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Die NASA hat die vom Team vorgeschlagene Verlängerung der Mission New Horizons genehmigt. Die Sonde kann damit Anfang 2019 an einem weiteren Objekt des Kuipergürtels vorüberfliegen und bis dahin auch andere Brocken in der Region aus der Ferne untersuchen. Die Sonde Dawn soll weiter um den Zwergplaneten Ceres kreisen und keinen neuen Asteroiden ansteuern.
Die NASA hat am Freitag die Mission der NASA-Sonde New Horizons verlängert, so dass sie - wie vom Team vorgeschlagen - am 1. Januar 2019 am Kuipergürtel-Objekt 2014 MU69 vorüberfliegen kann. "Die Mission von New Horizons zu Pluto hat unsere Erwartungen übertroffen und bis heute sorgen die Daten der Sonde für neue Überraschungen", so der NASA-Direktor für Planetenforschung Jim Green. "Wir freuen uns auf unseren weiteren Weg in die dunklen Tiefen des Sonnensystems zu einem Ziel, das noch nicht einmal entdeckt war, als die Sonde gestartet ist." Die NASA hatte in der vergangenen Woche die Verlängerung von insgesamt neun Missionen beschlossen. Dabei wurde auch entschieden, dass die Asteroidensonde Dawn, die gegenwärtig den Zwergplaneten Ceres umkreist, nicht noch ein weiteres Ziel im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter ansteuern, sondern weiter Ceres umkreisen soll. Ursprünglich hatte es Planungen gegeben, dass Dawn noch den Asteroiden Adeona besucht. "Die Beobachtung von Ceres über einen längeren Zeitraum - insbesondere, wenn der Zwergplanet den sonnennäheren Teil seiner Umlaufbahn durchläuft - verspricht einen höheren wissenschaftlichen Gewinn als ein Vorüberflug bei Adeona", so Green. Außerdem wurden von der NASA noch die Missionen des Mars Reconnaissance Orbiter, der Sonde Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN (MAVEN), der Rover Opportunity und Curiosity, der Sonden Mars Odyssey und Lunar Reconnaissance Orbiter sowie der NASA-Anteil an der europäischen Mission Mars Express verlängert.
Die Verlängerung der Mission New Horizons trägt den Namen "Kuiper Belt Extended Mission", kurz KEM. Der Höhepunkt wird der Vorüberflug an einem weiteren Objekt des Kuipergürtels im Jahr 2019 sein. Das Ziel dieses Vorüberflugs war 2014 mithilfe des Weltraumteleskops Hubble aufgespürt worden: Es handelt sich um den Asteroiden 2014 MU69, den New Horizons am 1. Januar 2019 in einem Abstand von nur 3.000 Kilometern passieren wird - das ist nur rund ein Viertel des Abstandes, mit dem die Sonde an Pluto vorübergeflogen war. Mit Genehmigung der NASA hatte das Team bereits im Herbst eine Kurskorrektur vorgenommen, um 2014 MU69 mit dem noch vorhandenen Treibstoff erreichen zu können. Hätte man damit länger gewartet, wäre eine deutlich umfangreichere Kursanpassung nötig gewesen, für die eventuell nicht ausreichend Treibstoff zur Verfügung gestanden hätte. Die Vorüberflugphase an 2014 MU69 wird im September 2018 beginnen und bis etwa eine Woche nach der Passage des Objekts dauern. Für die Übertragung der Daten zur Erde rechnet das Team anschließend mit einer Zeitspanne von etwa 20 Monaten. Während der erweiterten Mission soll New Horizons nicht nur an 2014 MU69 vorüberfliegen, sondern auch als "Beobachtungsplattform" für Objekte des Kuipergürtels dienen. Geplant ist dabei die Beobachtung von rund 20 anderen Objekten in dieser Region.
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