Die darunterliegende Struktur ist das Gehirn und du meinst, dass das Bewusstsein darüber hinaus evolviert/emergiert, sozusagen als Mutual Information über den Hör-, Seh-, Tast-, Geruch- und Geschmacksinn hinaus, bis hin zum CMB, welcher durch von uns konstruierten Detektoren vermessen wird?
Ich würde sagen: teilweise ja – aber nicht in dem Sinn, dass sich Bewusstsein „bis zum CMB“ ausdehnt.
Für mich besteht noch eine klare Unterscheidung zwischen der materiellen Welt und der Gedankenwelt.
Die physikalische Welt folgt einer (vermeintlich) unfehlbaren, deterministisch-wahrscheinlichen Logik.
Die Gedankenwelt dagegen folgt einer eigenen, epistemisch-wahrscheinlichen Logik – sie konstruiert Realität auf Basis interner Kohärenz.
Der Mechanismus ihrer Realisation scheint dabei ein biologisches Analogon zu physikalischen Prozessen zu sein – eine Art Mimikry des Feynman’schen Pfadintegrals.
Das Gehirn nutzt über seine neuronalen Strukturen ein komplexes Netzwerk, das – ähnlich einem Pfadintegral – viele mögliche Aktivierungspfade gleichzeitig „berechnet“. Diese biologische Adaption eines physikalischen Prinzips zur Realisierung (eines Gedankens) ist dabei so präzise, dass uns ein bewusster Gedanke so real erscheint wie ein Elektron am Detektor.
Man könnte fast meinen, dass die Biologie über die Struktur und Dynamik des Bewusstseins etwas darüber verrät, wie sich auch physikalische Objekte realisieren – wie ein Elektron tatsächlich „erscheint“. Das Gehirn generiert unzählige mögliche Gedankenpfade, deren Interferenzen sich überlagern.
Realisiert wird derjenige, der am besten mit dem vorhandenen Wissen (Information) und den gespeicherten Erfahrungen konstruktiv interferiert – also der Pfad, der mit dem inneren Weltmodell in Resonanz steht.
Das Bewusstsein entspricht somit dem subjektiv kohärentesten Pfad. Von allen möglichen Wegen, die ein System gleichzeitig denken oder fühlen kann, wird jener „real“, der im Einklang mit seinem bisherigen Sein steht. Bewusstwerden bedeutet, dass sich das Neue mit dem Alten konstruktiv überlagert – dass ein neuer Gedanke in Resonanz mit dem vorhandenen Wissen tritt. Daher können Wissenssprünge nicht beliebig groß erschein.
Im Sinne der Transinformation ist dies der Punkt, an dem unbewusstes Wissen und bewusste Wahrnehmung maximal wechselseitig übereinstimmen – und genau dort entsteht für uns Realität.
Die Frage ist, wieviel kann davon auf die Physik übertragen?