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Thema: ISS: Sojus-Start zur ISS endet mit Notlandung

  1. #11
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    Man wird die ISS auch nicht verlassen wollen weil für die ersten Tests mit den besatzungslosen US Raumfahrzeugen jemand an Bord sein muss. Im schlimmsten Fall fliegt MS-11 ohne Besatzung los und MS-9 kehrt leer zurück.
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  2. #12
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    Abwarten, was sich als Fehlerursache bei MS-10 herausstellen wird.
    Die Notwendigkeit einer Leerlandung von MS-9 besteht jedenfalls nicht.
    Deshalb wird es wohl auch keinen unbemannten Start von MS-11 geben.

  3. #13
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das letzte Mal war 1983... "Immer wieder" ist was anderes.
    Das war das erste und GSD auch das einzige Mal, das das Rettungssystem eingreifen mußte. Die Sojus T10a hat den Starttisch damals nicht verlassen. War also eine andere Situation, wie Du schon sagtest.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das wäre natürlich eine Möglichkeit gewesen, aber nach zwei tödlichen von "nur" 135 Flügen ist es verständlich, dass die NASA einen Schlussstrich ziehen wollte.
    Und die beiden tödlich verlaufenen Missionen waren nicht die einzigen Probleme, die das Shuttle-System hatte. Von den langen Vorbereitungszeiten für einen Shuttleflug, was eine Rettungsmission im Ernstfall unmöglich gemacht hätte, einmal ganz abgesehen.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Der Fehler beim Space Shuttle war, dass man nicht schon in den 90er Jahren energisch auf einen Nachfolger zugearbeitet hat.
    Wohl eine ungute Kombination aus überheblicher Fehleinschätzung und chronischem Finanzmangel.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Es gab ja schon die Idee für die VentureStar, die aber überambitioniert war.
    Nun ja, so ganz dumm war die Idee nicht. Der größte Fehler lag wohl darin, das das Teil vertikal starten sollte. Da ist die Idee der Briten mit dem horizontal startenden Skylon schon deutlich kostensparender. Ich denke trotzdem, das ein einstufiges Raumschiff nicht effektiv genug ist. Die atmosphärische Komponente und die Orbitalkomponente sollten getrennt sein. So muß nicht immer der komplette Ballast mitgeschleppt werden.
    Interessant in dem Zusammenhang ein Entwurf der Sowjets aus den 70er Jahren, das Kosmoljotsystem. Aber auch das ist leider nur ein ungelegtes Ei.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Dann gab es mal noch kurz das CRV (Crew Return Vehicle), ein kleiner Raumgleiter, der aber nie gebaut wurde und aus dem dann, Jahre später, der DreamChaser entstanden ist.
    Da gab's auch noch 'ne ganze Menge anderer Projekte davor und danach. Die DreamChaser Historie ist ganz lustig anzuschauen und schon recht lang. Der DC geht auf den HL20 Entwurf zurück. Der wiederum hat seine Anleihen beim BOR4 gemacht und dieser wiederum hat sich bei der MIG105 bedient. Am Ende also eine neverending Story seit 1965.
    Wenn alle Gelder, Entwürfe, Studien, Mockups usw. in einem Topf gelandet wären, was hätte das für ein tolles Raumschiff sein können.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Dann kam Bush Junior mit seinen Mond- und Marsplänen und damit kam auch schon die Orion, an der seither für Abermilliarden gewerkelt wird. Die Hauptschuldigen an der ganzen Situation sind für mich die US-Raumfahrtfirmen, die nichts auf die Reihe bringen und sich dafür fürstlich entlöhnen lassen.
    Die Mond- und Marspläne finde ich absolut in Ordnung. Es soll ja endlich mal weiter gehen. Aber trotzdem benötigt man ja Startgeräte von der Erde. Und Raketen sind nun mal nicht sonderlich effektiv. Deshalb verstehe ich die ganzen Projektruinen nicht. Vieles wird angefangen und am Ende landet alles in der Mülltonne. Das ist irgendwie irre.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nun, vielleicht sehen wir jetzt dafür die Crew Dragon früher starten. Das wär ja auch was.
    Ich befürchte, je mehr Unternehmen sich beteiligen, desto größer wird der finanzielle Druck und dadurch werden wir in Zukunft wohl häufiger Unfälle sehen, als uns lieb sein kann.

  4. #14
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Und die beiden tödlich verlaufenen Missionen waren nicht die einzigen Probleme, die das Shuttle-System hatte.
    Hallo Protuberanz,

    das ist alles richtig, nur: man hat die flexible Shuttle oder man hat sie nicht. Und nun hat man sie eben nicht und auch keinen Ersatz. Man kann kein HST reparieren und man kann auch keine havarierten ISS-Mitglieder, wenn die Sojus mit ihrem Loch da versagt, evakuieren.

    Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass das Risiko, dass solche Situationen eintreten, hinreichend klein ist, und die Wartungskosten zu hoch, so dass man für den Eintrittsfall eine Versicherung abschliesst, die die Hinterbliebenen der Opfer angemessen "entschädigt". Insbesondere steht es mir nicht zu, über die Finanzen anderer befinden zu wollen, zudem haben Astronauten auch Kenntnis darüber, dass ein Weltraumflug "erhöhte" Risiken beinhaltet.


