Mit dem NASA Submillimeter Wave Astronomy Satellite (SWAS)
sind Astronomen auf der Suche nach Wasser im interstellaren Raum und in
unserer direkten Umgebung. Während sie den Wassergehalt von Jupiter und
Saturn erklären können, gibt ihnen ein anderer Fund zu denken: In kalten
Gaswolken spürte SWAS weniger Wasser auf, als nach der Theorie
vorausgesagt.
Wasser gilt als unabdingbare Grundlage für alles Leben und so ist die
Suche nach Wasser im Weltall schon immer von besonderem Interesse gewesen.
Mit Hilfe des NASA-Satelliten SWAS, einem kleinen 1998 gestarteten
Radioteleskop, das die Zusammensetzung von interstellaren Wolken und die
Geburt neuer Sterne beobachten soll, fanden die Astronomen in den
vergangenen 18 Monaten Wasserdampf in allen Winkeln des interstellaren
Raums. Allerdings erlebten die Wissenschaftler so manche Überraschung: In
den kältesten Regionen, wo die Temperaturen gerade einmal 30 Grad über
dem absoluten Nullpunkt liegen, wurde deutlich weniger Wasserdampf
aufgespürt als vermutet: nur wenige Partikel pro Milliarden Teilchen.
"Das ist deutlich weniger als von den meisten Theorien
vorausgesagt wird und ein wirkliches Rätsel beim Verständnis der Chemie
interstellarer Gaswolken", meinte Ronald Snell, Astronomieprofessor
an der Universität von Massachusetts. Andere Regionen haben da mehr
Wasser zu bieten. "Innerhalb von Gaswolken in denen neue Sterne
entstehen, kann das Gas auf mehrere 1000 Grad aufgeheizt sein und da
scheint die Konzentration von Wasser bis zu zehntausend Mal größer zu
sein", berichtet David Neufeld, Professor für Physik und Astronomie
an der Johns Hopkins Universität. "Wir können uns diese stellaren
Kinderstuben wie riesige chemische Fabriken vorstellen, die Wasserdampf in
großen Mengen produzieren. Der hohe Wasserdampfgehalt hilft dem
interstellaren Gas sich abzukühlen und führt dann eventuell zur Geburt
einer zukünftigen Generation von Sternen."
Im Rahmen der SWAS-Mission, deren Ergebnissen aus den ersten 18 Monaten
eine Sonderausgabe der Astrophysical Journal Letters gewidmet ist,
wurde auch nach Sauerstoff gesucht - allerdings nur mit äußerst
mäßigem Erfolg und zum Erstaunen der Forscher: "Es darf damit nicht
mehr als ein Sauerstoffmolekül auf jeweils zehn Millionen
Wasserstoffmoleküle geben, ansonsten hätte SWAS ein Signal des
molekularen Sauerstoffs entdeckt," fasst Professor Paul Goldsmith von
der Cornell Universität die Ergebnisse zusammen.
Doch hat SWAS auch näherliegende Objekte gründlicher untersucht und
auch in den Gasriesen Saturn und Jupiter Spuren von Wasserdampf entdeckt.
Dieser stammt, so die Wissenschaftler, höchstwahrscheinlich von einem
Bombardement der Planeten mit kleinen Eispartikeln aus dem interstellaren
Raum. Und die Wassermoleküle in diesen Eispartikeln könnten selbst
einmal Wasserdampf in der Gaswolke gewesen sein, aus der unser
Sonnensystem vor über viereinhalb Milliarden Jahren entstand.