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Auf der Suche nach den Antiteilchen von Neutrinos
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Kernphysik astronews.com
29. Juli 2026
Der deutsche Wissenschaftsrat hat sich für eine Beteiligung
Deutschlands an LEGEND-1000 ausgesprochen. Das Experiment, das im
Untergrundlabor Gran Sasso in Italien aufgebaut wird, soll herausfinden, ob
Neutrinos ihre eigenen Antiteilchen sind. Es könnte zudem bei Suche nach
weiteren Phänomenen jenseits des Standardmodells helfen.

Aufbau des LEGEND-Experimentes.
Bild: LEGEND- Kollaboration [Großansicht] |
LEGEND-1000, die nächste Phase des Large Enriched Germanium Experiment
for Neutrinoless Double Beta Decay, ist eine geplante
Forschungsinfrastruktur, die von einem internationalen Konsortium im
Laboratori Nazionali del Gran Sasso (LNGS) Untergrundlabor in Italien
eingerichtet werden soll. Die Trägereinrichtungen der deutschen Beteiligung sind
das Max-Planck-Institut für Kernphysik (MPIK) in Heidelberg und die Technische
Universität München (TUM) unter den Projektleitungen Prof. Susanne Mertens
(MPIK) und Prof. Stefan Schönert (TUM). Durch den Einsatz von 1000 Kilogramm
hochsensitiver Germanium-Detektoren dient das Experiment dazu, fundamentale
Eigenschaften von Neutrinos zu erforschen und zentrale Fragen der Teilchenphysik
und Kosmologie zu beantworten.
Das vorrangige Ziel ist dabei die Suche nach dem neutrinolosen doppelten
Beta-Zerfall von Germanium-76, dessen Entdeckung zeigen würde, dass Neutrinos
ihre eigenen Antiteilchen sind. Diese Erkenntnis könnte Aufschluss über die
Materie-Antimaterie-Asymmetrie im Universum geben. Darüber hinaus wird
LEGEND-1000 auch die Suche nach Dunkler Materie, astrophysikalischen Neutrinos,
seltenen Zerfallsprozessen und weiteren Phänomenen jenseits des Standardmodells
ermöglichen.
LEGEND-1000 baut dabei auf die bereits etablierten Experimente LEGEND-200 und
GERDA auf, die bereits unter wesentlicher Beteiligung deutscher Gruppen gebaut
wurden. In einer nun veröffentlichten Stellungnahme sprach sich der
Wissenschaftsrat ausdrücklich für eine deutsche Beteiligung an LEGEND-1000 aus.
Diese Empfehlung geht auf eine durch den Wissenschaftsrat initiierte
wissenschaftliche Begutachtung zurück, die im Rahmen des 2024 initiierten
nationalen Priorisierungsverfahren für umfangreiche Forschungsinfrastrukturen
stattgefunden hat. Das Gremium würdigte in seinem Bericht insbesondere, dass die
zu erwartenden Erkenntnisse von großer Bedeutung für die breitere
Forschungsgemeinschaft in der Teilchen- und Kernphysik sind.
Zudem weist das Gremium darauf hin, dass LEGEND-1000 durch seinen
Versuchsaufbau die Entwicklung hochempfindlicher Detektoren, kryogener Systeme
und strahlungsarmer Materialien vorantreiben wird. Angesichts zahlreicher
potenzieller Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie Umweltüberwachung,
Strahlungsdetektion, medizinische Bildgebung sowie Quantencomputing eröffnet
dies vielversprechende Chancen für Industriepartner, wobei bereits eine Reihe
deutscher und europäischer Unternehmen an der Entwicklung und Installation der
Forschungsinfrastruktur beteiligt ist.
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