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Teleskope
Archiv - Oktober
2007 - Dezember 2007
Kosmischer
Vogel mit Überraschung
Lange Zeit hielten Astronomen das Objekt IRAS 19115-2124 für zwei
kollidierende Galaxien und gaben dem Paar wegen des eigentümlichen
Erscheinungsbildes den Spitznamen The Bird. Neue Beobachtungen mit
dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte
(ESO) brachten nun Überraschendes ans Licht: Der Vogel besteht nicht aus zwei,
sondern aus drei Galaxien.
24. Dezember 2007
Staubiger
Supernova-Überrest
Das Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer hat um den
Supernova-Überrest Cassiopeia A gewaltige Mengen an Staub entdeckt.
Zusammengenommen würde der Staub die Masse der Erde um das 10.000-fache
übertreffen. Für die Forscher ist der Fund wichtig zur Klärung der Frage, woher
der erste Staub im Universum kam, der die Entstehung von Sternen und Planeten
wie wir sie kennen erst möglich machte.
21. Dezember 2007
Galaxie
schießt auf galaktischen Nachbarn
Mithilfe von Beobachtungen verschiedenster Teleskope konnten Astronomen
nun einen besonderen Fall von galaktischer Brutalität aufdecken: Aus dem
Zentrum einer Galaxie schießt ein gewaltiger Jet ins All und trifft dabei
auf eine Nachbargalaxie. Für diese dürfte dieser intergalaktische Angriff,
so die Ansicht der Wissenschaftler, erhebliche Folgen haben - insbesondere
für dort möglicherweise existierende Planeten.
18. Dezember 2007
Galaxienhaufen
hinter Galaxienhaufen entdeckt
Mithilfe des europäischen Röntgenteleskops XMM-Newton haben
Astronomen einen gewaltigen Galaxienhaufen entdeckt, der sich bislang
geschickt hinter einem anderen, bereits bekannten Galaxienhaufen verborgen
hat. Das Gas des neuen
Galaxienhaufen erscheint genauso hell wie das in der schon bekannte Ansammlung von
Galaxien, ist aber sechs Mal weiter entfernt.
17. Dezember 2007
Radioteleskop
wird international
Das neuartige Radioteleskop LOFAR hat einen ersten internationalen
Ableger bekommen: Neben dem riesigen 100-Meter-Radioteleskop des
Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Effelsberg wurde jetzt die erste
internationale LOFAR-Station in Betrieb genommen. Schon die ersten Messungen
beeindruckten die beteiligten Astronomen. Auch in anderen Ländern Europas
sollen noch LOFAR-Stationen entstehen.
11. Dezember 2007
Forscher
vereinbaren transatlantische Kooperation
Von Zusammenarbeit in der Wissenschaft profitieren in der
Regel alle - gerade in Zeiten knapper Kassen. Jetzt haben zwei der
Spitzeninstitute auf dem Gebiet der Radioastronomie, das amerikanische National
Radio Astronomy Observatory und das deutsche Max-Planck-Institut für Radioastronomie eine
Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Erste konkrete Projekte gibt es auch
schon.
10. Dezember 2007
Wenn
Weiße Zwerge einen Kick bekommen
Kugelsternhaufen gehören zu den ältesten Objekten unserer Milchstraße
und bestehen aus Sternen, die alle zur selben Zeit entstanden sind.
Astronomen dachten bislang, dass sie die Entwicklung dieser Sternhaufen und
die Verteilung der Sterne darin relativ gut verstanden hätten, bis sie mithilfe des Weltraumteleskops Hubble Weiße Zwerge an einer Stelle
entdeckten, an der sie eigentlich gar nicht sein sollten.
5. Dezember 2007
Blick
auf die Phantom-Galaxie
ESA und NASA haben jetzt eine neue Aufnahme des Weltraumteleskops
Hubble veröffentlicht, die sich auch gut auf einer Weihnachtskarte
machen würde: Sie zeigt die imposante Spiralgalaxie M74. Für
Amateurastronomen ist die Galaxie nicht leicht zu entdecken, weswegen sie
von einigen schon als Phantom-Galaxie bezeichnet wurde.
4. Dezember 2007
Gasblase
im Orion-Nebel entdeckt
Das Sternbild Orion ist wohl eines der bekanntesten
Wintersternbilder. In ihm befindet sich der berühmte Orion-Nebel, ein großes
Sternentstehungsgebiet, der zu den besterforschten Gasnebeln der Milchstraße
gehört. Trotzdem lässt sich hier noch Überraschendes entdecken: Mithilfe des
Röntgenteleskops XMM-Newton fanden Schweizer Wissenschaftler jetzt eine
riesige Gasblase.
