Freude in der Ostseestadt Greifswald: Seit letzter Woche trägt der
Asteroid 1992 RZ offiziell den Namen Greifswald. Der Felsbrocken wurde
1992 mit einem 2-Meter Teleskop in Tautenburg bei Jena aufgespürt.
Einziger Wehrmutstropfen für die Astronomie-Fans der Greifswalder
Sternwarte: "Greifswald" ist so klein, dass man mit dem dortigen
Teleskop Probleme haben dürfte, den "städtischen" Asteroiden
aufzuspüren.
Benennungen von Himmelskörpern geschehen offiziell durch die jeweils
zuständige Kommission der Internationalen Astronomischen Union (IAU).
Und diese gab dem Asteroiden 1992 RZ (10114) am 9. Januar 2001 offiziell den
Namen "Greifswald". Der Vorschlag zur Benennung geht auf den
Entdecker dieses Himmelskörpers, Dr. Lutz Schmadel vom Astronomischen
Recheninstitut Heidelberg, zurück. Gemeinsam mit Dr. Freimut Börngen
entdeckte Schmadel den Planetoiden am 2. September 1992 mit dem 2-Meter-Teleskop
in Tautenburg bei Jena.
"Wird ein Kleinplanet entdeckt,
bekommt er zunächst eine Nummer - in diesem Fall war es die Bezeichnung
1992RZ (10114)", erläutert Dr. Holger Kersten vom Greifswalder
Sternwarten-Verein die Geschichte "ihres" Asteroiden. "Erst
wenn der Himmelskörper nach einem weiteren Umlauf zweifelsfrei wieder aufgefunden und seine Bahn exakt bestimmt werden kann,
erhält der Entdecker das Recht zur Namensgebung. Deshalb liegen zwischen
Entdeckung und Benennung oft mehrere Jahre."
Der
Kleinplanet (10114) Greifswald hat einen Durchmesser von etwa zwölf
Kilometern. In einer Entfernung von fast 450 Millionen Kilometern umrundet er
die Sonne auf einer nahezu kreisförmigen Bahn. Für einen Umlauf benötigt Greifswald knapp
fünf Jahre. Zuletzt wurde der Himmelskörper
von Astronomen am 24. Juni 2000 beobachtet. In diesem Jahr kommt er Mitte
Juli in Opposition zur Sonne. "Wegen der großen Entfernung und des
relativ kleinen Durchmessers wird es aber selbst mit dem Fernrohr der
Greifswalder Sternwarte schwierig sein, den Planetoiden Greifswald zu sehen",
meint Kersten. "Aber wir werden es natürlich
versuchen!"