Den letzten Werktag des alten Jahres wollen wir hier bei
astronews.com nutzen, um noch einmal auf einige jener
Ereignisse aus Astronomie und Raumfahrt zurückzublicken, die das
ausklingende letzte Jahr des Jahrtausends für uns bereithielt. Und da gab
es so manche ...
Im Januar hatte die NASA noch Hoffnung - ein klein wenig Hoffnung
zumindest, ihren Mars Polar Lander auf dem roten Planeten doch
noch kontaktieren zu können. Doch auch der letzte Funke Hoffnung war bald verloschen
und die amerikanische Weltraumbehörde stand vor dem Scherbenhaufen
ihres Marsprogramms. In Zukunft, so die
NASA, wolle man alles besser machen, sie verkündete ehrgeizige
Pläne für die nächsten 15 Jahre und will im Jahr 2003 gleich zwei Mars-Rover
Richtung Mars auf den Weg bringen. Spötter könnten anmerken, dass so die
Chancen vermutlich besser sein dürfte, zumindest einen davon später auch
kontaktieren zu können.
Doch es gab auch Erfolgsmeldungen vom roten Planeten: Die Sonde Mars
Global Surveyor sandte unentwegt Bilder
der fernen Welt zur Erde, auf denen die Wissenschaftler im Sommer auch Spuren
von flüssigem Wasser auszumachen glaubten. Im Dezember entdeckten die
Forscher auf den Aufnahmen sogar Sedimentgestein,
das - durch Wasser geformt - Spuren von Leben enthalten könnte, wenn es
dieses denn auf dem Mars gab. Hinweise dafür meinen manche in sogenannten
Marsmeteoriten ausmachen zu können. Trotz
all dem Wirbel, den die NASA - oft rechtzeitig vor Budgetberatungen im
amerikanischen Parlament - um ihre Entdeckungen auf dem Mars macht, darf
man auch die Europäer nicht vergessen: Auch die planen ein Marsmission
und wollen den Mars Express samt
Lander Beagle 2
den roten Planeten erkunden lassen.
Doch nicht nur der Mars hielt die Welt in Atem: Da war noch diese
kleine tapfere Sonde Galileo,
die in waghalsigen Manövern die
großen Monde des Jupiter überflog. Dabei wurden neue Hinweise auf einen
flüssigen Ozean unter der eisigen Oberfläche von Europa
und auch von Ganymed entdeckt. Und im
Februar schwenkte die kleine Sonde NEAR
Shoemaker in einer Orbit um den Asteroiden Eros ein und faszinierte
die Wissenschaftler seitdem mit Aufnahmen
von dieser fernen und unwirklichen Welt. Im Februar 2001 soll das kleine
Raumschiff auf dem Asteroiden zerschellen.
Auch bei den Teleskopen tat sich einiges: Das Hubble-Weltraumteleskop
nahm nach einer Reparatur wieder seinen
Beobachtungsbetrieb auf. Der Stolz der Europäer, das Very Large
Telescope, näherte sich mit dem First
Light der vierten
Teleskopeinheit mehr und mehr der Fertigstellung und das europäische
Röntgenteleskop XMM Newton bewies im
ausklingenden Jahr seine Leistungsfähigkeit.
Auch die Planetenjäger waren wieder erfolgreich
und entdeckten ferne Welten um fremde Sonnen.
Eine zweite Erde ist noch immer nicht dabei, sondern lediglich viele
Jupiter-ähnliche Riesenplaneten. Allerdings rücken die Exoplaneten
näher: Im August verkündete ein amerikanisches Team die Entdeckung eines
Planeten um Epsilon Eridani - nur 10,5
Lichtjahre von der Erde entfernt. Und was StarTrek-Fans begeisterte:
Epsilon Eridani soll angeblich auch die Sonne sein, um die Mister Spocks
Heimatplanet Vulkan kreist.
Das Jahr 2000 wird sicherlich auch als das Jahr in die Geschichte der
bemannten Raumfahrt eingehen, in der die Internationale Raumstation von
der ersten Mannschaft bezogen wurde. Im
Sommer war endlich das langerwartete Modul Zvezda
an die ISS angekoppelt. Und seitdem ging der weitere Ausbau
zügig voran. Schlechter sah es für die
russische Station Mir aus: Im Frühjahr startete noch einmal eine
Crew ins All, um die Station wieder flott
zu machen und es gab mit dem ersten Weltraumtouristen
auch Ansätze einer Planung für eine kommerzielle Nutzung. Doch die
Konzepte konnten nicht überzeugen und auch ein geplanter Börsengang
der Betreibergesellschaft MirCorp konnte die Station nicht retten.
Ende des Jahres scheint das Schicksal der Mir
endgültig besiegelt.
Und dann gab es natürlich noch jede Menge Entdeckungen,
Forscherberichte und Arbeiten, über die wir bei astronews.com im zu Ende
gehenden Jahr berichteten: Das solare
Maximum, das CLUSTER
Satelliten-Quartett, der zerbrechende Komet LINEAR-S/4,
der deutsche Kleinsatellit CHAMP, die SRTM-Mission
mit dem deutschen Astronauten Dr. Gerhard Thiele an Bord und vieles andere
mehr.
Sicherlich wird auch das Jahr 2001 manche astronomische Überraschung
bereithalten und Forschungsergebnisse bringen, die vielleicht die ein oder
andere wissenschaftliche Theorie ins Wanken bringen. astronews.com wird
darüber auch im nächsten Jahrtausend berichten und bedankt sich an
dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlern für ihre
faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com
erst möglich wird.
Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen
für das Jahr 2001 alles Gute.