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Hubble wie neu, Wasser auf dem Mond und ein Rover im Sand
von Stefan Deiters astronews.com
31. Dezember 2009
Traditionell blickt astronews.com am letzten Werktag eines
Jahres zurück auf einige herausragende Ereignisse aus Astronomie, Astrophysik
und Raumfahrt aus den vergangenen zwölf Monaten. In diesem Jahr bereits zum
elften Mal - denn am 1. Februar 2009 wurde astronews.com zehn Jahre alt.
Auch in unserem Jubiläumsjahr gab es einiges zu berichten: Etwa von
Wasserfunden auf dem Mond, einem wiedergeborenen Weltraumteleskop und einem
festgefahrenen Marsrover.

Highlights aus dem Nachrichtenjahr 2009:
LCROSS, extrasolare Gesteinsplaneten, der
Marsrover Spirit und die Reparatur des
Weltraumteleskops Hubble.
Bild:
NASA / JPL-Caltech / ESO / L. Calcada / NASA TV |
Haben Sie es gemerkt? Das Jahr 2009 stand ganz
im Zeichen der
Astronomie. Das Jahr war nämlich das offizielle Jahr der Astronomie und
auf der ganzen Welt sollte Menschen ein neuer Zugang zu den Wundern des
Weltalls verschafft werden. Dank des Engagements von zahlreichen freiwilligen
Helfern wurden in den vergangenen zwölf Monaten unzählige Veranstaltungen
angeboten, Beobachtungsabende organisiert oder bei Events Kultur und Astronomie
zusammen erlebbar gemacht. Die
Veranstalter in Deutschland zogen jedenfalls eine positive Bilanz.
Eigentlich ist es schon ein kleines Wunder, dass wir im Jahresrückblick 2009
immer noch über die Marsrover Spirit und Opportunity berichten
können. Die beiden Rover sollten nämlich ursprünglich nur drei Monate im Jahr 2004
den Roten Planeten erkunden, sind aber immer noch aktiv.
Spirit zeigte
2009 allerdings einige Auffälligkeiten,
hatte unter anderem unter
Computer-
und Speicherproblemen zu
leiden und fuhr sich schließlich im Marssand fest.
Mit
Hilfe
eines Testrovers versuchte man die Lage von Spirit auf der
Erde zu
rekonstruieren, später kam noch ein
zweiter
Testrover hinzu. Erste Befreiungsversuche begannen im November, doch
große Erfolge waren bis zuletzt nicht auszumachen. Vor
allem
die Funktionsfähigkeit von Spirits Rädern
gibt den Ingenieuren weiter Rätsel auf. Von Opportunity hörte man
weniger. Der Rover steuert weiter tapfer seinem neuen Ziel, dem
Endeavour-Krater, entgegen und stößt dabei zuweilen auf Interessantes am
Wegesrand, etwa auf
einen Eisenmeteoriten. Bei der Auswertung von Daten
des Marslanders Phoenix
glaubte man flüssiges Wasser auf
dem Mars entdeckt zu haben.
Wasser stand auch bei der Erforschung des Erdmondes im Mittelpunkt. 2009
nahmen gleich mehrere Sonden den Mond ins Visier, etwa die indische Sonde
Chandrayaan-1 und
die japanischen Mission SELENE,
die mit einem gezielten Crash
endete. Die NASA kehrte mit dem
Lunar Reconnaissance Orbiter
in den Mondorbit zurück und fotografierte damit, rechtzeitig zum 40-jährigen
Jubiläum, die Reste der Apollo-Missionen
und auch der Mission Surveyor 3.
Drei Sonden entdeckten
zudem gemeinsam Hinweise darauf, dass es Wasser auf dem Mond geben könnte. Die
NASA-Mission LCROSS schlug im
Oktober im Cabeus-Krater ein und konnte dabei
Wasser in dem Krater
nachweisen.
