Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Forschung : Artikel [ Druckansicht ]

 
GRAVITATIONSWELLEN
Verstärkung für Potsdamer Wissenschaftler
Redaktion / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik
astronews.com
4. Januar 2018

Für die Entdeckung von Gravitationswellen und die anschließende Auswertung der Signale ist eine genaue Kenntnis der Wellenform dieser Kräuselungen der Raumzeit von großer Bedeutung. Am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik hat man die entsprechenden Kompetenzen nun weiter verstärkt: Der neue Direktor ist Experte für die dafür nötigen numerischen Simulationen.

Kollision

Künstlerische Darstellung der Kollision zweier Neutronensterne. Bild: NSF/LIGO/Sonoma State University/A. Simonnet   [Großansicht]

Die Entdeckung von Gravitationswellen, abgestrahlt bei der Verschmelzung von binären Schwarzen Löchern und Neutronensternen, markierte einen Durchbruch in der Astronomie und Astrophysik und hat ein neues Fenster in unser Universum geöffnet. Es wird erwartet, dass die Advanced LIGO- und Virgo-Detektoren in naher Zukunft eine große Anzahl von Gravitationswellenquellen beobachten werden.

Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) in Potsdam spielt eine führende Rolle bei der Entwicklung von Wellenformen und bei der Ermittlung von astrophysikalischen und grundlegenden physikalischen Informationen wie Massen, Spins, Entfernungen der Quellen von der Erde, Eigenschaften von Neutronensternen und der Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums.

Jetzt wurde Masaru Shibata vom Yukawa Institut für Theoretische Physik an der Universität Kyoto zum neuen Direktor am AEI berufen. Er ist ein weltweit anerkannter Experte für numerisch-relativistische Simulationen von astrophysikalischen Ereignissen, die Gravitationswellen erzeugen. Er erforscht Verschmelzungen binärer Neutronensterne und sogenannter gemischter Binärsysteme – Doppelsterne aus einem schwarzen Loch und einem Neutronenstern – sowie Supernovae kollabierender Sternenkerne, bei denen Schwarze Löcher entstehen.

Shibata, der am AEI eine neue Abteilung zur numerischen und relativistischen Astrophysik aufbauen wird, untersucht insbesondere die Phase nach der Verschmelzung und hat die physikalischen Bedingungen für die Entstehung elektromagnetischer Signale aufgeklärt, wie sie kürzlich beim ersten, mit Advanced LIGO und Virgo beobachteten, binären Neutronenstern gemessen wurden. Shibata untersucht darüber hinaus grundlegende Aspekte der Allgemeinen Relativitätstheorie mit numerischen Methoden.

Anzeige

Der Forschungsschwerpunkt von Shibata ergänzt die bereits bestehenden Kompetenzen am AEI ideal. "Ich bin begeistert, dass Masaru Shibata an unser Institut kommt und ich freue mich auf eine fruchtbare Interaktion und Zusammenarbeit", sagt Professor Alessandra Buonanno, Leiterin der Abteilung "Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie". "Neutronensterne gehören zu den extremsten Quellen von Gravitationswellen und wir erwarten, dass wir in Zukunft noch mehr über ihre exotische innere Struktur erfahren werden. Shibata kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, und seine Expertise passt perfekt zu unserer Vision eines modernen Instituts, das von neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Gravitation profitiert."

Ihr Kollege Professor Hermann Nicolai stimmt zu und ergänzt: "Shibata ist weltweit führend auf seinem Gebiet. Ich freue mich, dass er als Kollege und Co-Direktor ans Institut kommt."

Shibatas Schwerpunkt liegt auf theoretischer, allgemein-relativistischer Astrophysik. Er arbeitet an numerischen Lösungen von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Für hochkomplexe Prozesse wie das Verschmelzen von Neutronensternen und/oder Schwarzen Löchern können diese nichtlinearen Differentialgleichungen nicht analytisch gelöst werden. Daher sind numerisch-relativistische Simulationen mit Hochleistungsrechnern der geeignete Ansatz für theoretische Studien.

Numerische Simulationen spielen eine wichtige Rolle bei der Vorhersage genauer Gravitationswellenformen für die Suche in den Detektordaten und für die Untersuchung von energiereichen Phänomenen wie Supernova-Explosionen und Gammastrahlenausbrüchen.

Forum
Verstärkung für Potsdamer Gravitationswellenforscher. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Gravitationswellen: Wenn Neutronensterne verschmelzen - 16. Oktober 2017
Nobelpreis für Physik: Nobelpreis für Gravitationswellen-Beobachtung - 4. Oktober 2017
Gravitationswellen: Drei Detektoren belauschten ein Ereignis - 28. September 2017
Gravitationswellen: Indikator für verborgene Dimensionen? - 30. Juni 2017
LIGO: Gravitationswellen zum Dritten - 1. Juni 2017
Gravitationswellen: Neuer Superrechner für Gravitationswellenforscher - 24. Januar 2017
Gravitationswellen: Neuer Beobachtungslauf beginnt - 1. Dezember 2016
Gravitationswellen: Die Ära der Gravitationswellen-Astronomie - 6. Juli 2016
LIGO: Zweites Gravitationswellen-Signal entdeckt - 16. Juni 2016
LIGO: Erste direkte Beobachtung von Gravitationswellen - 11. Februar 2016
Links im WWW
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
In sozialen Netzwerken empfehlen
 
 
Anzeige
Anzeige
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2018. Alle Rechte vorbehalten.  W3C
Diese Website wird auf einem Server in der EU gehostet.

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2018
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: https://www.astronews.com:443/news/artikel/2018/01