind diese zweifelsohne gewaltigen Kosten dennoch nur ein ganz kleiner Bruchteil dessen, was man derzeit für militärische Zwecke (auf der Erde !) auszugeben gedenkt.
Wofür sollen diese "gewaltigen Kosten" draufgehen? Um genug Treibstoff für einen bemannten Rückflug zum Mars mitzunehmen? Oder um Maschinen zur Gewinnung von (Raketen-)Treibstoff auf den Mars zu bringen, und über Jahre zu betreiben?
 

albertus

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Es ist interessant, dass hier über bemannte Marssiedlungen spekuliert wird, während wir gerade live miterleben, wie die NASA an der bloßen Rückführung von ein paar Steinproben (MSR) scheitert.

Seit Januar 2026 ist das ursprüngliche Rückführungsprogramm wegen unkalkulierbarer Kosten (über 11 Mrd. $) und technischer Komplexität de facto gestoppt. Wenn wir es technologisch und finanziell nicht einmal stemmen können, unbemannte Probenröhrchen vom Marsboden in einen stabilen Orbit und zurück zur Erde zu befördern, wie soll dann eine lebensnotwendige Logistikkette für Menschen funktionieren?

Der Mars verzeiht keine Fehler, und er verzeiht vor allem keine mangelnde Finanzierung. Bevor wir über das Wohnen auf dem Mars reden, sollten wir erst einmal das Problem lösen, wie wir überhaupt ein einziges Gramm Materie kontrolliert von dort zurückbekommen, ohne das Budget eines ganzen Jahrzehnts zu sprengen.
 

ralfkannenberg

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3. Interstellare Flüge: Hier hast du meine volle Zustimmung: Pechschwarz. Mit chemischen Antrieben (Verbrennung) ist das unmöglich. Selbst mit Kernfusionsantrieben, die heute noch Science-Fiction sind, bräuchte man Generationen für die Reise zum nächsten Stern. Die Distanzen sind für unsere aktuelle Lebensspanne einfach jenseits von Gut und Böse.
würde der Flug mehrere Jahrzehnte dauern, man müsste also Kinder oder Föten mitnehmen. Kälteschlaf beherrschen wir auch nicht. Generationenschiffe noch viel weniger. Und man muss sowieso tonnenweise Ersatzteile und Werkzeug mitnehmen weil permanent irgendwas kaputt geht, egal wie stabil es gebaut ist.
Hallo zusammen,

ein solcher Flug benötigt nicht "Generationen", sondern sehr viele Generationen.

Es genügt also nicht, Kinder und/oder Föten mitzunehmen, dafür sind die Distanzen viel zu gross. Und über Technologien wie Kälteschlaf oder Föten über Tausende von Jahren einzufrieren und dann wieder aufzutauen und von wem auch immer grosszuziehen verfügen wir auch nicht.

Die einzige Technologie, die meines Erachtens klappen kann, ist ein Leben während vieler tausend Jahre im All, d.h. auch die Kinder im All zeugen und von ihren - ab der 2.Generation ebenfalls im All geborenen Eltern - grosszuziehen. Es würde also eine Art Kolonie entstehen. - Wenn das klappt hat man eigentlich beliebig viel Zeit zur Verfügung. Vermutlich müsste man mehrere Schiffe im Verbund mitfliegen lassen, damit ein grosser Schadensfall nicht zum Totalverlust der Kolonie führt, sondern im Idealfall das havarierte Schiff "abgeschleppt und repariert" werden kann und dessen Insassen (vorübergehend) auf die anderen Schiffe verteilt werden können. Dazu gehören dann natürlich auch "Shuttles" zwischen diesen Schiffen usw.

Ersatzteile sind ein grosses Problem; vielleicht könnte man ein oder mehrere "Transportschiffe" mit Rohstoffen mitführen, und die entsprechende Technologie, aus diesen Rohstoffen dann auch die benötigten Ersatzteile herzustellen.

Gleiches gilt natürlich auch für Atmung, Wasser und Lebensmittel - man wird also mit Vorteil nicht nur Menschen, sondern auch andere Lebewesen mitnehmen müssen - geeignete Tiere, geeignete Insekten, geeignete Pflanzen und vermutlich auch geeignete Bakterien und Viren. Man muss also ein geeignetes "biologisches Gleichgewicht" mitnehmen.

