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Der Rote Planet und ein Komet
von Stefan Deiters astronews.com
24. Oktober 2014
Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat gestern ein
eindrucksvolles, mit dem Weltraumteleskop Hubble erstelltes Bild
veröffentlicht, das den Kometen Siding Spring beim Vorüberflug an unserem
Nachbarplaneten Mars zeigt. Allerdings hat die NASA etwas getrickst: Das Bild
ist nämlich eine Montage aus mehreren Hubble-Aufnahmen.

Der Komet C/2013 A1 Siding Spring und der
Mars in einer Montage aus Bildern, die mit dem
Weltraumteleskops Hubble gemacht wurden. Bild: NASA,
ESA, J.-Y. Li (PSI), C.M. Lisse (JHU/APL) und das
Hubble Heritage Team (STScI/AURA) [Großansicht] |
Es war ein Ereignis, wie es nur äußerst selten zu beobachten ist: Am
vergangenen Sonntag flog der Komet C/2013 A1 (Siding Spring) in einem Abstand
von knapp 140.000 Kilometern am Planeten Mars vorüber. Dies war so nahe, dass
der Komet von den Sonden im Marsorbit und auf der Oberfläche des Planeten ohne
weiteres beobachtet werden konnte.
Zugleich stellten die Partikel aus der Koma
des Kometen für die Sonden aber auch eine Gefahr dar, so dass man sie zur
gefährlichsten Zeit "hinter" dem Mars positionierte, um sie vor den winzigen,
doch äußerst schnellen Teilchen aus der Koma zu schützen.
Das Weltraumteleskop Hubble konnte sich das Geschehen am Roten Planeten ganz
ungefährdet ansehen, lagen doch zwischen Erde und Mars am vergangenen Sonntag
fast 240 Millionen Kilometer. Hubble blickte am vergangenen Wochenende gleich
mehrfach zum Mars, um Bilder des Kometen zu machen und nahm zudem am frühen
Sonntagmorgen auch den Mars selbst auf.
Aus diesen Beobachtungen erstellten die Experten der NASA dann eine Ansicht,
die die tatsächliche Entfernung des Kometen vom Roten Planeten und die
Größenverhältnisse zum Zeitpunkt des
Vorüberflugs zeigt. Die Entfernung am Himmel betrug dabei 1,5 Bogenminuten,
was etwa einem Zwanzigstel des Vollmonddurchmessers am nächtlichen Himmel
entspricht. Der Hintergrund des Bildes wurde aus erdgebundenen Beobachtungen des
Palomar Sky Survey ergänzt, die man zuvor der Auflösung von Hubble angepasst
hatte.
Der Kometenkern selbst ist zu klein, um von Hubble aufgelöst zu werden. Dafür sind
aber die Koma aus Gas und Staub sowie ein staubiger Schweif gut auf der Aufnahme
zu erkennen.
Eine solches Bild war nur als Montage zu realisieren, weil der Komet, Mars und die
Hintergrundsterne ganz unterschiedliche Helligkeiten haben. So ist der Rote
Planet beispielsweise 10.000-mal heller als der Komet. Außerdem haben sich Komet
und Mars relativ zueinander bewegt, so dass das Teleskop bei der Aufnahme einmal dem einen Objekt
und dann dem anderen Objekt nachgeführt werden musste.
Der Komet Siding Spring war am 3. Januar 2013 von einem Teleskop des
Siding Spring Observatory in Australien entdeckt worden. Damals befand er
sich etwa im Bereich der Bahn des Gasriesen Jupiter, näherte sich aber mit jedem
Tag der Sonne weiter an. Nachdem man es zunächst sogar für möglich hielt, dass
der Komet auf dem Mars einschlagen könnte, ergaben genauere Berechnung bald,
dass er in einem Abstand von weniger als 140.000 Kilometern am Roten Planeten
vorüberfliegen wird. Die Passage wurde von mehreren Sonden im Marsorbit
verfolgt.
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