Die Suche nach extrasolaren Planeten ging auch 2009 weiter. Über zahlreiche
Entdeckungen haben wir berichtet. So registrierte
Spitzer extreme
Temperaturschwankungen auf HD 80606b,
CoRoT-7b wurde als
unwohnlicher
Gesteinsplanet identifiziert und auch um
Gliese 581 wurde ein Gesteinsplanet
entdeckt und eine Wasserwelt vermutet. Mit
Kepler startete eine
Sonde, die hoffentlich einmal die
zweite Erde aufspüren wird. Und auch mit astrometrischen Methoden
gelang der erste
Planetenfund (der inzwischen allerdings von anderen Wissenschaftlern
bezweifelt wird).
Das Weltraumteleskop Hubble erhielt 2009
zum letzten
Mal Besuch von einer Raumfähre und wurde
dabei erfolgreich generalüberholt. Mit einem neuen
Instrument nahm
Hubble im Juli schon einmal den Jupiter ins Visier, auf dem ein merkwürdiger
Fleck erschienen war, bei dem es sich wohl
um einen Einschlag handelte. Offiziell begannen die
Beobachtungen mit dem "neuen"
Hubble-Teleskop im September, im Dezember veröffentlichten NASA und ESA einen
noch tieferen Blick von Hubble
ins Universum.
Auch in die Zukunft der Weltraumerkundung und astronomischen Forschung
blickte man 2009: Ein Vertrag für
ein 25-Meter-Riesenteleskop wurde unterzeichnet, NASA und ESA wollen
gemeinsam erst zum Jupiter,
dann zum Saturn und die NASA taufte ihren nächsten Rover, das
Mars Science Laboratory, auf den Namen Curiosity. Bei der ESA simulierte man bei Moskau
mit Mars500 eine Marsmission,,
ein Experiment, das 2010 fortgesetzt werden soll. Die ESA stellte auch ihre
neuen Astronauten vor, darunter auch
einen Deutschen.
Mehr Personal im All wird auch benötigt, denn seit 2009 ist die ISS ständig mit sechs Mann
besetzt. Mit Frank de Winne
übernahm erstmals ein ESA-Astronaut für einige Zeit das Kommando auf der
ISS. 2010 soll der Bau der Raumstation abgeschlossen sein, die Flüge der
amerikanischen Raumfähren werden eingestellt. Die Versorgung übernehmen dann die
Russen, die Europäer mit ihrem ATV oder die Japaner mit dem HTV, das
2009 erfolgreich seinen
Erstflug absolvierte.
Was machte noch 2009 Schlagzeilen? Zum Beispiel die
Indizien für ein
holographisches Universum, die manche in Daten von GEO600 entdeckt zu
haben glaubten, Cassinis letzter Blick auf die
Tigerstreifen von Enceladus oder auch
MESSENGERs immer neue
Eindrücke vom Merkur. Und dann gab es noch
Himiko, einen mysteriöser Klecks im
All sowie kuriose grüne
Erbsen-Galaxien.. Nicht vergessen sollte man auch den Start der beiden
europäischen Satelliten
Herschel und Planck
oder den Kometen Lulin,
der Anfang des Jahres Amateurastronomen begeisterte.
Jeder wird in unserem Archiv seine eigenen Highlights des Jahres 2009 finden.
Diskutieren Sie doch Ihre persönlichen Höhepunkte aus Astronomie, Astrophysik
und Raumfahrt im astronews.com Forum. Auch ein kleines internes Jubiläum gab es
2009 zu feiern: astronews.com konnte am 1. Februar 2009 seinen zehnten
Geburtstag feiern. Seitdem können Sie auch Fan dieser Seite bei
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Sicherlich wird auch das Jahr 2010 viele interessante Nachrichten für diesen
Online-Dienst bereithalten. Wir werden weiter berichten und bedanken uns an an dieser Stelle ausdrücklich bei
allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit,
durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.
Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das
Jahr 2010 alles Gute.
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