|
Hobby-Astronom verfolgt GRB-Nachglühen
von Rainer Kayser
18. August 2003
Auch
Hobby-Astronomen machen hin und wieder wichtige Entdeckungen - insbesondere wenn
fast alle professionellen Astronomen auf einer Konferenz weilen. So erging es
Berto Monard, der im Juli das Nachglühen eines Gamma-Ray-Bursts
entdeckte, das vermutlich ohne seine Beobachtungen unbeachtet geblieben wäre.

Gamma-Ray-Bursts gehen vermutlich auf Sternexplosionen in weiter
Vergangenheit zurück. Bild: NASA / SkyWorks Digital |
Der in Südafrika lebende Belgier Berto Monard hat als erster
Hobby-Astronom das Nachglühen eines so genannten
Gammastrahlungs-Ausbruchs aufgespürt. Dabei handelt es sich um die
gewaltigsten Explosionen im Kosmos. Die Beobachtung des Nachglühens
dieser Explosionen ist für die Forscher von großer Bedeutung, um die
physikalische Natur der Ereignisse zu enträtseln.
Dank Monard konnte die
genaue Position der Explosion am Himmel bestimmt werden, nur so waren
weitere wissenschaftliche Beobachtungen des Gamma-Ausbruchs möglich.
Vermutlich wäre den Astronomen diese Gelegenheit sonst entgangen: Zum
Zeitpunkt des Ausbruchs waren Tausende von Astronomen bei einer
Konferenz der Internationalen Astronomischen Union in Sydney versammelt,
fernab ihrer Sternwarten.
"Ich habe schon eine Vielzahl von Sternen und Galaxien beobachtet, sogar
Supernovae, aber dieses Nachglühen des Gamma-Ausbruchs ist sicherlich
das älteste Licht, dass ich je mit meinem Fernrohr eingefangen habe",
meint Hobbyforscher Monard. Gamma-Ausbrüche finden in Millionen bis
Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxien statt - und entsprechend lange
ist das Licht der gewaltigen kosmischen Explosionen zur Erde unterwegs.
Der nur wenige Sekunden andauernde Gamma-Ausbruch war am 27. Juli von
dem amerikanischen Satelliten HETE registriert worden. Die ungefähre
Position des Ausbruchs wurde zur Erde übermittelt und über ein
automatisches Alarmsystem per E-Mail an Forscher in aller Welt
verschickt. Monard ist Mitglied einer Organisation zur Beobachtung
veränderlicher Sterne, über die er die Alarmmeldung erhielt. Sofort
richtete er sein 30 Zentimeter großes Spiegelteleskop auf die angegebene
Stelle am Himmel - und entdeckte den glimmenden Überrest der Explosion.
|
AAVSO, American Association of
Variable Star Observers |
|