30. November 2007
Bausteine
der großen Galaxien entdeckt
Wenn man mit einem leistungsstarken Teleskop lange Zeit immer wieder die
gleiche Stelle am Himmel betrachtet, kann man - wenn man etwas Glück hat -
Überraschendes entdecken. Dies gelang jetzt ESO-Astronomen, die mit dem
Very Large Telescope lichtschwache und junge Galaxien aufspürten, nach
denen die Wissenschaft viele Jahre lang gefahndet hatte.
29. November 2007
Know-how aus Potsdam für Riesenfernglas
Damit die Spiegel des Large Binocular Telescope (LBT), dem
derzeit größten Einzelteleskop der Welt, der Bewegung der Sterne immer exakt
nachgeführt werden können, hat das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP)
ein wichtiges Element zur Teleskopsteuerung entwickelt. Dieses wurde nun am
Teleskop auf dem 3.190 Meter hohen Mount Graham in Arizona, USA,
installiert. Ein weiteres Instrument aus Brandenburg für das LBT ist derzeit
noch im Bau.
22. November 2007
Wie Galaxien altern
Seit seinem Start 2003 hat der Galaxy Evolution Explorer der
NASA zehntausende Galaxien im Ultravioletten beobachtet. Durch die
Auswertung der Daten konnten die Astronomen inzwischen einen alten Verdacht
bestätigen: Aus den eleganten Spiralgalaxien werden im Laufe von Milliarden
Jahren riesige elliptische Galaxien. Entscheidend war die Entdeckung von
Galaxien, die nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt sind.
20. November 2007
Der Kern von 17P/Holmes
ESA und NASA haben heute Aufnahmen des Kerns des Kometen
17P/Holmes veröffentlicht, die mit dem Weltraumteleskop Hubble gemacht wurden.
Der mysteriöse Schweifstern ist seit einem Ausbruch am 23. Oktober 2007 so hell,
dass er sogar mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Die Astronomen hoffen
durch die Hubble-Daten hinter das Geheimnis des Ausbruchs von
17P/Holmes zu kommen.
15. November 2007
Eine Galaxie für den Kommissar
Wenn der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potočnik das
Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in
Chile besucht, darf er den Astronomen natürlich auch bei ihrer Arbeit über
die Schulter schauen. Als der Politiker das Paranal-Observatorium besuchte,
wurde mit dem VLT gerade die Galaxie NGC 134 anvisiert, die unserer
Milchstraße in mancherlei Hinsicht ähnlich ist.
13. November 2007
Grüße von entfernten Schwarzen Löchern
Seit Jahrzehnten fragen sich Astronomen, woher die äußerst
energiereichen Teilchen stammen, die man immer wieder auf der Erde
registrieren kann. Ein riesiges Observatorium in der Pampa Argentiniens
sollte auch diese Frage klären und könnte jetzt einen ersten entscheidenden
Hinweis geliefert haben: Die fraglichen Teilchen scheinen alle von außerhalb
der Milchstraße aus den Zentren aktiver Galaxien zu kommen.
12. November 2007
Junger Stern macht Blasen
Die NASA hat eine neue Aufnahme des Infrarot-Weltraumteleskops
Spitzer veröffentlicht, die einen 1.140 Lichtjahre entfernten
Baby-Stern mit zwei auffälligen Blasen-ähnliche Strukturen zeigt. Diese
Blasen entstehen durch schnelle Jets aus Gas, die auf das den Stern umgebende
Material treffen. Die Details konnten erst durch ein spezielles
Bildverarbeitungsverfahren sichtbar gemacht werden.
9. November 2007
Der Tanz zweier Galaxien
Eine heute von ESA und NASA veröffentlichte Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble
zeigt den graziösen Tanz zweier Galaxien in rund 300 Millionen Lichtjahren
Entfernung. Die galaktische Choreographie wird durch die Anziehungskraft der
beiden Galaxien bestimmt. Das Hubble-Bild zeigt eindrucksvolle
Details des als Arp 87 bekannten Galaxienpaars.
30. Oktober 2007
Sternentstehung um einen Quasar
Welche Rolle spielen Kollisionen bei der
Aktivierung von sogenannten Quasaren, also von supermassereichen Schwarzen Löchern
im Zentrum von Galaxien? Eine Forschergruppe meinte erst letzte Woche auf
Hinweise gestoßen zu sein, dass der Einfluss von Kollisionen geringer sein
könnte als angenommen. Ein anderes Team, das sich auf neue Hubble-Beobachtungen
stützt, ist da anderer Ansicht.
