Determinismus und freier Wille

aveneer

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Ja deine oder meine subjektive empfundene...oder die meiner Katze aber auch wenn wir die Realität unterschiedlich empfinden/auffassen, so leben wir alle in ein und der selben. Das reale entsteht ja nicht erst durch eine bewusste Beobachtung eines biologischen Individuums.
Weiß ich nicht. Vielleicht erstmal nach Quellen im Internet suchen, die derartiges schon thematisieren?
Es gibt nur eine objektive Wirklichkeit, in der wir alle leben – unabhängig von Katze, Mensch oder Beobachtung. Deine subjektive Empfindung (oder die deiner Katze) erzeugt keine neue physikalische Welt, aber sehr wohl eine eigene epistemische/subjektive Realität, die sich von der objektiven unterscheiden kann. Hier kommt freier Wille und Bewusstsein ins Spiel.

Angenommen, ein bewusster Gedanke entsteht durch konstruktive Interferenz in einem neuronalen Netzwerk – ähnlich einem Pfadintegral in der QM. Auf makroskopischer Ebene verhält sich das Netzwerk determiniert, wie in der thermischen Interpretation (TI): Die Evolution ist unitär, vorhersagbar und basiert auf Erwartungswerten, ohne Kollaps oder Subjektivität. Elektronen oder Detektor-Antworten sind 'real' als q-expectations – objektiv und determiniert.
Aber: Bewusste Gedanken können in diesem Kontext falsch oder imaginär sein – z. B. Fehlannahmen, Illusionen oder kreative Ideen, die nicht der objektiven Realität entsprechen. Diese 'falschen Informationen' sind physikalisch so real wie Elektronen (gespeichert in Synapsen, energieverbrauchend), aber ihr Sinn existiert nur subjektiv. Deine Katze 'sieht' die Welt anders als wir – wir teilen die Physik, aber nicht die konstruierte Realität.
Bewusstsein erzeugt subjektive Varianten durch Interferenz und Fehlannahmen, die – da sie semantisch nicht real existieren – keinen physikalischen Grenzen unterliegen und unberechenbar sein könnten. Diese unberechenbare Freiheit der Fehlinterpretation könnte echten (bewussten) Zufall erzeugen. Wie ich festgestellt habe, sieht Penrose das ähnlich: Das menschliche Bewusstsein ist non-komputabel (basierend auf Gödels Unvollständigkeit). Eine algorithmische Maschine könnte ihre eigene Grenze (Gödel-Aussage) nicht als wahr erkennen – sie würde in falscher Information stecken bleiben. Das wäre bei mir echter bewusster Zufall in einer deterministischen Welt. Penrose vermutet gleichzeitig QM-Zufall in den Neuronen selbst (Orch-OR). Aber diese Unberechenbarkeit könnte außerhalb der klassischen Physik liegen und freien Willen ermöglichen.

EDIT:
In diesem Kontext-um es auf den Punkt zu bringen.
Man könnte annehmen, dass sich bei einer exakten Wiederholung des Urknalls die Physik determiniert wiederholen würde, aber nicht unser Glaube oder Religionen: Sie sind Produkte subjektiver Fehlannahmen und Phantasie, die selbst in identischen Bedingungen divergieren könnten, da unberechenbar.
 
Zuletzt bearbeitet:

Jakito

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keinen physikalischen Grenzen unterliegen und unberechenbar sein könnten. Diese unberechenbare Freiheit der Fehlinterpretation könnte echten (bewussten) Zufall erzeugen. Wie ich festgestellt habe, sieht Penrose das ähnlich: Das menschliche Bewusstsein ist non-komputabel
Der Zusammenhang zwischen Unberechenbarkeit und menschlichem Bewusstsein, den Penrose sieht, ist schlicht eine Fehlinterpretation (der Unberechenbarkeit). (Schlussendlich scheint es mehr mit "the unreasonable heavy burden of proof" zu tun zu haben, als mit Über-Intelligenz.) Und auch hier wird schon wieder "zu viel Magie" bemüht, um Bewusstsein zu erklären.

Was Du selbst in diesem Thread geschrieben hast, scheint mir aber sonst recht vernünftig zu klingen.
 

aveneer

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Was Du selbst in diesem Thread geschrieben hast, scheint mir aber sonst recht vernünftig zu klingen.
Bin durch „Zufall“ auf die Penrose-Argumentation gestoßen, da es am Ende in dieselbe Richtung ging. Will auf diese aber auch gar nicht unbednigt eingehen. Aber danke für die Rückmeldung, dass manche Dinge auch vernünftig klingen.

Für mich gibt es zwei Optionen, die zu zwei logischen Schlussfolgerungen führen.

Option 1: Alles, inklusive unserer Handlungen, ist physikalisch determiniert. Bewusstes Sein ist nur Schein. In diesem Fall frage ich mich, wozu ich mir Gedanken machen soll. Wozu soll Forschung dienen? Erkenntnisgewinn macht so keinen Sinn. Wenn dies unumstößlich wäre, was würde es bedeuten? Der Sinn des Lebens -egal - Aber kein Sinn im Erkenntnisgewinn?

Daher kann ich als wissenschaftlich interessierter Mensch nur in Option 2 einen Sinn finden - überhaupt nachzudenken. An Option 1 kann ich ja sowieso nichts ändern. Kann man das verstehen?
Man könnte sich auf den Quantenzufall berufen, das mag manchen genügen. Ich möchte die determinierte Physik nicht abschreiben. Ich frage mich, ob bewusstes Handeln, das in die Zukunft gerichtet ist, in die Zeit eingreift, die noch nicht gekommen ist.
Wir malen uns die Zukunft aus – diese (semantische) Information ist im Grunde imaginär. Ich denke, es ist mehr als nur ein Gedanke, der mir gefällt: Es gibt vielleicht eine zweite Welt, deren Existenz (physikalisch) unbegrenzt ist. Wie hatte es A. E. formuliert? „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.” Das Universum als globales Konstrukt trägt das gesamte Wissen/die wahre Information. Die Phantasie geht darüber hinaus und lässt so einen Blick von außen -> auf sich selbst - zu? (was die Physik à la ART nicht kann).
 
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