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Eine Million wissenschaftliche Beobachtungen
von Stefan Deiters astronews.com
6. Juli 2011
Das Weltraumteleskop Hubble, das vermutlich
bekannteste und beliebteste Teleskop aller Zeiten, konnte am Montag ein
besonderes Jubiläum feiern. Hubble machte die einmillionste
wissenschaftliche Beobachtung. Das Teleskop visierte dazu einen extrasolaren
Planeten in rund 1000 Lichtjahre Entfernung an und suchte in dessen Atmosphäre
nach Wasserdampf.

So könnte der jetzt von Hubble untersuchte
extrasolare Planet HAT-P-7b aussehen.
Bild: NASA, ESA und G. Bacon
(STScI) |
"Seit 21 Jahren ist Hubble das wichtigste
wissenschaftliche Weltraumobservatorium und hat uns mit eindrucksvollen Bildern
aus den Tiefen des Alls in Erstaunen versetzt und bahnbrechende astronomische
Forschungen in ganz unterschiedlichen Bereichen ermöglicht", meinte
NASA-Administrator Charles Bolden anlässlich der einmillionsten
wissenschaftlichen Hubble-Beobachtung. Bolden hat zu Hubble
eine ganz besondere Beziehung: Er war nämlich Pilot jener Space-Shuttle-Mission
im Jahr 1990, bei der Hubble ins All ausgesetzt wurde. "Die Tatsache,
dass Hubble diesen Meilenstein mit der Untersuchung eines entfernten
Planeten erreicht, ist Beweis für die Stärken und die Bedeutung des
Instruments."
Den meisten Menschen ist Hubble vor allem durch seine
eindrucksvollen Bilder von Galaxien, Nebeln und Sternhaufen vertraut. Das
Teleskop macht jedoch auch Beobachtungen, die für den Laien weniger spektakulär,
für die Wissenschaftler aber oft von noch größerer Bedeutung sind. So handelte
es sich auch bei der einmillionsten Beobachtung um eine spektroskopische
Messung, bei der das Licht eines entfernten Objekts entsprechend seiner
verschiedenen Wellenlängen aufgespalten wird. Das so entstehende Spektrum kann
den Astronomen etwas über die Zusammensetzung des Objektes verraten.
Ziel von Hubble war dabei der Planet HAT-P-7b oder Kepler 2b. Dieser
Gasriese in rund 1.000 Lichtjahren Entfernung ist größer als Jupiter und wurde
nach seiner Entdeckung zunächst mit dem NASA-Weltraumteleskop Kepler
untersucht. Hubble soll nun etwas über seine Atmosphäre herausfinden.
"Wir suchen dabei nach der spektralen Signatur von Wasserdampf", erläutert Drake
Deming von der University of Maryland und dem Goddard Space Flight
Center der NASA. "Es sind sehr präzise Untersuchungen, deren Auswertung
mehrere Monate in Anspruch nehmen wird."
Hubble wurde am 24. April 1990 an Bord der Raumfähre Discovery
ins All gebracht. Die Entdeckungen, die mit dem Weltraumteleskop seitdem gemacht
wurden, haben viele Bereiche der astronomischen Forschung revolutioniert. Bis
heute hat das Teleskop mehr als 50 Terabyte an Daten geliefert. Sie sind in
einem Archiv für Wissenschaftler und auch für die allgemeine Öffentlichkeit
abrufbar. Die einmillionste Beobachtung wurde mit dem Spektrometer der Wide
Field Camera 3 gemacht, die bei der letzten Wartungsmission im Mai 2009
installiert worden war.
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