29. Oktober 2007
Wunderschöner Supernova-Überrest
Massereiche Sterne beenden ihr Leben in einer gewaltigen
Supernova-Explosion und verteilen die in ihrem Inneren entstandenen Elemente
ins All. Die Analyse der Überreste solcher Ereignisse verrät also einiges
über die Entstehung von Elementen im Universum. Zudem sind sie oft auch
wunderschön anzusehen - wie jetzt eine neue Aufnahme des Röntgenteleskops
Chandra beweist.
24. Oktober 2007
Räuberische Verjüngungskur einer Galaxie
Astronomen konnten mithilfe des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer
verfolgen, wie sich eine alte Galaxie einer Art Verjüngungskur unterzieht -
allerdings auf Kosten einer kleineren Nachbargalaxie: Die Wissenschaftler
beobachteten, wie die eine Galaxie der anderen enorme Mengen an Gas entzieht,
aus dem einmal Milliarden von neuen Sternen werden könnten.
23. Oktober 2007
Neue Ära für SETI-Forschung
Seit der vergangenen Woche sind die ersten 42 Radioschüsseln des
Allen Telescope Arrays in Betrieb. Insgesamt sollen in der Nähe des
nordkalifornischen Städtchens Hat Creek einmal 350 Antennen nach Radiowellen
aus dem All fahnden. Dabei geht es den Astronomen nicht nur um Radiosignale
von Supernovae, Schwarzen Löchern oder anderen exotischen Objekten, sondern
auch um die gezielte Suche nach Signalen von außerirdischen Zivilisationen.
19. Oktober 2007
Babygalaxie ist älter als gedacht
Die Galaxie I Zwicky 18 galt lange Zeit als jüngste Galaxie
in unserer galaktischen Nachbarschaft. Doch die Zwerggalaxie dürfte nicht das
sein, als was sie bislang erschien. Neue Beobachtungen mit dem
Weltraumteleskop Hubble zeigen nämlich, dass I Zwicky 18 deutlich älter
ist - vielleicht sogar ähnlich alt, wie die meisten anderen Galaxien. Außerdem
scheint die Galaxie weiter von uns entfernt zu sein als angenommen.
16. Oktober 2007
Schwarzes Loch bläst Staub ins All
Staub spielt im All eine wichtige Rolle: Für die Entstehung
von Sternen, Planeten und auch von Leben ist der Stoff eine wichtige
Voraussetzung. Doch woher kamen die benötigten Staubmengen in der Kinderzeit des
Universums? Neue Beobachtungen des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer
lieferten jetzt möglicherweise eine Antwort. Astronomen entdeckten nämlich Staub
in den Winden eines supermassereichen Schwarzen Lochs.
10. Oktober 2007
Missionsende nach über acht Jahren
Im Kontrollraum von FUSE, dem Far Ultraviolet
Spectroscopic Explorer, wird am 18. Oktober endgültig das Licht
ausgeschaltet. An diesem Tag wird das Weltraumteleskop, das die Astronomen mehr
als acht Jahren lang mit wertvollen Daten von Sternen, Galaxien und fernen Quasaren
versorgte, im Erdorbit seinem Schicksal überlassen.
9. Oktober 2007
Winzige Galaxie ganz weit weg
Mithilfe des Keck-Teleskops auf Hawaii und dem Weltraumteleskop
Hubble gelang es amerikanischen Astronomen die Masse einer Galaxie zu
bestimmen, die rund sechs Milliarden Lichtjahre von uns entfernt ist. Die
Wissenschaftler ermittelten so, dass es sich bei dem Objekt um die
masseärmste Galaxie handelt, die man bislang in dieser Entfernung entdeckt
hat. Handelt es sich um einen Baustein heutiger Spiralgalaxien?
8. Oktober 2007
Der zweite Jet von M87
Die Galaxie M87 ist das Zentralobjekt des Virgo-Galaxienhaufens. Schon
länger wissen die Astronomen von einem gebündelten Teilchenstrahl, der aus
der Region des zentralen Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie stammt. Doch
eigentlich sollte es noch einen zweiten dieser sogenannten Jets geben. Durch
detaillierte Beobachtungen mit dem Very Long Baseline Array wurde
dieser Counter-Jet nun aufgespürt.
8. Oktober 2007
Ein Bild von einem Sternhaufen
ESA und NASA haben jetzt eine neue eindrucksvolle Aufnahme
veröffentlicht, die das Weltraumteleskops Hubble vom
Sternentstehungsgebiet NGC 3603 gemacht hat. Hier befindet sich einer
der eindrucksvollsten massereichen jungen Sternhaufen. Die Sterne liegen in
dessen Zentrum so dicht beieinander, dass man zwei großen Sterne schon
einmal für einen extragroßen Stern halten kann.
2. Oktober 2007
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