Hallo Ralf,
ehrlich gesagt macht mich deine Reaktion auf diese Bilderbuch-Landung fassungslos. Wir feiern hier gerade den größten Erfolg der bemannten Raumfahrt seit über 50 Jahren, und du versuchst, diesen Moment durch eine ideologische Brille und statistische Quoten-Spielereien kleinzureden.
Zu deinen Fragen, die sachlich leider auf sehr wackeligem Fundament stehen:
1. Sicherheit und Überlebensfähigkeit (Apollo 13 Vergleich):
Raumfahrt findet an der Grenze der Physik statt, und jede Ära hat ihre eigenen Risikoprofile. Aber: Die Orion ist – im Gegensatz zu den Apollo-Kapseln – ein System des 21. Jahrhunderts. Mit dem Launch Abort System (LAS), einer vollkommen neuartigen redundanten Avionik und einer Lageregelung, die auf hochpräziser Mathematik (Singularitätsfreiheit durch Quaternionen) basiert, sind Sicherheitsmargen eingebaut, von denen man 1970 nur träumen konnte. Ein „Was-wäre-wenn“-Szenario mit Unglücken von vor 40 Jahren zu konstruieren, um die heutige Technik infrage zu stellen, ist rein spekulativ und führt zu keinerlei Erkenntnisgewinn.
2. Die Quoten-Diskussion:
Es ist zutiefst unsachlich, die Auswahl von hochqualifizierten Astronauten, die ihr Leben für den Fortschritt der Menschheit riskieren, auf reine Prozentrechnungen zu reduzieren. Dass du dabei auch noch eine statistische Verbindung zwischen der Frauenquote und den Challenger- oder Columbia-Katastrophen herstellst, ist fachlich nicht haltbar und – gelinde gesagt – hanebüchen.
Astronauten werden nach jahrzehntelanger Ausbildung, spezifischen Fachprofilen (Pilot, Missionsspezialist, Systemingenieur) und psychologischer Eignung ausgewählt. Hier geht es um die besten Köpfe der Menschheit, nicht um eine Excel-Tabelle für Quoten. Dass du hier eine „Zensur“ in der Presse witterst, deutet eher darauf hin, dass diese kruden Korrelationen zu Recht keinen Platz in einer seriösen Berichterstattung finden.
Vielleicht sollten wir uns wieder auf die beeindruckenden Fakten konzentrieren: Eine Rückkehr mit 40.000 km/h, ein Hitzeschild, der 2.800 °C bändigt, und eine punktgenaue Wasserung im Pazifik. Das ist die Realität der Ingenieurskunst, die wir würdigen sollten, anstatt uns in ideologischen Nebenkriegsschauplätzen zu verlieren.