Wobei ich hier nur wenige Themen ganz am Rand erwähne, das wird von Spezialisten natürlich noch viel ausführlicher überlegt werden müssen.

Und dann gibt es natürlich auch noch ein ethisches Problem: dürfen wir Kinder zeugen, die dazu "verdammt" sind, ihr Leben auf einem Raumschiff zu verbringen und dort Kinder zu zeugen, die ebenfalls dazu "verdammt" sind, ihr Leben auf einem Raumschiff zu verbringen, u.s.w. ?

Wir diskutieren heutzutage darüber, unseren Nachfahren eine Erde zu hinterlassen, die nach wie vor lebenswert ist, also ohne Klimawandel, ohne ausgebeutete Rohstoffe, ohne abgeholzte Wälder etc. Doch diese Nachfahren werden ihr Leben nicht einmal auf einer wie auch immer verunstalteten Erde verbringen, sondern auf einem oder mehreren Raumschiffen !

Und noch ein Problem: nur weil diese Menschen dann auf einem Raumschiff statt der Erde leben werden sie nicht notwendigerweise friedliebender, d.h. es könnte (und wird !!) zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen. Wie kriegt man diese in den Griff ?


Freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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Und noch ein Problem: nur weil diese Menschen dann auf einem Raumschiff statt der Erde leben werden sie nicht notwendigerweise friedliebender, d.h. es könnte (und wird !!) zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen. Wie kriegt man diese in den Griff ?
Hallo zusammen,

und auch das bringt uns ein Argument zugunsten einen Raumfluges zum Mars, denn wer sagt uns, dass die Menschheit nicht in Kürze den 3.Weltkrieg auslösen wird und dann bis auf Weiteres keine solchen "grossen" Missionen mehr möglich sein werden, d.h. man sollte das tun solange das noch möglich ist.

Wenn ich den Wandel der Menschheit, der Moral und der Politik der vergangenen 15 Jahre anschaue und welche Tabus in dieser Zeit alles gebrochen wurden und welche roten Linien in dieser Zeit alle überschritten wurden, dann kann ich nur hoffen, dass der 3.Weltkrieg wenigstens nicht mehr zu meinen Lebzeiten ausbrechen wird. Ein bemannter Marsflug indes wäre mit der heutigen Technologie noch zu meinen Lebzeiten problemlos möglich. Eine Wasserprobe des Ozeans unter dem Jupitermond Europa (oder gar des Saturnmondes Enceladus) zur Erde zu bringen und dort zu analysieren indes nicht mehr, ebensowenig ein naher Vorbeiflug am ehemals 10.Planeten Eris oder des Sednoiden Sedna mit ihrem extrem hohen Perihel.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Monod

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man sollte das tun solange das noch möglich ist.
Warum sollte man das? Und was hat das eigentlich noch mit dem Thema dieses Threads zu tun? Wäre es nicht angemessen, zum eigentlichen Threadthema zurückzukehren? Ich denke, man sollte das tun, solange das noch möglich ist. Alles andere wäre fortgesetztes Derailing.
 

albertus

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Ein bemannter Marsflug indes wäre mit der heutigen Technologie noch zu meinen Lebzeiten problemlos möglich.

Wirklich, Ralf? Du kennst die Liste der über 1000 Probleme? Du kennst die Lösungen für diese 1000 Probleme? Hast du Kontakte zu Außerirdischen, die uns die fehlende Technik leihen? :unsure:

Also ich wünsche Dir gern ein langes Leben, vor allem die Gesundheit dazu – wie auch allen anderen Menschen. Aber ich stelle für mich fest, dass mein Optimismus Grenzen hat. Für mich ist das auch kein Problem. Es gibt immer noch sehr viele Dinge, mit denen ich mich mal gern beschäftigen möchte – und glaub mir, die Liste ist lang genug. Ein bemannter Marsflug gehört jedenfalls nicht mehr auf diese Liste.

Ich konzentriere mich hier lieber auf das, was wir im Moment konkret berechnen und programmieren können und wodurch mein Wisen etwas umfangreicher wird. Das hilft mir und evtl. auch dem Einen oder Anderen.
 
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