Wenn doch alle Sonden der amerikanischen Weltraumbehörde so
robust wären, mag schon mancher angesichts der Erfolgsstory von Galileo
gedacht haben. Am Wochenende gelang der NASA-Sonde eine weitere
Meisterleistung innerhalb ihrer schon zum zweiten Mal verlängerten
Mission: der Vorbeiflug am Jupitermond Ganymede.
Am Samstag flog Galileo in einem Abstand von nur 809 Kilometern
an der eisigen Oberfläche des Jupitermonds Ganymede vorbei, der größer
ist als Mars oder Merkur. Es war der erste Besuch der Sonde bei diesem
Jupitertrabanten seit rund drei Jahren.
"Es ist schon
fantastisch, dass die Dinge so reibungslos liefen", freute sich Galileo-Projektmanager
Jim Erickson vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL). "Das
Team hatte sich für alle möglichen Probleme bereitgehalten, aber sie
konnten ganz entspannt dasitzen. Wir freuen uns schon auf die Aufnahmen
von diesem größten Mond." Die Daten des Vorbeiflugs sollen in den
nächsten Monaten zur Erde überspielt werden.
Auch dieses Manöver
von Galileo war nicht ohne Risiko, musste sich die kleine Sonde
doch dem mächtigen Strahlungsgürtel des Jupiter nähern.
Erwartungsgemäß startete sich auch der Hauptcomputer der Sonde zweimal
neu, was aber von den Kontrollsystemen korrekt abgefangen wurden, so dass
dieser strahlungsbedingte Reset den Vorbeiflug nicht behinderte.
"Es
sieht ganz danach aus, als hätte es Galileo wieder einmal
geschafft", so Erickson. Die Sonde hat bislang schon das dreifache
der Strahlungsmenge überlebt, für die sie ursprünglich konstruiert
worden war. Die Galileo-Mission sollte eigentlich schon im Dezember
1997 enden, wurde dann aber um zwei Jahre verlängert. Mittlerweile fliegt
Galileo im Rahmen einer zweiten Erweiterung die den Namen Galileo
Millennium Mission trägt.