Ein bisschen was kann ich zu Russland sagen, habe immerhin über sechs Jahre dort gewohnt
Ispom schrieb:
kann man eigentlich Grundstücke in Rußland kaufen?
Toni schrieb:
Tut mir Leid, ispom, wenn Du Deine zukünftige Datscha doch in Deutschland bauen musst
Toni, Du hast teilweise recht. Es ist in Russland bislang noch nicht möglich privat Land zu erwerben. Man kann es nur langfristig pachten. Steht allerdings ein Wohnhaus drauf, in der man Propiska hat (eine Art Einwohner Meldebescheinigung), so kann einem der Grund unter den Füssen nicht weggezogen werden. Anders bei einer Datscha, dort gehört einem der Grund tatsächlich privat. Jedoch wird es einem Ausländer wohl unmöglich sein eine Datscha direkt zu erwerben.
Die leckenden Öl Pipelines waren ein sehr grosses Thema in der Zeit 94 bis ca. 98. Die Politik der Ausbeutung nationaler Bodenschätze verhinderte de facto ausländische Investitionen. Joint Ventures waren auf max. 49% Auslandskapital begrenzt und der Gewinntransfer war ebenfalls stark behindert. Fehlendes Geld und demotiviertes Management hatte in diesen gewaltigen Umbruchzeiten dazu geführt, dass Wartung und Reparatur sträflich vernachlässigt wurde. Chernomyrdin, als langjähriger Regierungschef und Boss von Gazprom in Personalunion war eher mit dem ausgesprochen schwierigen politischen Geschäft beschäftigt als mit der Führung des Gaskonzerns. Die Situation in den anderen grossen Energiekonzernen Surgutneftgaz, Lukoil und Yukos war ähnlich. Deren Führung, die sogenannten Oligarchen, hatten vor allem das Intrigenspiel im Kreml im Auge und die persönliche Bereicherung in Milliardenhöhe.
Erst als auf Kamchatka (äusserster Osten Russlands) erstmals Direktinvestitionen des westlichen Ölkonzerne zugelassen wurden, trat allmählich das ökonomische vor das politische. Die Pipelines wurden repariert, neue Pipelines geplant und in Angriff genommen. Russischen Konzernen wurde erlaubt sich an westlichen Börsen per ADR (american depository receipt, eine Art Ersatz für Aktien und Anleiehen) Kapital zu besorgen.
Inzwischen läuft das Geschäft deutlich professioneller, als es noch vor ein paar Jahren war, wenn auch immer noch hochpolitisch. Aber das ist es ja andernorts auch
Die Versuche per nuklearen Explosionen die Flüsse Sibiriens nach Süden umzuleiten fanden tatsächlich statt. Wegen nuklearer Verseuchung und unüberwindlichen technischen Schwierigkeiten hat man die Versuche jedoch bekanntermassen eingestellt.
Um den Bogen zum Klima wieder zu bekommen: Ich stelle mir die Frage, ob eine Urbarmachung der Wüsten (z.B. Gobi und Sahara) durch künstliche Bewässerung wirklich vorteilhaft für das Erdklima wäre. Es würden dort unmengen von Wasserdampf entstehen, die das Weltklima ungleich stärker erwärmen würde als es durch Bindung von CO2 über die Pflanzen gesenkt werden könnte. Abgesehen davon gibt es massive Probleme der Bodenversalzung.
Zum Einstieg in dieses Gebiet der Wüstenbewässerung kann man vielleicht das GMMRP von Libyen heranziehen (Great man made river project)
http://de.wikipedia.org/wiki/GMMR-Projekt und über die dortigen Links oder per Google sich in die Problematik der Wüstenbewässerung einlesen.