Artemis II: NASA-Mondmission mit europäischer Beteiligung vor dem Start

astronews.com Redaktion

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In der kommenden Nacht könnte es endlich so weit sein: Nach fast 55 Jahren starten wieder Menschen Richtung Mond und könnten sich während ihrer Mission weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor. Die europäische Raumfahrt hat wichtige Komponenten für Artemis II geliefert. Auch ein deutscher Kleinsatellit ist an Bord. Das DLR will seine Strahlungsmessungen fortsetzen. (1. April 2026)

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SFF-TWRiker

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Die Betankung läuft nominal.

Ab 21:00 MESZ macht der Youtuber Moritz "Mo" Vieth, SENKRECHTSTARTER, einen Live Stream, bei dem er sachkundig den NASA Live Stream kommentiert. Es gibt auch einen Live Chat.
 

ralfkannenberg

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Irgendwie habe ich das gar nicht mitbekommen ... - die fliegen ja zum Mond und erstmals ist da auch eine Frau dabei !

Warum eigentlich nur eine: könnte (alter weisser) man( n) sich eine Mission mit 3 Frauen und einem Mann nicht vorstellen ?


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Nur Geduld, das wird schon noch. Immerhin ist die Frau diesmal der Klempner. Hat sie gesagt, nachdem sie die nach dem Start streikende Toilette kurzfristig wieder in Betrieb gesetzt hat.
 

albertus

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Ergänzung zu den technischen Details der Rückkehr:
Um die Dimensionen der Artemis-II-Rückkehr zu verdeutlichen, hier noch einige konkrete Eckdaten, die zeigen, warum diese Phase so kritisch ist:
1. Die energetische Herausforderung
Da die Orion vom Mond kommt, ist ihre Bewegungsenergie gewaltig. Die Eintrittsgeschwindigkeit liegt bei ca. 40.000 km/h (etwa Mach 32). Das ist deutlich schneller als bei Rückkehrern aus dem Erdorbit.
2. Hitzeschild und Skip-Reentry
Der Hitzeschild (5 Meter Durchmesser, Material: Avcoat) muss dabei Temperaturen von bis zu 2.800 °C standhalten – das ist etwa die Hälfte der Oberflächentemperatur der Sonne.
Um diese Belastung für Mensch und Material beherrschbar zu machen, nutzt die Orion ein spezielles Manöver:
  • Skip-Reentry: Die Kapsel taucht in die Atmosphäre ein, „springt“ wie ein flacher Stein auf dem Wasser kurzzeitig wieder nach oben in dünnere Luftschichten, um Hitze abzuführen, und tritt dann erst endgültig ein. Dies erlaubt zudem eine viel präzisere Steuerung des Landepunkts im Pazifik.
3. Zeitlicher Ablauf der kritischen Phase:
  • Eintritt: In etwa 120 km Höhe beginnt das Plasma zu leuchten.
  • Blackout: Für ca. 5 bis 7 Minuten herrscht ein kompletter Funkabbruch, da das ionisierte Plasma um die Kapsel keine Funkwellen durchlässt.
  • Belastung: Die Besatzung wird mit ca. 7 bis 9 g in die Sitze gepresst.
  • Landung: In 7.500 m Höhe öffnen sich die Stabilisierungsschirme, gefolgt von den drei Hauptfallschirmen in 3.000 m Höhe. Die Wasserung (Splashdown) erfolgt mit ca. 30 km/h.
ParameterWertBemerkung
Eintrittsgeschwindigkeitca. 40.000 km/hEtwa Mach 32 (ca. 11 km/s).
Max. Temperatur am Hitzeschildca. 2.800 °CDas ist etwa die Hälfte der Oberflächentemperatur der Sonne.
Bremsverzögerung (G-Kraft)ca. 7 bis 9 gIn der Spitze fühlen sich die Astronauten 7-9 mal so schwer wie auf der Erde.
Kommunikations-Blackoutca. 5 bis 7 MinutenDurch das Plasmafeld um die Kapsel bricht jeglicher Funkkontakt ab.

Es ist faszinierend zu sehen, wie die Ingenieure diese gewaltigen Kräfte durch eine Kombination aus Materialwissenschaft und präziser Flugmechanik (Stichwort: Lageregelung durch Quaternionen) bändigen.
 

ralfkannenberg

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Hallo zusammen,

ich weiss, nach so einer beeindruckenden und erfolgreichen Mission mag es unangemessen erscheinen, wenn ich 2 kritische Fragen stelle, wobei meine 2.Frage in der Tagespresse konsequent wegzensiert wurde.

Frage 1: Hätten die vier Astronautinnen und Astronauten einen Unfall wie bei Apollo 13 überlebt ? Apollo 8 hätte so etwas nicht überlebt.

Frage 2: Warum liegt die Frauenquote konsequent unter 30% ? Dieses Mal lag sie bei 25%, sowohl bei der Challenger- als auch bei der Columbia-Katastrophe lag sie bei 2/7, also knapp 30%.

