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NASA-Sonde umsegelt die Erde
von Stefan Deiters astronews.com
25. Januar 2011
Das Team am Marshall Space Flight Center der NASA
hatte die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben: Der kleine Testsatellit
NanoSail-D steckte seit über einem Monat in dem größeren Satelliten
FASTSAT fest. Die Mission des kleinen Sonnenseglers schien damit zu Ende zu
sein, bevor sie begonnen hatte. Doch am 17. Januar kam NanoSail-D
plötzlich frei und entfaltete sein Sonnensegel.

Ein Sonnensegel im Erdorbit (künstlerische
Darstellung).
Bild: NASA |
"Wir sonnensegeln", freute sich Dean Alhorn vom Marshall Space
Flight Center der NASA, der verantwortliche Wissenschaftler für das Projekt
NanoSail-D. Die Freude und Erleichterung, die bei dieser Aussage
mitschwingt, ist verständlich: Der Nano-Satellit war im November 2010 zusammen
mit anderen Experimenten an Bord des Mikro-Satelliten Fast, Affordable,
Science and Technology SATellite (FASTSAT) ins All gebracht worden. Doch
anstatt wie geplant von einem Mechanismus aus FASTSAT hinaus auf einen eigenen
Orbit katapultiert zu werden, blieb NanoSail-D in FASTSAT
stecken. Die Mission, bei der man das Entfalten eines neuartigen rund 10
Quadratmeter großen Sonnensegels erproben wollte, schien gescheitert, bevor sie
eigentlich begonnen hatte.
Doch dann kam der 17. Januar 2011: Aus einem Grund, den das Team bis heute
nicht wirklich verstanden hat, kam NanaSail-D plötzlich frei und
entfaltete am 20. Januar auch sein Sonnensegel. Die empfangenen Signale des
Nano-Satelliten sowie seine Flugbahn haben das Ausbringen des Sonnensegels
inzwischen bestätigt.
Mit der Missionen will das Team ein Verfahren testen, mit dem einmal
ausgediente Satelliten und Weltraummüll gezielt zum Absturz gebracht werden
könnten. "Während das Segel die Erde umkreist, streift es die obere Grenze der
Erdatmosphäre und die aerodynamische Reibung sorgt letztlich für den Absturz."
In Zukunft könnten alle Satelliten zur Vermeidung von Weltraummüll mit einem
solche Segel ausgerüstet sein, das der Satellit am Ende seiner Mission
entfaltet, dadurch abgebremst wird und dann schließlich in der Erdatmosphäre
verglüht.
Dieses Schicksal erwartet auch den kleinen Nano-Satelliten: Das Team rechnet
damit, dass NanoSail-D noch etwa 70 bis 120 Tage um die Erde kreist.
Bis dahin wollen sie verfolgen, wie sich seine Bahn langsam verändert - durch
die Reibung der Atmosphäre und den Druck der Sonnenstrahlung auf das Segel.
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