Wenn bei so einem Modell ferne Quantenfelder und/oder Fluktuationen berücksichtigt werden müssen, dann hätte so ein Modell doch so gut wie keine praktische Relevanz?
Ich stelle mir das bildlich als Netz vor.
Die Umgebung, der experimentelle Aufbau, das Labor, die Luft usw. sind über ein gemeinsames Verschränkungs-Netzwerk "verbunden".
Die Art des Netzes (Spin-Netzwerk, Simplicial-Netzwerke, ...) ist erstmal nicht so relevant, denn bei allen ist m.E. die Gemeinsamkeit, dass über Kantengewichte j die Verschränkungen und Korrelationen codiert sind, welche über die Knoten verbunden sind. Wir stellen uns das gesamte Netz als unendlich ausgedehnt vor und betrachten immer nur endliche Bereiche des Netzwerks. Das Kantengewicht j_nm zwischen 2 Knoten n und m codiert jeden Möglichen Weg durch das Netz, dessen Bestandteil eine Verbingung über die Kante nm ist.
Im freien Vakuum sind die Korrelationen über die Kanten an jedem Ort bzw. über jeden endlichen bereich des Netzwerks identisch, sodass j ≈ j' ist.
Ein Photon in diesem Netz stellt die einfachste Störung des Netzes dar und bewegt sich mikrokausal über die Kanten, gemäß
Lieb-Robinson-Bound (effektiver Lichthorizont) und schränkt damit die Geschwindigkeit der Informationsübertragung im Netz ein, sodass sich die Information maximal mit einer Konstante c ausbreitet.
Dieses Netz des Vakuums ist global verschränkt, indem jedes Kantengewicht pro Kante Korrelationen bis an den Rand des endlichen Netz-Bereichs trägt. Darum ist jeder Knoten global maximal mit dem Rest des endlichen Vakuum-Netz-Bereichs aber lokal nur minimal mit seinen nächsten Nachbar-Knoten korreliert/verschränkt.
Cluster innerhalb des Netzes, wie durch hoch korrelierte/verschränkte makroskopische Körper, dessen naiv zusammengesetzte einzelnen Bestandteile nicht den gesamten makroskopischen Körper beschreiben (das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Objekte) -> z.B. Detektoren beschrieben, sind starke lokale Störungen des o.g. "freien" Netzes, welche dessen "Grundordnung" (die Kantengewichte j ≈ j') stören. Die Folge ist, dass die Kantengewichte lokal sehr unterschiedlich sein können j ≠ j' bzw. Δ_|j - j'| > 0, also als starke lokale Verschränkungen zwischen benachbarte Knoten interpretiert werden können. Die Stärke der Korrelationen zwischen den benachbarten Knoten nimmt aber exponentiell mit dem Radius r ab (wieder
Lieb-Robinson-Bound), sodass benachbarte Kantengewichte j und j' bzw. das Delta sich exponetell mit r 0 annähert.
Jetzt trifft im hier diskutierten Experiment ein sehr schwach mit der Umwelt korreliertes/verschränktes Photon, auf diesen hochkorrelierten/hochverschränkten Netzwerk-Cluster mit namen Detektor, der genauso schwach mit der Umwelt verbunden ist, wie das Photon. Ersteres kann im Netzwerkbild der mikrokausal sich ausbreitenden Informationen/Verschränkungen vollständig ohne äußere Zeit und Ort beschrieben werden...einfach nur mikrokausal. Letztweres ist über einen klasssich zu beschreibenden Ort ausgedehnt. Um beides "auf einen Nenner zu bringen", müsste der hochkorrelierte detektor m.E. soweit aufgedröselt werden, sodass er genauso wie das Photon ohne externen Raum und Zeit, nur innerhalb des mikrokausalen Netzwerk beschrieben wird.
Dazu muss aber klar die Mikrostruktur definiert werden, aus der die Mikrokausalität folgt. Die Art des Netzes ist in einem wirklich realistischen Modell dann doch nicht mehr so irrelevant.
Erst dann kann m.E. der gesamte Messprozess innerhalb eines Modells und ohne Kollaps beschrieben werden.
Aber das ist nur meine sehr bescheidene Meinung zu dem Thema.