Premiere beim NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in
Pasadena: Ein kleiner Film, den die Saturnsonde Cassini vom
Jupitermond Io gemacht hat, zeigt erstmals das Glühen von Vulkanen und
Polarlichtern auf dem Jupitertrabanten während einer Finsternis.
Die Aufnahmen liefern neue Beweise für die These, dass die Polarlichter
von elektrischen Ladungen erzeugt werden, die entlang der Magnetfeldlinien
zwischen Jupiter und Io konzentriert sind.

Der
Mond Io mit der leuchtenden Glut von den Vulkanen Pele und
Pillan. Bild: NASA/JPL/Universität von Arizona |
Cassini
betrachtete den vulkanischen Jupitermond Io aus rund zehn Millionen Kilometer
Entfernung während einer Finsternis. Obwohl während dieser Zeit kein
Sonnenlicht auf den Mond fiel erscheint Io in der Filmsequenz (aus der auch
unser Bild stammt) nicht absolut dunkel, sondern es sind zwei verschiedenen
Arten von Leuchten auszumachen.
Der hellste Punkt auf
der Aufnahme ist der riesige Vulkan Pele, der offenbar ständig ausbricht, was
seine große Helligkeit erklärt. Rechts von Pele findet man noch zwei weitere
helle Punkte, die die Wissenschaftler mit dem Vulkan Pillan in Verbindung
bringen. Dieser war 1997 ausgebrochen, was sowohl von der Sonde Galileo
als auch vom Hubble-Weltraumteleskop beobachtet wurde.
Außerdem gibt es
noch ein zweites, schwächeres Leuchten auf dem Jupitertrabanten: Polarlichter,
ähnlich denen, die auch auf der Erde zu beobachten sind, sorgen für diffuse
Lichterscheinungen in der Atmosphäre des Mondes. Sie entstehen durch
Zusammenstöße von geladenen Partikeln mit Gasen in der Io-Atmosphäre. Ein
schwacher leuchtender Ring scheint den gesamten Mond zu umgeben. In Höhe des
Mondäquators sind allerdings auch hellere Leuchterscheinungen auszumachen. Auf
dem Film, der auf der Webseite des JPL zum Download bereitsteht, ist zu
erkennen, wie sich der Ort dieser helleren Polarlichter langsam verändert, was
auf die Änderung der Orientierung von Jupiters Magnetfeld zurückzuführen ist.
Dies bestätigt erneut, dass die Polarlichter durch geladene Teilchen entstehen,
die entlang der Magnetfeldlinien Jupiter und Io quasi verbinden.
Zwei weitere Bilder,
die das JPL jetzt veröffentlichte, zeigen Polarlichter in der Nähe des Nord-
und Südpols des Gasriesen. Die Saturnsonde Cassini hatte Jupiter
am 30. Dezember passiert und wird während ihres Weiterfluges zum Saturn noch
bis März Aufnahmen des Gasriesen machen. Den Ringplaneten Saturn wird Cassini
2004 erreichen.