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Vier Planeten am Abend für das bloße Auge
von
Stefan Deiters astronews.com
1. Februar 2026
Planetenfreunde kommen im Februar auf ihre Kosten: Mit
Merkur, Saturn und Venus sind drei Planeten am westlichen Abendhimmel zu sehen.
Hinzu gesellt sich noch der helle Gasriese Jupiter im Südosten. Außerdem laden
die Konstellationen des Winters zu einer Entdeckungsreise ein. Mit dem Sternbild
Löwen macht sich im Osten schon ein Frühlingsbote bemerkbar.

Blich nach Westen am frühen Abend des 19. Februar 2026: Direkt
links neben der Mondsichel die Venus, rechts darunter über dem
Horizont der Merkur. Die Venus ist zu diesem Zeitpunkt schon
untergegangen.
Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht] |
Man merkt es bereits: Die Nächte werden wieder kürzer. Doch vor allem im
Norden denkt angesichts von Temperaturen unter dem Gefrierpunkt auch tagsüber
noch niemand an den Frühling - sondern sehnt ihn eher herbei. Doch die
Temperaturen passen zur Jahreszeit: Wir haben mit
dem Februar noch einen kompletten Wintermonat vor uns. Wir können also noch auf
kühle und vor allem klare Nächte hoffen, die einen Blick an den Sternhimmel erlauben.
Und hier findet man noch immer die typischen Sternbilder des Winters.
Die bekannteste Konstellation der kalten Jahreszeit dürfte dabei der
"Himmelsjäger" Orion sein, der abends hoch im
Süden steht. Die Sternbilder Andromeda und Perseus
im Westen erinnern noch an den vergangenen Herbst und der Löwe,
der abends bereits im Osten zu sehen ist, gibt schon einen Vorgeschmack auf den
kommenden Frühling.
Die hellsten Sterne der bekannten Konstellationen des Winters bilden das
leicht zu beobachtende Wintersechseck [Findkarte
Wintersechseck]. Es besteht aus Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen, Kapella
im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion und Sirius
im Großen Hund.
Sirius im Großen Hund ist dabei ein ganz besonderes Objekt:
Er ist der hellste Stern, der von der Erde aus zu beobachten ist. Seine
Helligkeit kann schon einmal dazu führen, dass man den Stern mit einem Planeten
verwechselt. Es gibt allerdings eine einfache Methode, um Sterne von Planeten zu
unterscheiden: Sirius scheint ein wenig zu flackern, Planeten nicht. Das liegt
daran, dass das Licht weit entfernter, punktförmig erscheinender Sterne
deutlicher von der Erdatmosphäre gestört wird, als das von mehr scheibenförmigen,
erdnahen Planeten.
Auch das Sternbild Fuhrmann
gehört
mit seinem Hauptstern Kapella zum Wintersechseck.
In diesem Sternbild finden sich - bei guten Bedingungen sogar schon mit bloßem
Auge - drei helle Sternhaufen: M 36, M 37 und
M 38. Um sie zu finden, versucht man sich am besten von Kapella
aus zu ihnen hinunterzuhangeln [Findkarte].
Die Sternhaufen sind alle rund 4000 Lichtjahre von der Erde entfernt und
sollten als verschwommene Lichtflecken erkennbar sein. Ein gutes Fernglas verrät
dann schon mehr über die Struktur dieser Objekte. Sie liegen außerdem im Band
der Milchstraße, das für Entdeckungstouren mit dem Fernglas einiges zu bieten
hat.
Im Sternbild Orion befindet sich eines der aktivsten
Sternentstehungsgebiete unserer Milchstraße, der Orionnebel. Schon ein kleines Fernglas
offenbart, was sich am unteren Ende des Schwerts des Orion - also unterhalb der
drei deutlich sichtbaren Gürtel-Sterne - verbirgt. Kleine Teleskope lassen einen
dann schon einige Sterne im Zentrum des Nebels ausmachen, die sogenannten
Trapez-Sterne, bei denen es sich um junge, heiße Sonnen handelt. Mithilfe von
Infrarotbeobachtungen hat man inzwischen feststellen können, dass
man hier einen Sternhaufen aus über tausend jungen Sternen vor sich
hat.
Für Planetenfans hat der Februar einiges zu bieten: Etwa ab der zweiten
Februarwoche ist der sonnennächste Planet Merkur nach
Sonnenuntergang am Südwesthorizont zu sehen. Er wird fast bis zum Monatsende
beobachtbar bleiben, dann könnte auch die Venus beim Aufspüren
helfen: Unser sonnennäherer Nachbar stand im vergangenen Monat in oberer
Konjunktion mit der Sonne und wird in der zweiten Monatshälfte langsam am
Abendhimmel sichtbar. Auch sie findet sich am Südwesthorizont, ist aber noch
kein besonders auffälliges Objekt. Unser anderer Nachbar Mars
ist noch immer nicht zu sehen.
Der Gasriese Jupiter stand im Januar in Opposition zur Sonne
und ist weiterhin ein Glanzpunkt am nächtlichen Himmel. Nur vom Morgenhimmel
zieht er sich langsam zurück. Er befindet sich im Sternbild Zwillinge. Der
Ringplanet Saturn gibt seine Abschiedsvorstellung am Abend. Er
steht in den Fischen und ist nur in den frühen Abendstunden auszumachen. Am
Abend lassen sich also in der zweiten Februarhälfte mit etwas Übung mit bloßem
Auge Merkur, Venus und Saturn im Westen sehen, Jupiter ist gleichzeitig im
Südosten präsent.
In manchen sozialen Medien ist bereits jetzt von einer eindrucksvollen
Planetenparade Ende Februar zu lesen: Am Himmel würden nämlich nicht nur Merkur,
Venus, Saturn und Jupiter, sondern auch Neptun und Uranus stehen. Während
Uranus tatsächlich mit dem Fernglas am Abend im Sternbild Stier
beobachtet werden kann, ist Neptun inzwischen eher ein Fall für
Spezialisten. Außerdem erstreckt sich die "Planetenparade" von Ost nach West,
also praktisch über den halben Himmel, ein einziger Blick reicht also nicht, um
alle Planeten zu sehen.
Sternschnuppenfreunde dürften im Februar kaum auf ihre Kosten kommen. Größere
periodische Sternschnuppenströme mit Maximum im Februar gibt es nicht.
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