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Wäre es sinnvoll, den Asteroiden 2024
YR4 mit einer Raumsonde zu erkunden?
Bei dem Asteroiden 2024 YR4 handelt es sich um einen rund 60 Meter
durchmessenden Brocken, der 2028 und 2032 der Erde sehr nahe kommen wird und
2032 mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auf dem Mond einschlagen könnte.
Interessant ist die genauere Erkundung eines Asteroiden wie 2024 YR4 auf jeden
Fall: Sollte ein solcher Brocken tatsächlich einmal die Erde bedrohen, wäre es
wichtig, möglichst viele Daten über diese Art von Asteroiden zur Verfügung zu
haben, um sinnvolle Abwehrstrategien entwickeln zu können. 2024 YR4 wäre kein
wirklicher "Killerasteroid", sondern würde wahrscheinlich in der Erdatmosphäre
explodieren - was jedoch auf der Erdoberfläche darunter erhebliche Folgen haben
könnte.
Es gibt bereits grundsätzliche Überlegungen zu verschiedenen möglichen
Missionsszenarien. Dabei wurde sowohl der Bau neuer Sonden als auch die
Umwidmung vorhandener Sonden im All untersucht. Kritisch ist der Zeitfaktor, um
den Vorüberflug einer Sonde mit möglichst geringer Relativgeschwindigkeit (für
bessere Beobachtungsmöglichkeiten) zu ermöglichen. Dazu müsste eine neue Sonde
innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre starten - für Raumfahrtmissionen ein
sehr kurzer Zeitraum.
Ob es für eine solche Mission Geld gibt, ist fraglich: 2029 passiert uns der
etwa zehnmal so große Asteroid Apophis, den mehrere Sonden unter die Lupe nehmen
werden. Daher erscheint zweifelhaft, ob es Ressourcen für eine weitere
Asteroidenmission gibt, die parallel realisiert wird. Vermutlich wird man sich
zunächst einmal darauf beschränken, bei der nächsten Annäherungen von 2024 YR4
möglichst umfangreiche Beobachtungen mit vorhandener Ausrüstung zu machen, um
die Bahn noch genauer eingrenzen und weitere Informationen zur Beschaffenheit
sammeln zu können. (ds /
11. Februar
2026)
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