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Wie ein kosmisches Aquarell
von Stefan Deiters astronews.com
30. Juni 2010
Ein heute von der europäischen Südsternwarte ESO
veröffentlichtes Bild zeigt die Region um den Stern R Coronae Australis. Dieser
befindet sich inmitten eines nahegelegenen Sternentstehungsgebiets und ist von
einem Reflexionsnebel und gewaltigen Staubwolken umgeben. Die eindrucksvolle
Aufnahme, die am La Silla Observatory entstand, erinnert ein wenig an
ein kosmisches Aquarell.

Blick mit dem Wide Field Imager des 2,2
Meter-Teleskops der ESO in La Silla auf die
Region um den jungen Stern R Coronae Australis.
Bild: ESO [Großansicht] |
Der Stern R Coronae Australis befindet sich in einer der
nahegelegensten und spektakulärsten Sternentstehungsregionen. Er ist rund 420
Lichtjahre von der Erde entfernt und liegt im südlichen Sternbild Südliche Krone
(Corona Australis). Das jetzt von der europäischen Südsternwarte ESO
veröffentlichte Bild wurde mit dem Wide Field Imager gemacht, der am
2,2 Meter MPG/ESO-Teleskop montiert ist. Es wurde aus zwölf Einzelaufnahmen
zusammengestellt und zeigt einen Bereich am Himmel, der in etwa der Größe des
Vollmondes entspricht. Dies macht in der Entfernung des Sterns etwa vier
Lichtjahre aus.
R Coronae Australis ist in der Mitte des Bildes zu erkennen. Er ist einer von
mehreren sehr jungen Sternen in dieser Region, deren Helligkeit schwankt und die
noch immer von Wolken aus Gas und Staub umgeben sind, aus denen sie einst
entstanden. Diese Wolken reflektieren die intensive Strahlung der jungen Sonnen
oder aber strahlen sie in anderen Wellenlängenbereichen wieder ab.
Die nebulösen leicht bläulichen Bereiche auf dem Bild entstehen hauptsächlich
durch das von kleinen Staubpartikeln reflektierte Licht. Die jungen Sterne
dieser Region haben eine ähnliche Masse wie unsere Sonne und senden deswegen
nicht ausreichend ultraviolette Strahlung aus, um große Mengen des
Wasserstoffgases in ihrer Umgebung zu ionisieren. Deswegen fehlt hier das aus
anderen Sternentstehungsregionen bekannte rötliche Leuchten der Wolken.
Der gesamte Reflexionsnebel ist in eine riesige Staubwolke eingebettet, die
auf dem Bild gut zu erkennen ist und für unterschiedliche, fast schon
impressionistische Farbschattierungen sorgt. Eine dunkle Staubschwade zieht sich
vom Zentrum des Bildes nach unten links. Hier ist der Staub so dicht, dass das
gesamte Licht der Sterne, die im Inneren entstehen, verschluckt wird. Sie können
dann nur mit Hilfe von Infrarotbeobachtungen aufgespürt werden.
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