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ESA
Größter ESA-Haushalt aller Zeiten verabschiedet
Redaktion / Pressemitteilung der ESA
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29. November 2019

Die für Raumfahrt zuständigen Minister der ESA-Mitgliedsstaaten haben bei ihrer Tagung in Sevilla den bislang größten ESA-Haushalt genehmigt. Besonders das Wissenschaftsprogramm der ESA konnte sich dabei über einen deutlichen Mittelzuwachs freuen. Das Gesamtbudget für die kommenden Jahre beläuft sich auf 14,4 Milliarden Euro - Deutschland trägt davon knapp 23 Prozent.

Sevilla

Treffen der für die Raumfahrt zuständigen Minister der ESA in Sivilla am 26. und 27. November 2019. Bild: ESA - S. Corvaja  [Großansicht]

Die Space19+, die Ratstagung der ESA auf Ministerebene, schloss im spanischen Sevilla mit der Billigung des bisher ehrgeizigsten Plans für die Zukunft der ESA und des gesamten europäischen Raumfahrtsektors. Auf der Tagung kamen die in Europa für Raumfahrttätigkeiten zuständigen Minister zusammen. Ferner waren auch Vertreter Kanadas sowie Beobachter der EU anwesend.

Die Mitgliedstaaten wurden gebeten, ein umfassendes Programmpaket zu genehmigen, das den unabhängigen Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung in den 2020er-Jahren für Europa sichert, die wachsende europäische Weltraumwirtschaft ankurbelt und die weitere Erforschung der Erde, unseres Sonnensystems und des Weltalls ermöglicht. Zugleich wurde die Entscheidung getroffen, die Anstrengungen für die Sicherheit und den Schutz unseres Planeten zu verstärken.

Zum ersten Mal seit 25 Jahren wurde die Finanzierung für das wissenschaftliche Programm der ESA signifikant angehoben. Dies ermöglicht unter anderem den gemeinsamen Einsatz des ersten Gravitationswellendetektors im Weltraum, LISA, und der Mission ATHENA zur Untersuchung Schwarzer Löcher, um grundlegende Fortschritte im Verständnis der Physik des Universums zu erzielen. Zudem werden zur Unterstützung künftiger Missionen die Forschung und Entwicklung sowie die Laboratorien der ESA gestärkt und entsprechend umfangreiche Finanzmittel bereitgestellt.

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Zusammen mit Partnern auf der ganzen Welt wird Europa dank seines fortlaufenden Engagements im Rahmen der Internationalen Raumstation bis 2030 sowie der Bereitstellung wichtiger Transport- und Wohnmodule für das Gateway, die erste Raumstation in der Mondumlaufbahn, in der Erkundung des Weltraums eine zentrale Rolle spielen und sich weiter ins All hinauswagen als jemals zuvor.

Den im Jahr 2009 eingestellten ESA-Astronauten werden auch weiterhin Flüge zugeteilt, bis jeder von ihnen einen zweiten Einsatz im All absolviert hat. Ferner wird das Verfahren für die Rekrutierung eines neuen Astronautenkorps zur Fortsetzung der europäischen Erkundung in der erdnahen Umlaufbahn und darüber hinaus eingeleitet. Erstmals sollen auch europäische Astronauten zum Mond aufbrechen. Zudem haben die Mitgliedstaaten die europäische Unterstützung einer Mission zur Rückführung von Mars-Bodenproben in Kooperation mit der NASA bestätigt.

Die ESA wird den kommerziellen Nutzen der Raumfahrt für Pioniere und Regierungen in den Mitgliedstaaten fördern und so die Wettbewerbsfähigkeit im NewSpace-Sektor stärken. Sie wird die ersten voll flexiblen Satellitensysteme zur Integration in 5G-Netze sowie optische Technologie der nächsten Generation für das "Fibre in the Sky"-Netz entwickeln, was einen Wandel in der Industrie für Satellitenkommunikation darstellt.

Die Satellitenkommunikation wird ihre Kräfte mit der Navigation bündeln, um die Satellitennavigation für den Mond zu erschließen, während kommerziellen Unternehmen über das NAVISP-Programm die Finanzierung neuer Anwendungen für Navigationstechnologien ermöglicht wird.

Die Minister der ESA-Mitgliedstaaten haben zudem den reibungslosen Übergang zur nächsten Generation von Raumfahrzeugträgern, Ariane-6 und Vega-C, sichergestellt und grünes Licht für Space Rider, das neue wiederverwendbare Raumschiff der ESA, erteilt. Mit der Einleitung von 11 neuen Missionen, die insbesondere dem Klimawandel, der Arktis und Afrika gewidmet sind, wird die weltweite Führungsposition der ESA in der Erdbeobachtung weiter ausgebaut.

Darüber hinaus soll künftig die Weltraumsicherheit ein neuer grundlegender Pfeiler der ESA-Tätigkeiten sein. Diese führt zu neuen Projekten in den Bereichen der Aufrechterhaltung einer optimalen Weltraumumgebung – durch die Entfernung gefährlicher Raumfahrtrückstände und Pläne für eine Automatisierung der Weltraumverkehrskontrolle – und der Früherkennung und Eindämmung von Schäden auf der Erde durch Gefahren aus dem Weltraum wie Asteroiden und Sonnensturmausbrüche.

So werden im Rahmen der Mission Hera, einem gemeinsamen Vorhaben mit der NASA, Kapazitäten zur Bahnablenkung von Asteroiden getestet. Ferner wurden neue Investitionen auf dem Gebiet der Cyber-Resilienz und des Cyber-Trainings zugesagt. In den kommenden Jahren wird die ESA ihre Beziehung zur Europäischen Union ausbauen und ihre interne strukturelle Flexibilität, ihre Wirksamkeit und ihre Effizienz steigern.

"Unsere 22 Mitgliedstaaten mit ihren regelmäßig wechselnden Regierungen zusammenzubringen und sich über solch inspirierende Vorhaben zu einigen, um eine gemeinsame Zukunft im Weltraum aufzubauen, mag auf dem Papier schier unmöglich erscheinen. Doch in den zwei Tagen in Sevilla haben wir gezeigt, dass es möglich ist", so ESA-Generaldirektor Jan Wörner. "Es gelingt, weil wir zusammenarbeiten, um gute Programme zu entwickeln, engagiert sind und uns aktiv in ein langwieriges und gründliches Beschlussfassungsverfahren einbringen, das Wissenschaftler, Industrie und nationale Delegationen einbezieht."

Mit den Beschlüssen hat die ESA in den kommenden Jahren insgesamt 14,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Gesamtsumme liegt damit sogar etwas über den für die kommenden drei Jahre geforderten 13,9 Milliarden Euro, wobei es von Programm zu Programm Unterschiede gibt. Den größten Anteil am Budget hat mit 2,5 Milliarden Euro die Erdbeobachtung. Es folgt mit 2,2 Milliarden Euro der Posten Space Transportation und mit 1,9 Milliarden Euro die bemannte und robotische Raumfahrt. Das ESA-Wissenschaftsprogramm liegt mit 1,6 Milliarden Euro auf dem vierten Platz, für die Wissenschaft ist dies ein Plus von über einer Milliarde Euro.

Deutschland ist mit 3,294 Milliarden Euro, entsprechend 22,9 Prozent, der größte Beitragszahler der ESA, gefolgt von Frankreich (18,5 Prozent), Italien (15,9 Prozent) und Großbritannien (11,5 Prozent).

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siehe auch
ESA: Mehr Geld für ExoMars, ISS & Co. - 2. Dezember 2016
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