Auch die NASA ist dem Urknall auf der Spur: Mit FUSE, dem Far Ultraviolett
Spectroscopic Explorer, wollen Wissenschaftler nach Spuren fanden, die Aufschluß über
den Ursprung des Universums geben können. Gesteuert werden soll FUSE aus dem ersten Stock
eines Physikinstituts der relativ kleinen Johns Hopkins Universität.
FUSE ist eines der ersten Missionen im Rahmen des NASA Origins-Programms, das nach
Ursprüngen des Universums, der Galaxien, Planeten und dem Leben forschen soll.
Entsprechend groß ist auch die Region, die FUSE erforschen wird: Von Spuren des Urknalls
am Rand des sichtbaren Universums bis hin zu Planeten in unserer eigenen Galaxie. Am Ende,
so die Hoffnung der Wissenschaftler, wäre man ein großes Stück weiter und würde
verstehen, wie sich die anfangs vorhandenen Elemente im Universum entwickelten und
verteilten.
Da FUSE in Wellenlängenbereichen beobachtet, die anderen Teleskopen verschlossen sind,
wird es möglich sein, chemische Entwicklungstheorien zu testen und auf die
Zusammensetzung des Universums direkt nach dem Urknall zurückzurechnen. Von besonderem
Interesse ist dabei die Häufigkeit von Deuterium, das als Schlüsselelement der
Urknalltheorie gilt.
Aber auch die heutigen Galaxien sind für FUSE von Interesse: "Wir werden eine
Menge über den Kreislauf und die Mischung von unterschiedlichen Stoffen in Galaxien
lernen und welche Rolle sie bei Sternentstehungsprozessen spielen", sagte William
Blair, Wissenschaftler an der Johns Hopkins Universität.
Doch nicht nur der erwartete wissenschaftliche Ertrag macht FUSE zu einem besonderen
Projekt: Zum ersten Mal wird eine Mission diesen Ausmaßes federführend von einem kleinen
wissenschaftlichen Universitätsinstitut durchgeführt. Um Geld zu sparen, übertrug die
NASA 1995 der Johns Hopkins Universität diese Aufgabe. Die Wissenschaftler schlugen sich
beachtlich: Das Projekt verbrauchte bisher nur etwa ein Drittel der Kosten, von denen die
NASA vor Übertragung des Projektes an die Universität ausgegangen war.
Und noch eine weitere Besonderheit zeichnet FUSE aus: Nach dem Start wird das Teleskop
für drei Jahre von einer Gruppe von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Studenten der
Universität kontrolliert und betrieben. Und die sitzen im ersten Stock des
"Bloomberg Centers for Physics and Astronomy" auf dem Universitätscampus.
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