Heute morgen überflog die kleine NASA-Sonde Galileo
erneut den Jupitermond Io. Nach den Berechnungen der Experten im NASA
Jet Propulsion Laboratory war die Sonde dabei nur rund 200 Kilometer
von der Oberfläche entfernt. Wenige Sekunden später könnte sie die Gase
eines Vulkanausbruchs durchflogen haben. Ob alles geklappt hat, wird man
aber erst im Laufe des Tages wissen.

Galileo.
Darstellung: JPL/NASA |
Die Region, die die kleine tapfere Raumsonde überfliegen soll, war vor
einigen Monaten Ausgangspunkt einer gewaltigen Eruption von vulkanischen
Gasen. Und da die Sonde niedriger fliegen wird als die Ausdehnung dieser
Gaswolke damals, besteht nach Ansicht der Forscher sogar die Möglichkeit,
dass Galileo direkt durch eine solche Wolke fliegt. "Diese Wolken
in der Polarregion des Mondes treten sehr unregelmäßig und kurzzeitig
auf", erläutert Dr. Eilene Theilig vom NASA Jet Propulsion Laboratory
(JPL) im kalifornischen Pasadena. "Wir wissen also nicht, ob sie noch da
ist, wenn Galileo da ist."
Das Flugteam der Sonde hatte diese Flugbahn für Galileo gewählt, da sie
hoffen, mit Hilfe magnetischer Messungen in der Polarregion des Mondes
herausfinden zu können, ob der Jupitertrabant ein eigenes Magnetfeld
erzeugt wie es beispielswdise die Erde tut. Die Kenntnis darüber würde
helfen, das heiße Innere des Mondes zu verstehen. "Alle unseren früheren
Vorüberflüge waren in der Äquatorregion des Mondes und daraus war nicht
abzulesen, ob das Magnetfeld vom Mond selbst erzeugt ist oder aber durch
das starke Magnetfeld des Jupiter generiert wird", so
Projektwissenschaftler Dr. Torrence Johnson.
Als kostenlose Dreingabe sollte Galileo auch noch die
Tvashtar-Region des Mondes überfliegen in der die Sonde im November 1999
eine Eruption beobachtete, bei der vulkanisches Magma 1,5 Kilometer weit
in die Höhe geschleudert wurde (astronews.com berichtete). Während des
Vorüberflugs hat die Sonde keinen Funkkontakt zur Erde und daher wird erst
im Laufe des heutigen Tages deutlich werden, ob alles nach Plan gelaufen
ist. Die gesammelten Daten werden dann in den nächsten zwei Monaten zur
Erde überspielt.
Galileos Mission - ursprünglich nur bis Ende 1997 geplant -
wurde vor einigen Monaten von der NASA bis Ende 2003 verlängert. Seit 1995 befindet
sich die Sonde im Jupitersystem und hat seither 31 dichte Vorüberflüge an
Jupitermonden gemacht. Ende 2003 soll die Sonde dann in die
Jupiteratmosphäre eintauchen, wo sie von dem immensen Druck zerstört
werden wird.