|
Wasser sicher, Leben möglicherweise
von Rainer Kayser
3. Dezember 2004
Rund elf
Monate befinden sich die beiden Mars-Rover Spirit und Opportunity
nun schon auf Erkundungstour auf dem roten Planeten. Jetzt haben Wissenschaftler
die gründliche Analyse der Daten des Rovers Opportunity aus den ersten
drei Missionsmonaten veröffentlicht: Eindeutig sei, dass es auf dem Mars einmal
Wasser gab. Die Frage nach Leben bleibt aber nach wie vor unbeantwortet.

Aufnahme des Mars-Rovers Opportunity. Foto: NASA / JPL /Cornell |
Seit Anfang des Jahres kurven die kleinen Robotfahrzeuge Opportunity
und Spirit auf dem Mars herum. Über 5,75 Kilometer haben sie gemeinsam
zurückgelegt, etwa das Fünffache des Missionsziels. Ihre geplante Lebensdauer
haben sie bereits um mehr als das Dreifache überschritten - und sind immer noch
in guter Verfassung für weitere Exkursionen. In der aktuellen Ausgabe des
Fachmagazins Science präsentieren nun 122 Wissenschaftler in elf Artikeln
die sorgfältig geprüften Ergebnisse der ersten drei Monate der Opportunity-Mission.
Die Marsforscher sind sich
einig: Es gab auf dem roten Planeten einst flüssiges Wasser. Ob jedoch auch
Leben auf dem Mars entstanden ist, bleibt weiterhin unklar.
"In der Meridiani-Ebene gab es in periodischen Abständen flüssiges Wasser,
zeitweilig genug, um den Untergrund zu sättigen", fasst Steve Squyres von der
Cornell University in Ithaka zusammen. "Da flüssiges Wasser die wichtigste
Voraussetzung für Leben darstellt, können wir davon ausgehen, dass die
Bedingungen in der Meridiani-Ebene zumindest zeitweilig die Existenz von Leben
ermöglicht haben könnten."
Allerdings wissen die Forscher noch nicht, ob das Wasser größere,
zusammenhängende Flächen bedeckte oder nur in vielen verstreuten Pfützen stand.
Eine Reihe von Anzeichen deuten darauf hin, dass das Wasser wiederholt gekommen
und gegangen ist. Zudem besaß das Wasser einen hohen Salz- und Säuregehalt -
Bedingungen, die etwaige Lebensformen vor einige Herausforderungen gestellt
haben dürften. Squyres weist allerdings auf den spanischen Fluss Rio Tinto hin,
der ganz ähnliche Bedingungen bietet und "vor Leben nur so wimmelt." Allerdings
seien die Organismen nicht dort entstanden, sondern hätten sich erst später an
die extremen Bedingungen angepasst.
Für die Marsforscher sind die bisherigen Ergebnisse ein starkes Argument für
eine weitere Mission in die Meridiani-Ebene. Und beim nächsten Mal sollten, so
die Wissenschaftler, Bodenproben zur Erde gebracht werden. Wenn es jemals
Lebensformen auf dem Mars gab, dann sollten sich in Steinen aus der
Meridiani-Ebene Fossilien finden lassen. "Wir brauchen einen Brocken davon, um
ihn im besten Labor der Welt untersuchen zu lassen", meint Squyres.
|