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Mondstaub automatisiert sammeln und sortieren
Redaktion
/ Pressemitteilung des DLR astronews.com
21. Oktober 2025
In der vergangenen Woche sind acht Teams bei der ESA
Space Resources Challenge 2025 gegeneinander in der LUNA-Halle in Köln
angetreten. Dabei testeten sie ihre innovativen Weltraumanwendungen: darunter
auch das Team BREMEN von DLR und DFKI. Ziel des Wettbewerbs ist die Aufbereitung
von Mondstaub, aus dem Baumaterial und Sauerstoff gewonnen werden könnten.

Team BREMEN während der ESA Space Resources
Challenge 2025 in der LUNA-Halle beim DLR in Köln: Das System,
bestehend aus dem mobilen Rover "Coyote III" (links) und einer
stationären Aufbereitungseinheit (rechts), kann Mondstaub
sammeln und sortieren.
Foto: DLR [Großansicht] |
Die Aufgabe der aktuellen ESA Space Resources Challenge ist es,
Technologien für die Aufbereitung von Mondstaub, in der Fachsprache Regolith
genannt, zu entwickeln. Aus Regolith können zum Beispiel Sauerstoff und
Baumaterialien direkt vor Ort auf dem Mond gewonnen werden. Ziel ist es, künftig
eine nachhaltige und unabhängige Versorgung künftiger Astronautinnen und
Astronauten sicherzustellen.
Das Ausgangszenario: Wir schreiben die 2040er Jahre. Auf dem Mond sind
dauerhaft Menschen stationiert. Mondrohstoffe werden direkt vor Ort abgebaut und
genutzt. Um Ressourcen wie Sauerstoff oder Metalle effizient zu gewinnen, müssen
die Astronautinnen und Astronauten Regolithpartikel zuvor nach Größen sortieren.
Für dieses Zukunftsszenario vereint Team BREMEN (Benefication of REgolith and
Mobile Excavation) schon heute zwei starke Partner: das DLR-Institut für
Raumfahrtsysteme mit seiner Expertise im Bereich Sammlung und Verarbeitung von
Materialien auf Himmelskörpern wie Asteroiden oder dem Mond sowie das Deutsche
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit seiner weltweit
anerkannten Kompetenz in der Weltraumrobotik. Gemeinsam entwickeln sie ein
modulares System bestehend aus dem mobilen Rover "Coyote III", der das Regolith
sammelt und dann zu einer stationären Aufbereitungseinheit bringt, wo es nach
Größe sortiert und für die weitere Verarbeitung vorbereitet wird.
"Unser Ziel ist es, Technologien zu entwickeln, die einen nachhaltigen
Aufenthalt auf dem Mond ermöglichen. Dafür braucht es Lösungen, die sich direkt
vor Ort bewähren – und genau das testen wir in diesem Wettbewerb. Unser System
hat sehr gut funktioniert und wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen", sagt
Dr. Paul Zabel, Projektleiter am DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. "Robotik ist
der Schlüssel, um Menschen im All zu entlasten. Mit unserem Rover 'Coyote III'
konnten wir demonstrieren, wie ein mechanisch robuster, geländegängiger und
modular erweiterbarer Roboter zuverlässig Daten sammelt, auswertet und sich
sicher und effizient auf mondähnlichem Terrain bewegen kann", ergänzt Dr. Mehmed
Yüksel, Leiter der Abteilung Space Robotics am DFKI.
Neben Team BREMEN aus Deutschland sind Teams aus Polen, Kanada, Dänemark und
Großbritannien beim Wettbewerb dabei. Jedes Team bringt seine Expertise in
Robotik, Materialwissenschaft und Weltraumtechnik ein. ESA Space Resources
Challenge ist eine 2021 von ESA und und dem European Space Resources
Innovation Centre (ESRIC) ins Leben gerufene Initiative zur Förderung von
Innovationen. Sie soll dazu anregen, innovative Lösungen für das europäische
Raumfahrtprogramm zu entwickeln. Der Wettbewerb ermutigt Industrie und
Forschungseinrichtungen, sich um einen Preis zu bewerben.
Die ESA Space Resources Challenge soll dazu beitragen, Innovation zu
fördern, indem sie die internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft,
Industrie und Forschungsorganisationen zur Weiterentwicklung von
Weltraumressourcen anregt. Der Wettbewerb läuft noch bis November 2025. Dann
werden die Gewinner-Teams bekanntgegeben. Das insgesamt beste Team erhält ein
Preisgeld der ESA im Wert von 500.000 Euro für weitere Forschungsarbeiten. Das
beste Team in der Kategorie "Sortierung des Regoliths" erhält von der
Luxembourg Space Agency (LSA) und ESRIC bis zu 250.000 Euro.
Die LUNA Analog Facility in Köln ist eine weltweit einzigartige
Anlage zur Vorbereitung künftiger astronautischer und robotischer Mondmissionen.
In der LUNA-Halle befindet sich unter anderem eine 700 Quadratmeter große
simulierte Mondoberfläche. Sie ist gefüllt mit "Mondstaub", der dem echten
Regolith täuschend ähnlich ist. Steine und Felsen sind der Mondgeologie
nachempfunden und ein Sonnensimulator erzeugt Lichtverhältnisse wie auf dem
Mond. Ein um drei Meter abgesenkter Bereich erlaubt etwa das Testen von
Bohrtechniken.
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