... denn davon sich von einer KI berieseln zu lassen ist noch niemand klüger geworden.
Richtig, das ist wie Google befragen und mit der Antwort nichts anfangen zu können. Man sollte immer voraussetzen, dass man versteht, was man tut. Aber niemandem ist verboten, etwas dazu zu lernen. Dafür darf man auch jegliches Werkzeug verwenden, was verfügbar ist und womit man bereits Erfolge hatte. Ich bin z.B. im Kopfrechnen immer noch schneller als alle meine Enkel - ist halt Übung und für einfache Aufgaben würde ich nie nach einem TR greifen. Dennoch habe ich mit Hilfe von TRnern viel in Mathe gelernt. Das mache ich heute immer noch so, zumal es heute TR mit Grafikausgabe und CAS gibt.
Ich nutze Maple, Matlab/Octave oder Python (Sympy) je nach Thema und habe viele Jahre mit KI-Nutzung gewartet. Das Thema selbst hat mich bereits mal in den 90-zigern beschäftigt, als ich mir Neuronale Netze angeschaut habe. Die letzten Jahre spielte immer mehr Python als Werkzeug für KI eine Rolle. Hat mich aber immer noch nur wenig interessiert.
Auch als in meinem Umfeld immer mehr Leute mit ChatGPD ankamen und Enkel ihre Hausaufgaben damit machten, habe ich die Finger still gehalten.
Über die Website von PoluxLabs bin ich zu Jahresbeginn auf das Thema Programmier-Assistent, den man z.B. in Visual Studio Code verwenden kann, gestoßen Eine Alternative bietet das französische KI-Unternehmen Mistral AI:
Codestral – ein Sprachmodell, das auf Programmiersprachen spezialisiert ist.
Das fand ich nun doch interessant genug, um mir bei Mistral AI einen Account einzurichten und die Möglichkeiten zu testen - auch Fragen der Datensicherheit.
Diese KI gefällt mir. Sie kann bis dato 80 Programmiersprachen. Mit 8 verschiedenen Programmiersprachen habe ich die Anfragen getestet. Viele Antworten konnte ich in meine Entwicklungsumgebungen übernehmen und es lies sich fehlerfrei übersetzen und debuggen. Bei einigen Ergebnissen waren kleine Fehler enthalten - dennoch nutzbar.
Antworten in LaTex zu bekommen, ist meist kein Problem und die meisten sind nutzbar. Den Tex-Code übersetze ich mit Texworks in PDF und das kann ich ausdrucken oder auf Platte (Druck nach MS PDF) ablegen.
Die Schwerpunkt-Themen dieser französichen KI sind für mich produktiv und sinnvoll verwendbar. Selbst bei Softwareinstallationsfragen bekomme ich recht brauchbare Antworten und kann auf längeres Suchen im Netz oder im Bücherschrank verzichten.
Diese AI kann ich Bilder malen lassen, Fragen zu Physik- und Mathethemen stellen und bekomme Antworten, die man nicht als die Antwort eines Experten sehen sollte, aber mit denen man - vor allen bei einfachen Inhalten - gut weiter kommt bzw. bei neuen Themen einen Startpunkt findet.
Die heutigen KI sind nach wie vor nur Sprachmodelle die einfach das statistisch nächstbeste Wort nach das vorige setzen, ein tiefgreifendes Verständnis darf man sich davon nicht erwarten.
Derartige Antworten kommen vor bzw. sind Bestandteil von längeren Antworten und besonders bei Fragen zu politischen Themen. Das kann ich ignorieren. Am Ende bleibt, dass ich produktiver geworden bin und weiter werde und mehr Zeit für kreativere Themen dadurch habe.
Mit einer menschlichen Intelligenz würde ich eine KI heute nicht vergleichen. Es ist dennoch immer wieder erstaunlich, welche Lösungen möglich sind. Wenn jemanden das Thema tiefer interessiert, dem würde ich die aktuelle Sonderausgabe der Elektronikzeitschrift "elektor" empfehlen. Diese ist als KI Special Gastausgabe deklariert und bringt etliche interessante Themen, auch für Nicht-Elektroniker, wie eine Zeitleiste zur KI. Letzterer kann man die wichtigsten Entwicklungsstufen seit 1943 entnehmen incl. einer Eiszeit in den 80-zigern. Oder einfache Erklärungen, was eine KI ist und wie man selbst eine Entwickeln kann.
Es darf auch weiterhin jeder selbst entscheiden, mit welchen Werzeugen er seine Aufgaben löst. Ich empfehle aber, sich das Thema als konkrete Anwendung anzusehen und zu testen und dabei auch kritisch über die Antworten nachzudenken bzw. zu bewerten. Letztere konnte ich immer wieder mit geänderter Fragestellung verbessern.
Es gibt nicht die EINE KI für alle Themen. Aktuell gibt es bereits erstaunlich viele KI-Entwicklungen am Markt und die werden nicht weniger. Ihre Fähigkeiten werden selbstredend auch immer besser, da die Wissensbasis immer größer wird und der Trainingsprozess immer weiter läuft. Kann für den einen oder anderen ein durchaus sinnvolles Werkzeug werden. Es bleiben auch weiterhin für Entwickler von KI-Lösungen interessant. Die elektronische Bauteilebasis wächst sehr schnell und zeigt erstaunliche Lösungen (NVIDIA, Expressif und viele andere).
Also anschauen, Testen und dann kritisieren und Verbesserungen einfordern - zum Vorteil aller Entwickler und Nutzer. Einen Verzicht auf KI-Lösungen als Werkzeug werden wir nicht erleben - im Gegenteil. In Zukunft wird bei den meisten die Fähigkeit zur Nutzung dieses Werkzeuges vorausgesetzt. Auch das eigentliche Thema hier kann dazu befragt werden.
Gruß, Astrofreund