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Frühlingsbeginn am Himmel mit Venus und Jupiter
von
Stefan Deiters astronews.com
1. März 2026
Der März bringt uns den Frühling, der offiziell am 20. März
beginnt. Entsprechend erobern sich die Frühlingssternbilder allmählich ihren
Platz am Abendhimmel. Die Venus entwickelt sich zum hellen Abendstern und der
helle Jupiter begleitet uns fast durch die gesamte Nacht, nur vom Morgenhimmel
zieht er sich zurück. Ansonsten machen sich die Planeten aber rar.

Blick nach Süden am frühen Abend des 26. März 2026: Der Mond
steht in der Nähe der beiden Hauptsterne des Sternbilds
Zwillinge, rechts neben ihm der Jupiter.
Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht] |
Noch ist
der Winter nicht vorüber - zumindest nicht für die Astronomie: Wenn es auch in den letzten Tagen vielerorts deutlich
wärmer geworden ist, könnte es noch einmal frostig kalt werden.
Kalendarisch jedenfalls haben wir den Winter erst am 20. März um 15.56 Uhr MEZ
hinter uns. Die Meteorologen zählen den gesamten März schon zum Frühling, weil
dies das Führen ihrer Statistiken vereinfacht. In den Medien ist daher auch vom
1. März als "meteorologischem Frühlingsanfang" die Rede. Sonst verwendet diesen
Begriff aber eigentlich niemand und eine wirkliche Bedeutung hat er auch nicht.
Das ist beim kalendarischen bzw. dem astronomischen Frühlingsanfang anders:
An diesem Datum wechselt die Sonne auf die Nordhalbkugel des Firmaments, es ist
Tag- und Nachtgleiche. Ab dem 20. März werden die Tage
also wieder länger sein als die Nächte. Auf der Nordhalbkugel beginnt der
Frühling, auf der Südhalbkugel der Herbst. Das christliche Osterfest fällt traditionell auf den Sonntag, der auf den ersten Vollmond im
Frühling folgt. Der erste Vollmond nach Frühlingsbeginn ist der 2. April,
folgerichtig ist dann am 5. April Ostersonntag.
Doch wenden wir uns dem nächtlichen Himmel zu, wo sich im März verstärkt die ersten Frühlingsboten bemerkbar
machen, wie etwa das Sternbild
Löwe. Es ist Mitte
des Monats abends im Südosten zu sehen und bietet Amateurastronomen mit der
Balken-Spiralgalaxie NGC 2903 ein beliebtes Beobachtungsobjekt
[Findkarte].
Dank ihrer relativen Helligkeit ist die rund 25 Millionen Lichtjahre entfernte
Galaxie schon mit kleinen Teleskopen zu beobachten. Die detaillierte Spiralstruktur offenbart
sich allerdings erst mit Profi-Teleskopen oder bei langen
Belichtungszeiten. NGC 2903 hat einen Durchmesser von 80.000 Lichtjahren und ist
damit etwas kleiner als unsere Milchstraße.
Analog zum Wintersechseck, das aus besonders auffälligen Sternen am
winterlichen Himmel gebildet wird, gibt es auch ein Frühlingsdreieck [Findkarte],
das jetzt abends im Osten zu sehen ist. Es besteht aus den Sternen Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im
Bootes. Hoch am Himmel steht derzeit der Große Wagen, die
wahrscheinlich bekannteste Konstellation am Nordhimmel. Dabei handelt es sich
eigentlich gar nicht um ein richtiges Sternbild, sondern nur um ein Unter-Sternbild,
ein sogenannten Asterismus: Der Große Wagen bildet sich aus den sieben hellsten
Sternen des Sternbilds Große Bärin.
So viele Planeten wie im Februar gibt es im März nicht zu sehen: Unser Nachbarplanet Venus
allerdings entwickelt sich allmählich zum hell leuchtenden Abendstern. Sie steht
nach Sonnenuntergang im Westen, aktuell im Sternbild Fische. Unser anderer
Nachbar im Sonnensystem, der Mars, ist noch nicht wieder am
Himmel zu sehen. Auch Merkur lässt sich in unseren Breiten im
März nicht blicken. Auch der Ringplanet Saturn hat sich vom
Abendhimmel zurückgezogen: Er steht am 25. März in Konjunktion zur Sonne. Der
Gasriese Jupiter hingegen hält weiterhin die Stellung: Er steht
in den Zwillingen und der unbestrittene "Star" am Nachthimmel. Nur vom
Morgenhimmel zieht sich der größte Planet des Sonnensystems zurück.
Für Sternschnuppenfreunde ist der März ein eher enttäuschender Monat: Es gibt
kaum eine ausgeprägtere Sternschnuppenaktivität. Im März steht auch wieder die Zeitumstellung auf
Sommerzeit an: In der
Nacht vom 28. auf den 29. März wird die Uhr um 2 Uhr um eine Stunde
vorgestellt.
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