@Jens, danke für das Teilen deiner Idee und die anschauliche Skizze. Es ist immer interessant zu sehen, welche unterschiedlichen Ansätze zur Kernfusion durchgedacht werden.
Zu deinen konkreten Fragen lässt sich aus physikalischer Sicht folgendes sagen:
1. Reicht die Geschwindigkeit für die Coulombbarriere?
Kinetisch würde eine Geschwindigkeit von 0,98c (was etwa
entspricht) die Coulombbarriere für die Proton-Proton-Fusion bei Weitem überwinden.
Das Problem bei diesen extremen Energien ist jedoch der Wirkungsquerschnitt: Bei
findet keine kontrollierte Fusion zu Helium statt, sondern vorrangig Hadronsplitterung (Spallation). Man zertrümmert die Protonen in einen Schauer von Sekundärteilchen (Pionen etc.), anstatt geordnet Energie freizusetzen.
2. Das Konzept des „geladenen Kegelrohrs“ und der Beschleunigung
Hier stoßen wir auf zwei fundamentale Hürden der Elektrodynamik und Beschleunigerphysik:
- Das Gaußsche Gesetz: Ein homogen geladenes Zylinder- oder Kegelrohr bildet im Inneren ein Äquipotenzial. Das bedeutet, dass das elektrische Feld im Inneren eines solchen Rohres exakt Null ist. Die Protonen im Strahl spüren von der Ladung der Rohrwand überhaupt keine fokussierende Kraft zur Mitte hin.
- Raumladungseffekte: Ein Strahl aus gleichgeladenen Protonen stößt sich durch die eigene Raumladung extrem stark selbst ab. Ohne starke externe Magnetfelder (wie in echten Teilchenbeschleunigern) fliegt der Strahl in kleinsten Bruchteilen von Sekunden auseinander und trifft auf die Wand.
- Energetische Bilanz: Das Schießen eines beschleunigten Strahls auf ein Ziel (Beam-Target-Fusion) erfordert für die Beschleunigung der Protonen ein Vielfaches an elektrischer Energie von dem, was bei den extrem seltenen Fusionsereignissen im Strahl jemals herauskommen könnte. Der Netto-Energiegewinn ist dadurch mathematisch ausgeschlossen.
Aus diesen elektrodynamischen und thermodynamischen Gründen lässt sich dieses Konzept im Rahmen der bekannten Physik leider nicht als tragfähiges Kraftwerkskonzept realisieren.