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IO
Vulkanausbruch
nahe des Nordpols
von Stefan
Deiters
astronews.com
30. März 2001
Die NASA-Sonden Cassini und Galileo haben
während ihrer gemeinsamen Beobachtungen zum Jahreswechsel den
Ausbruch eines Vulkans in der Nähe des Nordpols des Jupitermondes
Io entdeckt. Bislang hatten man solche Anzeichen für vulkanischen
Aktivitäten nur in der Äquatorregion des Mondes gefunden.

Galileo-Aufnahme
des Jupitermondes Io. Foto: NASA, JPL |
| Großansicht |
Eine der
beiden auf den Bildern zu erkennenden Wolken vulkanischen Ursprungs
- die des Vulkans Pele - reicht fast 400 Kilometer von der Oberfläche
des Jupitertrabanten ins All hinein. Seit mindestens vier Jahren
ist dieser Vulkan aktiv und die Wolke ist die größte,
die bislang auf dem Jupitermond gefunden wurde. Auf den Bildern
ist ferner eine zweites Zeugnis vulkansicher Aktivität auszumachen:
Ganz in der Nähe des Nordpols scheint sie in Zusammenhang mit
einer frischen Eruption in der Region Tvashtar Catena zu
stehen.
Die Beobachtungen
wurden um den Jahreswechsel herum gemacht, als die Saturnsonde Cassini
sowie die Sonde Galileo gemeinsam das Jupitersystem erforschten.
Galileo flog dabei dichter an Io vorbei um detaillierte Aufnahmen
zu machen, Cassini machte aus weiterer Entfernung Bilder
im ultravioletten Bereich. Hier sind die Zeugnisse vulkansicher
Aktivität besser auszumachen (siehe Bilder in der Großansicht).
Auf den
Cassini-Bildern sind zwei große Wolken aus Staub und
Gas zu erkennen. Beide müssen über 240 Kilometer ins All
ragen, weil sie ansonsten nicht vom Sonnenlicht angestrahlt werden
würden. Besonders die Wolke in der Polarregion ist für
die Forscher von Interesse: Alle bisher aufgespürten 15 aktiven
Vulkanschlote lagen in der Äquatorregion des Jupitertrabanten.
Dieses Bild ist die erste Aufnahme dieser Art aus einer Polarregion.
Besonders
für die Galileo-Sonde ist der neu entdeckte aktive Vulkanschlot
interessant: Im August nämlich soll die Sonde in einer Höhe
von nur 200 Kilometern über die Tvashtar Catena Region
fliegen. Die Forscher sind sich allerdings noch nicht sicher, ob
Galileo dann tatsächlich durch die Staub- und Gaswolke
fliegen wird. Oft sind solche Ausbrüche nämlich auch nicht
so langlebig wie die des Vulkans Pele.
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