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MONDFINSTERNIS
Ein verdunkelter Mondaufgang am Sonntagabend
von Stefan Deiters
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5. September 2025

Das kommende Wochenende endet mit einem besonderen Himmelsschauspiel: Der Mond gerät am Sonntagabend in den Kernschatten der Erde und verfinstert sich. Von Mitteleuropa aus geschieht dies meist noch vor Mondaufgang, so dass der Erdtrabant in weiten Teilen bereits verfinstert aufgeht.

Mond

Foto der totalen Mondfinsternis im September 2015. Foto: NASA / Aubrey Gemignani  [Großansicht]

Der Vollmond am kommenden Sonntag bietet auch für Mitteleuropäer einmal wieder die Gelegeheit, eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Allerdings tritt der Mond am 7. September 2025 bereits um 18:27 MESZ in den Kernschatten der Erde ein - da steht die Sonne noch am Himmel und der Mond ist noch nicht aufgegangen. Um 19:31 MESZ beginnt dann die totale Phase der Finsternis. Nur in Teilen Österreichs und im äußersten Osten Deutschlands bei Görlitz ist der Mond dann bereits zu sehen, für den Rest geht der Mond später verdunkelt auf - je weiter westlich man sich befindet, desto länger wird man sich gedulden müssen. Die totale Phase endet um 20:53 MESZ, am dunkleren Himmel wird man dann noch bis 21:56 MESZ die partielle Phase verfolgen können.

Die Finsternis ist für einige Zeit die letzte leidlich gut aus dem deutschsprachigen Raum beobachtbare totale Mondfinsternis. Die nächste halbwegs gut sichtbare totale Mondfinsternis gibt es erst wieder am 31. Dezember 2028, richtig gut zu sehen sein wird eine Mondfinsternis sogar erst wieder am 20. Dezember 2029. Der Vorteil der Finsternis am Sonntagabend ist, dass der tiefstehende verdunkelte Mond für Fotografen spannende Motive bietet. Gutes Wetter vorausgesetzt, lässt sich der Mond während der Finsternis neben Gebäuden, Berge oder Bäumen eindrucksvoll in Szene setzen.

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Eine Mondfinsternis gibt es immer dann, wenn die Erde zwischen Mond und Sonne gerät und der Schatten der Erde den Mond verdunkelt. Das kann nur passieren, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen - also bei Vollmond. Bei der Sonnenfinsternis ist es übrigens genau umgekehrt: Hier wirft der Mond einen Schatten auf die Erde, der Mond muss sich also genau zwischen Erde und Sonne befinden, was wiederum der Neumondposition entspricht. Da die Mondbahn um die Erde aber nicht genau in der Ebene verläuft, in der sich die Erde um die Sonne dreht, kommt es nicht jeden Monat zu einer Sonnen- bzw. Mondfinsternis.

So finster, wie der Begriff "Mondfinsternis" vermuten lässt, erscheint der Mond dem irdischen Betrachter übrigens in der Regel nicht. Selbst im Maximum der Verfinsterung ist der Erdbegleiter nicht schwarz oder gar unsichtbar, sondern eher kupferfarben rötlich, mitunter auch bräunlich. Dieser Farbeindruck resultiert aus der Lichtstreuung und -filterung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre, die insbesondere das langwellige, rote Sonnenlicht durchlässt und Richtung Kernschatten ablenkt, das kurzwelligere Licht dagegen "verschluckt" und streut.

Die Helligkeit des reflektierten Lichts und seine Farbtönung ist auch ein Maß für die Verschmutzung der irdischen Hochatmosphäre, insbesondere durch vulkanische Aktivität. Wegen der rötlichen Färbung des Erdtrabanten während einer Finsternis ist in letzter Zeit in vielen Medien immer häufiger von einem "Blutmond" die Rede.

Hinweis: In einer ersten Version dieses Artikel wurde das Ende der totalen Phase irrtümlich mit 21:56 Uhr MESZ angegeben, das ist aber das Ende der partiellen Phase, also der Zeitpunkt zu dem der Mond komplett aus dem Kernschatten der Erde herausgetreten ist. Das Ende der totalen Phase ist schon um 20:53 Uhr MESZ.

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siehe auch
Der Sternhimmel im September 2025: Tagundnachtgleiche und eine totale Mondfinsternis - 1. September 2025
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