    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Von den langen Vorbereitungszeiten für einen Shuttleflug, was eine Rettungsmission im Ernstfall unmöglich gemacht hätte, einmal ganz abgesehen.
    Das ist zwar richtig, aber im Kontext dennoch "irrelevant", da seit dem Columbia-Unglück stets eine zweite Shuttle bereit stand, die jederzeit hätte starten und die havarierte Shuttle-Besatzung im All evakuieren können. Aber ja, das erhöht die Kosten natürlich ebenfalls massiv.

    Nur eben: man hatte ein sehr flexibles System (mit allen Problemen) und nun hat man keines mehr, und auch die hohen Nutzlast-Möglichkeiten sind nicht mehr vorhanden.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  5. #15
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    @Protuberanz: bei MS-10 kam nicht einmal der Fluchtturm zum Einsatz, der war zum Zeitpunkt des Unfalls bereits abgeworfen. Die Sojus hat sich selbst vom Booster weggesteuert. Es gab 1973 oder so bereits einen weiteren Fall, bei dem die Sojus im Flug abgetrennt werden mussten und die Astronauten in einer verlassenen Ecke der Mongolei landeten...

    Bei der VentureStar war der Wasserstofftank aus Kohlenverbundfaser das Problem - zu komplex in der Form und kaum dicht zu kriegen. Der horizontale Start hilft da auch nicht. Dabei tauschst du etwas mehr Treibstiff gegen mehr tote Masse (die Flügel), die du in den Orbit schleppen musst. Ich gebe dir aber absolut recht, dass zweistufige Systeme wohl am besten (effizientesten) sind.
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  6. #16
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, je mehr Unternehmen sich beteiligen, desto größer wird der finanzielle Druck und dadurch werden wir in Zukunft wohl häufiger Unfälle sehen, als uns lieb sein kann.
    In den bekannten großen Marktwirtschaften muss das mMn nicht notwendigerweise so sein. Vielmehr enstehen hier durch die Vielzahl der Lösungen oftmals erst die besten Lösungen durch das breite und vielfältige Angebot aus dem der qualitätsbewusste Kunde, wie z.B. ein Astronaut, dann auswählen kann.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  7. #17
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    @Ralf, Deinem Argument ist nichts entgegenzusetzen. Ein mehr an Optionen kann häufig von Vorteil sein. Aber vielleicht ist ja der von Bynaus in Aussicht gestellte frühzeitige Launch des Crew Dragon ein kleiner Trost. Möglicherweise hilft so ein Unfall ach dem Orion auf die Sprünge. Und nicht zuletzt könnte es auch bei den Russen mal Klick gemacht haben, das man Projekte nicht immer nur auf's Reißbrett zeichnet, sondern auch mal eines bis zur letzten Konsequenz umsetzen muß, wenn man im Rennen bleiben will. Wie auch immer, der Unfall ist nicht das Ende der bemannten Raumfahrt und auch nicht das Ende der ISS.
    Was mit dem HST werden soll, bleibt ebenfalls abzuwarten. Es wird wohl erst mal mit nur einem Gyroscope weiter betrieben, bis irgendjemand eine andere Idee hat.
    @Bynaus, absolut korrekt. Deswegen sagte ich ja auch das Rettungssystem wurde bisher nur einmal benötigt. Eben 1983. Ja bei der Landung gab's immer mal wieder das eine oder andere Problem, auch mit Todesfällen.
    @Bernhard, das ist Robert Lembke Nummer. Ich sage mal Jain und lege das 5Mark-Stück auf das Schwein. Also Ja und Nein. Natürlich hast Du vollkommen Recht, wenn Du sagst, das Angebot wird breiter, je mehr Firmen sich mit dem Thema beschäftigen. Frei nach dem alten Motto, Konkurenz belebt das Geschäft.
    Bei den gefundenen Lösungen sind dann sicher auch absolute Schmankerl drunter. Aber wie man in den großen Marktwirtschaften leider auch zunehmend sehen kann, wird immer mehr über den Preis geregelt. Und leider ist es auch oft so, das sich dann nicht das beste System durchsetzt, sondern das billigere.
    Und wenn der Einkäufer eine Preisvorgabe von seinem Chef erhalten hat, dann gibt's eben nur Schiffchen für den Astronauten, das man vom Budget hat bezahlen können. Welche Qualität das dann hat ist schwer vorhersehbar.

  8. #18
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    ... in Aussicht gestellte frühzeitige Launch des Crew Dragon ein kleiner Trost. Möglicherweise hilft so ein Unfall ach dem Orion auf die Sprünge. ...
    Frei nach dem alten Motto, Konkurenz belebt das Geschäft. ... , das man vom Budget hat bezahlen können. Welche Qualität das dann hat ist schwer vorhersehbar.
    Es kommt wie die Insidergerüchte aus der NASA so sagen andersrum. Aufgrund des russischen Unfalls sollen die eigenen Systeme eine längere Prüfung genießen dürfen = Verschiebung.

    Grüße Dip

  9. #19
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    Zitat Zitat von Herr Senf Beitrag anzeigen
    Aufgrund des russischen Unfalls sollen die eigenen Systeme eine längere Prüfung genießen dürfen = Verschiebung.
    Es wäre auch ziemlich überraschend bis bizarr gewesen, wenn Russland den Betrieb komplett einstellen würde .
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  10. #20
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    Hier sind einige Fotos zum MS-10 Start.
    Hier gibt es Videomaterial dazu.
    Hier ist zu lesen, das es scheinbar ein Problem mit der Trennung der Booster der ersten Stufe von der zweiten Stufe gab. Dabei kam es scheinbar zu einer Kollision, die den Startabbruch auslöste.

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