Was mir auch auffällt ist, dass sowohl bei Artemis II als auch bei beiden Katastrophen je ein Mann afroamerikanischer Herkunft dabei war. - Auch hier die Frage: warum nur einer, und warum keine Frau ? - Bei der Space Shuttle Mission der Endeaver STS-47 waren auch 2 Frauen dabei, eine davon afroamerikanischer Herkunft; zwar waren bei dieser Mission dann alle Männer nicht afroamerikanischer Herkunft, einer von ihnen war aber Japaner, also auch eine gewisse internationale Quote.


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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albertus

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Hallo Ralf,

ehrlich gesagt macht mich deine Reaktion auf diese Bilderbuch-Landung fassungslos. Wir feiern hier gerade den größten Erfolg der bemannten Raumfahrt seit über 50 Jahren, und du versuchst, diesen Moment durch eine ideologische Brille und statistische Quoten-Spielereien kleinzureden.

Zu deinen Fragen, die sachlich leider auf sehr wackeligem Fundament stehen:

1. Sicherheit und Überlebensfähigkeit (Apollo 13 Vergleich):
Raumfahrt findet an der Grenze der Physik statt, und jede Ära hat ihre eigenen Risikoprofile. Aber: Die Orion ist – im Gegensatz zu den Apollo-Kapseln – ein System des 21. Jahrhunderts. Mit dem Launch Abort System (LAS), einer vollkommen neuartigen redundanten Avionik und einer Lageregelung, die auf hochpräziser Mathematik (Singularitätsfreiheit durch Quaternionen) basiert, sind Sicherheitsmargen eingebaut, von denen man 1970 nur träumen konnte. Ein „Was-wäre-wenn“-Szenario mit Unglücken von vor 40 Jahren zu konstruieren, um die heutige Technik infrage zu stellen, ist rein spekulativ und führt zu keinerlei Erkenntnisgewinn.

2. Die Quoten-Diskussion:
Es ist zutiefst unsachlich, die Auswahl von hochqualifizierten Astronauten, die ihr Leben für den Fortschritt der Menschheit riskieren, auf reine Prozentrechnungen zu reduzieren. Dass du dabei auch noch eine statistische Verbindung zwischen der Frauenquote und den Challenger- oder Columbia-Katastrophen herstellst, ist fachlich nicht haltbar und – gelinde gesagt – hanebüchen.

Astronauten werden nach jahrzehntelanger Ausbildung, spezifischen Fachprofilen (Pilot, Missionsspezialist, Systemingenieur) und psychologischer Eignung ausgewählt. Hier geht es um die besten Köpfe der Menschheit, nicht um eine Excel-Tabelle für Quoten. Dass du hier eine „Zensur“ in der Presse witterst, deutet eher darauf hin, dass diese kruden Korrelationen zu Recht keinen Platz in einer seriösen Berichterstattung finden.

Vielleicht sollten wir uns wieder auf die beeindruckenden Fakten konzentrieren: Eine Rückkehr mit 40.000 km/h, ein Hitzeschild, der 2.800 °C bändigt, und eine punktgenaue Wasserung im Pazifik. Das ist die Realität der Ingenieurskunst, die wir würdigen sollten, anstatt uns in ideologischen Nebenkriegsschauplätzen zu verlieren.
 

Monod

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Warum liegt die Frauenquote konsequent unter 30% ?
Das macht man absichtlich so, damit so helle Köpfe wie Du, diese Frage öffentlich stellen können und damit die Debatte bezüglich beMANNter (sic!) Raumfahrt auf die Beseitigung struktureller Ungerechtigkeiten lenken. Es ist schlicht so, dass damit ein Zeichen gesetzt wird. Und das liegt doch im Trend und passt damit voll zum Zeitgeist der woken political correctness.
 

Monod

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Was mir auch auffällt ist, dass sowohl bei Artemis II als auch bei beiden Katastrophen je ein Mann afroamerikanischer Herkunft dabei war.
Da wir schon mal dabei sind - mir fällt auf, dass noch nie ein Angehöriger der Aboriginees bei einer Raumfahrtmission dabei gewesen ist. Hier sehe ich einen dringenden Nachholbedarf, um die internationale Ausgewogenheit zu wahren. Immerhin vertreten diese die indigene Bevölkerung eines ganzen Kontinents.

Und was ist mit den Polynesiern? Deren ursprüngliches Siedlungsgebiet reicht von Hawaii bis Neuseeland und von Fidschi bis zur Osterinsel - mithin von der Fläche her weitaus größer als die USA, wenn man die Meeresgebiete mit hinzurechnet.

