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Riesenplanet bereitet Theoretikern Probleme
von Stefan Deiters astronews.com
8. August 2007
Das Trans-atlantic Exoplanet Survey-Team hat Anfang
der Woche die Entdeckung eines weiteren extrasolaren Planeten bekannt gegeben:
TrES-4 ist der bislang größte bekannte Exoplanet. Er ist etwa 70 Prozent größer als
Jupiter, hat jedoch eine geringere Masse. Mit diesen ungewöhnlichen Eigenschaften bereitet TrES-4 den Theoretikern einiges
Kopfzerbrechen.

So stellt sich ein Künstler den Planeten TrES-4 vor.
Bild: Jeffrey Hall, Lowell Observatory |
TrES-4 wurde im Rahmen einer systematischen Suche mit
automatischen Teleskopen in den USA und auf den kanarischen Inseln gefunden. Das
TrES-Team sucht dabei nach winzigen Helligkeitsschwankungen, die von einem
Planeten verursacht werden, der von der Erde aus gesehen, direkt vor seiner
Sonne vorüberzieht. Die Astronomen sprechen dabei von einem Transit. Um Planeten
auf diese Weise aufzuspüren, beobachten die Forscher einen bestimmten
Himmelsbereich rund zwei Monate lang kontinuierlich und suchen anschließend nach
verräterischen Schwankungen in der Helligkeit der Sterne.
Nun wurden die Astronomen zum vierten Mal fündig: TrES-4 entdeckten sie
weniger als ein halbes Grad am Himmel von ihrem vorherigen Fund TrES-3 entfernt.
Ein halbes Grad entspricht in etwa der Größe des Vollmondes. TrES-4 verriet sich
dadurch, dass er die Helligkeit seiner Sonne während des Transits um etwa ein Prozent verringerte. "TrES-4 ist der größte bekannte Exoplanet", erläutert
Georgi Mandushev vom Lowell Observatory. "Er ist rund 70 Prozent größer als Jupiter, hat aber deutlich weniger Masse, so dass er eine mittlere Dichte von nur
0,2 Gramm pro Kubikzentimeter hat, was etwa der Dichte von Balsa-Holz
entspricht. Wegen der recht geringen Anziehungskraft des Planeten könnten sogar
Teile der Atmosphäre ins All entweichen wie bei einem Kometenschweif."
TrES-4, dessen Existenz inzwischen auch von anderen Teleskopen bestätigt
wurde, liegt rund 1.400 Lichtjahre entfernt im Sternbild Herkules. Der Planet
umrundet seinen Zentralstern alle dreieinhalb Tage. Mit einer Entfernung von
rund 7,2 Millionen Kilometern ist er seiner Sonne recht nahe, so dass auf ihm
Temperaturen von etwas mehr als 1.300 Grad Celsius herrschen sollten. "TrES-4 ist
damit ein gewisses Problem für die Theoretiker", meint Edward Dunham vom
Lowell Oberservatory. "Der Planet ist im Verhältnis zu seiner Masse
deutlich größer als es aktuelle Modelle solcher Planeten erlauben. Aber
Probleme sind gut, denn beim Lösen lernt man vieles dazu."
Nicht nur der Planet TrES-4 ist etwas Besonders, sondern auch sein
Zentralstern: Es handelt sich dabei um einen sogenannten Unterriesen oder Subgiant, also einen Stern, der sich gerade zu einem Roten Riesen entwickelt.
"Der Mutterstern von TrES-4 hat dasselbe Alter wie unsere Sonne, ist aber
massereicher, so dass er sich sehr viel schneller entwickelt hat", so Mandushev.
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