Wenn am 3. Dezember die NASA-Sonde Mars Polar Lander planmäßig
auf dem roten Planeten aufsetzt, schlägt auch die große Stunde für
zwei Mikrosonden: Sie werden vor der Landung vom Lander abgekoppelt
und sollen sich in die Marserde bohren, um dort nach Wasser
zu suchen. In einem Wettbewerb suchte die NASA Namen für die Sonden und
taufte sie nun nach den zwei Polarforschern "Scott" und
"Amundsen".

So sollen sich die DS2-Sonden am 3. Dezember in die
Marsoberfläche bohren. Darstellung: NASA/JPL/Caltech |
Hauptaufgabe der beiden Deep Space 2-Sonden ist allerdings nicht
die wissenschaftliche Erforschung des Mars, sondern vielmehr das Testen
einer neuen Technologie, die dann eventuell bei späteren
Planetenmissionen eingesetzt werden könnte. Immerhin sind
"Scott" und "Amundsen" so konstruiert, dass sie einen
Aufschlag mit einer Geschwindigkeit von über 600 Kilometern pro Stunde
auf der Marsoberfläche überstehen sollen. Zudem gibt es an Bord Sensoren,
die in etwa einem Meter Tiefe unter der Marsoberfläche nach dem
Vorkommen von Wasser fanden sollen.
Die beiden Sonden bestehen aus einer Hülle von der Größe eines
Basketballs, die die eigentliche Sonde im Inneren schützt. Die
Sonden werden vom Lander vor dessen Eintritt in die Marsatmosphäre
abgekoppelt und sollen selbständig in die Atmosphäre des Mars eintauchen
ohne dass irgendein Bremssystem ihren Sturzflug abbremsen wird. Beim
Einschlag öffnet sich die Schutzhülle und die eigentliche Sonde soll
sich einen
Meter tief in den Marsboden graben. Die Hülle bleibt auf der Oberfläche
zurück und wird der Datenübertragung zur Erde dienen.
Die Namensgebung, die auf einen Wettbewerbsbeitrag eines Studenten der
Universität von Arizona zurückgeht, hält Deep Space 2
Projektmanagerin Sarah Gavit für ideal: "Deep Space 2 wird
zusammen mit dem Mars Polar Lander die erste Mission sein, die den
Südpol des Mars erforscht. Da passen die Namen ganz eindeutig, waren doch
Scott und Amundsen die ersten Menschen, die den Südpol der Erde besucht
haben."