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Schneller Stern pflügt durchs All
von Stefan Deiters astronews.com
28. Januar 2011
Die NASA hat in dieser Woche ein faszinierendes neues Bild
des Wide-Field Infrared Survey Explorer (WISE) veröffentlicht. Es zeigt
den massereichen Stern Zeta Ophiuchi, der vermutlich aus einem Doppelsternsystem
hinausgeschleudert wurde und nun mit hoher Geschwindigkeit durchs All rast.
Durch den Infrarotblick von WISE wird auch die dabei entstehende Bugwelle
sichtbar.

Der Blick von WISE auf den Stern Zeta
Ophiuchi und Umgebung. Die Farben stehen für
verschiedene Infrarotwellenlängen.
Bild: NASA / JPL-Caltech / UCLA [Großansicht]
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Das jetzt veröffentlichte Bild des Wide-Field Infrared Survey
Explorer (WISE) zeigt den Stern Zeta Ophiuchi. Er ist in der Bildmitte als
heller blauer Punkt zu sehen. Im sichtbaren Bereich des Lichts erscheint er als
relativ leuchtschwacher rötlicher Stern und von dem vielen Staub in seiner
Umgebung ist nichts zu sehen. Der Infrarotblick von WISE liefert somit eine
interessante neue Ansicht der Region und macht gleichzeitig deutlich, wie
wichtig Beobachtungen in verschiedenen Wellenlängenbereichen sein können, um
ein vollständiges Bild zu bekommen.
Zeta Ophiuchi, im Sternbild Schlangenträger gelegen, ist in Wirklichkeit
nämlich ein sehr massereicher Stern. Wäre er nicht von so viel Staub umgeben,
würde er mit zu den hellsten Sternen am Himmel gehören und im Optischen hell
bläulich leuchten. Zeta Ophiuchi hat etwa die 20-fache Masse der Sonne und ist
rund 65.000-mal heller als sie. Massereiche Sterne leben nicht sonderlich lang,
da sie sehr verschwenderisch mit ihrem Brennmaterial umgehen. Zeta Ophiuchi
dürfte etwa die Hälfte seines nur rund acht Millionen Jahre langen Lebens hinter
sich haben.
Doch in dieser Zeit hat der Stern schon einiges erlebt: Astronomen vermuten
nämlich, dass Zeta Ophiuchi einst Teil eines Doppelsternsystems war. Als der
noch massereichere Partner als Supernova explodierte, wurde der Stern
wegkatapultiert und bewegt sich nun mit einer Geschwindigkeit von 24 Kilometern
pro Sekunde durchs All. Die Bewegung ist auch im interstellaren Gas und im Staub
in seiner Umgebung zu erkennen. In größerer Entfernung erscheint das Material
relativ ungestört. Es schimmert auf dem WISE-Bild grünlich und erinnert etwas an
Polarlichter.
Das ändert sich jedoch, wenn man dem Stern näher kommt. Die intensive
ultraviolette Strahlung, die von Zeta Ophiuchi ausgeht, erhitzt die Wolke aus
Gas und Staub, so dass sie im Infraroten heller leuchtet. Und direkt vor dem
Stern schließlich werden Gas und Staub durch die vom Stern ausgehenden starken
stellaren Winde komprimiert und zur Seite geschoben. Es entsteht eine Struktur,
die mit der Bugwelle eines fahrenden Schiffs vergleichbar ist. Hier wird das
interstellare Material noch weiter erhitzt, so dass es auf der Infrarotaufnahme
hellgelb erscheint. Zeta Ophiuchi bewegt sich auf dem Bild also von unten rechts
nach oben links.
Zeta Ophiuchi wird übrigens einmal so enden, wie schon sein ehemaliger
Partner - in einer gewaltigen Supernova-Explosion. Bis dahin können wir dank
WISE und anderer Infrarotteleskope weiter verfolgen, wie der Stern mit hoher
Geschwindigkeit durch das interstellare Medium pflügt.
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