Ich finde, man sollte Protestaktionen initiieren, um diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit endlich anzuprangern und zu beseitigen ... !!!
 

ralfkannenberg

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Dass du dabei auch noch eine statistische Verbindung zwischen der Frauenquote und den Challenger- oder Columbia-Katastrophen herstellst, ist fachlich nicht haltbar und – gelinde gesagt – hanebüchen.
Hallo Astrofreund,

darum ging es mir gar nicht - ich wusste einfach die Zusammenstellung der Besatzung bei den beiden Katastrophen auswendig. Eine weitere eher zufällig herausgesuchte "Stichprobe" (STS-47) hatte auch diese Zusammensetzung.

Für eine statistische Auswertung müsste man natürlich alle - zumindest neuere - Missionen anschauen, ich wäre aber überrascht, wenn eine Mission dabei war, bei der beispielsweise 5 Frauen und 2 Männer zugegen waren.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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Da wir schon mal dabei sind - mir fällt auf, dass noch nie ein Angehöriger der Aboriginees bei einer Raumfahrtmission dabei gewesen ist. Hier sehe ich einen dringenden Nachholbedarf, um die internationale Ausgewogenheit zu wahren. Immerhin vertreten diese die indigene Bevölkerung eines ganzen Kontinents.

Und was ist mit den Polynesiern? Deren ursprüngliches Siedlungsgebiet reicht von Hawaii bis Neuseeland und von Fidschi bis zur Osterinsel - mithin von der Fläche her weitaus größer als die USA, wenn man die Meeresgebiete mit hinzurechnet.

Ich finde, man sollte Protestaktionen initiieren, um diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit endlich anzuprangern und zu beseitigen ... !!!
Danke für die Offenlegung Deines Gedankengutes ...
 

albertus

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darum ging es mir gar nicht - ich wusste einfach die Zusammenstellung der Besatzung bei den beiden Katastrophen auswendig. Eine weitere eher zufällig herausgesuchte "Stichprobe" (STS-47) hatte auch diese Zusammensetzung.

Für eine statistische Auswertung müsste man natürlich alle - zumindest neuere - Missionen anschauen, ich wäre aber überrascht, wenn eine Mission dabei war, bei der beispielsweise 5 Frauen und 2 Männer zugegen waren.
Interessant, Ralf. Aber drei ausgewählte Missionen (davon zwei Katastrophen) sind keine Stichprobe, sondern selektive Wahrnehmung. Dass die Zusammensetzung früherer Jahre die damaligen Bewerberpools (meist Militärtestpiloten) widerspiegelt, ist eine logische Konsequenz der Historie, keine statistische Anomalie.

Wenn man sich die aktuellen Artemis-Klassen oder die NASA-Jahrgänge ab 2013 ansieht, erkennt man, dass die Qualifikation heute aus einem viel breiteren Pool schöpft. Die Raumfahrt von 2026 orientiert sich an Kompetenz und Missionszielen, nicht an den begrenzten Möglichkeiten der 80er Jahre. Vielleicht sollten wir uns wieder den technischen Hürden zuwenden – die sind deutlich komplexer als das Auswendiglernen von Crewlisten.
 

ralfkannenberg

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ehrlich gesagt macht mich deine Reaktion auf diese Bilderbuch-Landung fassungslos. Wir feiern hier gerade den größten Erfolg der bemannten Raumfahrt seit über 50 Jahren, und du versuchst, diesen Moment durch eine ideologische Brille und statistische Quoten-Spielereien kleinzureden.
Hallo Astrofreund,

da es in keinster Weise mein Ziel ist, die aktuelle Leistung irgendwie "kleinzureden", werde ich mich zu diesen Fragen in diesem Thread nicht mehr äussern. Bei Bedarf kann man ja einen eigenen Thread dazu öffnen - die Antworten, die ich erhalten habe, "genügen" mir. An weiteren Äusserungen alter weisser Männer bin ich ohnehin nicht interessiert, höchstens noch an der Frage, warum es solche Meinungen im Jahre 2026 immer noch gibt. Aber auch das bitte nicht weiter in diesem wissenschaftlichen Artemis II - Thread.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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Aber drei ausgewählte Missionen (davon zwei Katastrophen) sind keine Stichprobe, sondern selektive Wahrnehmung.
Hallo Astrofreund,

auch wenn es immer noch keine signifikante Stichprobe ist, so habe ich mir mal die letzten Space Shuttleflüge angeschaut:

STS-134: 7 Männer, alle weiss
STS-133: 1 Frau, 6 Männer, einer von ihnen afroamerikanischer Herkunft
STS-132: 7 Männer, alle weiss

Aber :) :
STS-131: 4 Männer, 3 Frauen, eine von ihnen afroamerikanischer Herkunft (Frauenquote allerdings immer noch unter 50%, aber weit über 30%)

Noch zwei:
STS-130: 1 Frau, 6 Männer, alle weiss
STS-129: 7 Männer, zwei von ihnen afroamerikanischer Herkunft


Nun aber von meiner Seite an dieser Stelle wirklich genug davon.


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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