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Glühendes Gas und viele junge Sterne
von Stefan Deiters astronews.com
24. Februar 2010
Die europäische Südsternwarte ESO hat heute eine neue
Aufnahme einer hellen Sternentstehungsregion in der Kleinen Magellanschen Wolke
veröffentlicht. Intensive Strahlung und heftige Winde der jungen Sterne bringen
hier das Gas zum Leuchten und sorgen für faszinierende Strukturen in dem so
entstandenen Nebel. Und noch immer werden in der Region neue Sterne geboren.

Der offene Sternhaufen NGC 346 mit seinem
Emissionsnebel.
Bild: ESO [Großansicht] |
Die Sternentstehungsregion NGC 346 hat einen Durchmesser von
ungefähr 200 Lichtjahren, was in etwa der 50-fachen Entfernung der Sonne von
unserem nächsten stellaren Nachbarn entspricht. Bei NGC 346 handelt es sich um
einen offenen Sternhaufen, die Sterne in dieser Region sind also alle aus der
gleichen Wolke aus Gas und Staub entstanden. Umgeben ist der Sternhaufen von
einem Emissionsnebel - die jungen Sterne haben das Gas hier also so aufgeheizt,
dass es eigenständig Licht ausstrahlt.
Viele der Sterne in NGC 346 sind sehr jung: Sie entstanden innerhalb der
letzten paar Millionen Jahre. Die Winde, die von jungen und massereichen Sternen
in ihre Umgebung geblasen wurden, sorgten dann für eine neue
Sternentstehungsrunde. Durch sie wurde nämlich weiteres Material so komprimiert,
dass es unter seiner eigenen Gravitationskraft zu kollabieren begann. So
entstanden ein oder meist mehrere Klumpen aus Gas, die immer heißer und heißer
wurden, bis schließlich das nukleare Feuer in ihrem Inneren zündete und dadurch
ein neuer Stern entstand. Die Geburt einiger Sterne konnte man auf eine
Supernova vor etwa 50.000 Jahren zurückführen (astronews.com berichtete)
NGC 346 liegt in der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie
unserer Milchstraße in etwa 210.000 Lichtjahre Entfernung. Genau wie die Große
Magellansche Wolke lässt sich diese Galaxien von der Südhalbkugel der Erde aus
schon mit bloßem Auge erkennen. Das Bild entstand mit dem Wide Field Imager
am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop des La Silla-Observatoriums in Chile. Bilder, wie
das jetzt von der ESO veröffentlichte, helfen den Astronomen dabei, mehr über
die
Entstehung und Entwicklung von Sternen zu erfahren und verschaffen ihnen zudem
einen Eindruck davon, wie Sternentwicklung die kosmische Umgebung beeinflussen
kann.
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