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GRAVITATIONSWELLEN
Aus für Gravitationswellendetektor GEO600 zum Jahresende
Redaktion / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik 
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19. März 2026

Der Gravitationswellen-Detektor GEO600 südlich von Hannover stellt zum Ende des Jahres 2026 den Betrieb ein. Mit der Emeritierung des Max-Planck-Direktors Karsten Danzmann am 31. März 2026 endet die Förderung des GEO600-Projekts zum Jahresende. GEO600 hat für die Gravitationswellenforschung wertvolle Beiträge geliefert. Im Sommer soll noch einmal ein Tag der offenen Tür stattfinden.

GEO600

Der deutsch-britische Detektor GEO600 südlich von Hannover ist die Technologieschmiede der internationalen Gravitationswellenforschung. Im GEO-Projekt entwickelte und getestete Technologien werden in allen großen Gravitationswellen-Detektoren der Welt eingesetzt.  Foto: Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) / Milde Marketing [Großansicht]

"GEO600 hat als Leuchtturm der deutsch-britischen Gravitationswellen-Forschung die internationale Zusammenarbeit gefördert, Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geprägt und wichtige technologische Durchbrüche gemacht", so Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert- Einstein-Institut) und Professor an der Leibniz Universität Hannover. "Bei GEO600 entstanden nachhaltige Beiträge zur Astronomie mit Gravitationswellen, die bis weit in die Zukunft wirken werden. GEO600 ist mehr als ein einzigartiges, hochpräzises Messinstrument – es ist ein Ort, an dem Kreativität und Innovation die Spitzenforschung seit mehr als drei Jahrzehnten voranbringen."

GEO600 ist Teil eines internationalen Netzwerks von heute insgesamt fünf Detektoren (neben zwei LIGO-Instrumenten in den USA, Virgo in Italien und KAGRA in Japan). Alle verwenden besonders reines Laserlicht, das durch zwei senkrecht zueinander stehende, viele Hundert Meter oder mehrere Kilometer lange Vakuumröhren läuft, und hochempfindliche Mess- und Kontrolltechnik, um Gravitationswellen aufzuspüren. Im September 2002 haben GEO600 und die LIGO-Detektoren als erste gemeinsam koordiniert beobachtet. Sie bildeten so das erste internationale Netzwerk von Detektoren für Gravitationswellen.

Diese von Albert Einstein bereits 1916 vorhergesagten Kräuselungen der Raumzeit sind gewissermaßen der Klang des Kosmos. Sie entstehen bei extremen kosmischen Ereignissen und haben seit ihrem ersten direkten Nachweis im Jahr 2015 unser Bild von der dunklen Seite des Universums revolutioniert. Mehr als 200 Verschmelzungen Schwarzer Löcher oder Neutronensterne hat das Netzwerk seitdem nachgewiesen und untersucht.

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Je größer die Instrumente sind, umso empfindlicher reagieren sie unter sonst gleichen Voraussetzungen auf die winzigen Längenänderungen, die die Gravitationswellen verursachen. Dass der deutsch-britische GEO600 der kleinste Detektor im Netzwerk ist, war dem GEO600-Team von Anfang an ein besonderer Ansporn. Sie machten GEO600 zur Technologieschmiede und zum Prüfstand neuartiger Verfahren in der Optik, Mechanik und Kontrolltechnik. GEO600-Forschende entwickelten und testeten viele der Technologien, die heute Standard in allen großen Gravitationswellen-Detektoren sind. Unter anderem dank dieser Technologie haben diese zuletzt regelmäßig neue Verschmelzungen Schwarzer Löcher oder Neutronensterne in den Tiefen des Kosmos aufgespürt.

Immer dann, wenn die größeren Detektoren des Netzwerks in ihren monate- oder jahrelangen Ausbauphasen keine wissenschaftlichen Messdaten erfassen können, übernimmt GEO600. Im "Astrowatch"-Programm belauscht der Detektor – neben den täglich laufenden Experimenten – das Universum. Beobachten andere Teleskope besondere astronomische Ereignisse, wie beispielsweise Supernova-Explosionen, kann GEO600 Messdaten dieser Vorgänge im Gravitationswellen-Bereich erfassen.

GEO600 leistet zudem wichtige Beiträge für das Einstein-Teleskop, das geplante europäische Gravitationswellen-Observatorium der dritten Generation. Nur bei GEO600 lassen sich – aufgrund seines weltweit einzigartigen Aufbaus – unter realistischen Bedingungen die sehr hohen Laserleistungen untersuchen, die am Strahlteiler des Einstein-Teleskops auftreten werden. Der Strahlteiler ist der halbdurchlässige Spiegel, der das Laserlicht in die zwei senkrecht zueinander verlaufenden Messstrecken aufspaltet. Die durch hohe Laserleistung auftretenden Veränderungen der Temperatur des Strahlteilers werden bei GEO600 durch ein innovatives System ausgeglichen. Damit verbessern die Forschenden nicht nur die Messempfindlichkeit von GEO600, sondern sammeln auch wertvolle Erfahrungen für zukünftige Detektoren wie das Einstein-Teleskop.

Bis Ende 2026 wird bei GEO600 mit vollem Einsatz weitergeforscht werden, denn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschreiten derzeit wieder einmal ganz neue Wege mit dem Detektor. Sie arbeiten daran, einen bislang kaum erforschten Teil des Gravitationswellen-Spektrums zugänglich zu machen. GEO600 soll nach Gravitationswellen sehr hoher Frequenzen von bis zu 2 MHz suchen. Das ist mehr als hundertmal höher als die höchsten Frequenzen, die die anderen Instrumente im internationalen Netzwerk beobachten. So soll der Detektor unser Verständnis von Dunkler Materie und dem frühen Universum vertiefen. Mit diesem Ziel vor Augen erweitern die Forschenden die Anlage seit dem Sommer 2024. Sie haben bereits wichtige Meilensteine erreicht und erste Messdaten im extrem hochfrequenten Teil des Gravitationswellen-Spektrums aufgenommen.

Im Sommer 2026 wird der elfte und letzte Tag der offenen Tür auf dem Detektorgelände in Ruthe bei Sarstedt, rund 20 Kilometer südlich von Hannover, stattfinden. Die Planung für diesen Tag läuft derzeit und der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben werden. Bis Ende 2026 bietet das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik weiterhin Gruppenführungen bei GEO600 an.

Forum
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siehe auch
GEO600: Auf der Suche nach Gravitationswellen mit hohen Frequenzen - 28. April 2025
Links im WWW

GEO600 - Anfahrt und Besichtigungen
Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik  
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