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Warum entstehen bei der Sternentstehung
hauptsächlich Doppel- und Mehrfachsysteme?
Zu erforschen, wie genau Sterne entstehen, ist nicht ganz einfach: Die
Prozesse der Sternentstehung laufen in der Regel im Inneren von dichten
Staubkokons ab und lassen sich im sichtbaren Bereich des Lichts nicht verfolgen.
Die Forschung muss somit auf anderen Wellenlängen ausweichen, um diese stellaren
Kinderstuben zu erforschen. Außerdem ist jeder Blick auf ein solches
Sternentstehungsgebiet nur eine Momentaufnahme eines Prozesses, der sehr viel
länger dauert, als das Leben eines Wissenschaftlers oder einer
Wissenschaftlerin.
Man muss sich also mit Modellen behelfen, die die Prozesse im Inneren dieser
Gas- und Staubwolken so gut es geht simulieren und die entsprechenden Ergebnisse
dann mit aktuellen Beobachtungen zum jeweiligen Modellzeitpunkt vergleichen. Auf
diese Weise hat man in der Tat festgestellt, dass sehr viele, wenn nicht sogar
alle Sterne als Doppel- oder Mehrfachsysteme entstehen dürften. Einige Sterne
verlieren ihre Partner dann im Laufe der Zeit, so dass sie heute nur noch als
Einzelstern in Erscheinung treten - wie etwa unsere Sonne.
In den Modellen ist zu verfolgen, wie große Gaswolken fragmentieren und sich
einzelne Fragmente zu immer dichteren, oft eiförmigen Gebilden zusammenballen.
Rechnungen deuten darauf hin, dass sich in diesen stellaren "Kokons" dann in der
Regel zwei Sterne bilden. Die genauen Prozesse sind aber Gegenstand aktueller
Forschung, so dass mit modernen Computern und den neuen
Beobachtungsmöglichkeiten in Zukunft noch tiefere Einblicke in die
Entstehungsgeschichte der Sterne zu erwarten sind. (ds/9. Januar
2026)
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