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Thema: Wenn Bakterien zu Astronauten werden...

  1. #1
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    Standard Wenn Bakterien zu Astronauten werden...

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    Hallo zusammen,
    Mal wieder eine interessante Idee aus der Ecke "Transfer von Leben von einem Planeten zum anderen"... Offenbar ist es möglich, dass (elektrisch geladene) Bakterien mit Hilfe des Erdmagnetfeldes aus dem Gravitationsfeld der Erde geschleudert werden könnten und so ihren Weg zu den anderen Planeten des Sonnensystems finden könnten.

    Originalartikel (englisch):
    http://www.newscientistspace.com/art...-for-bugs.html

    Ich habe darüber einen Text auf meiner Seite verfasst (deutsch):
    http://www.final-frontier.ch/index.p...onauten_werden

    Was denkt ihr?
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  2. #2
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    Zitat Zitat von Bynaus
    Ich habe darüber einen Text auf meiner Seite verfasst (deutsch):
    http://www.final-frontier.ch/index.p...onauten_werden

    Was denkt ihr?
    Hallo Bynaus,

    du schreibst in deinem Text:
    [...], dass wir bald "irdische" Bakterien auf dem Mars, in der Hochatmosphäre der Venus, in den Ozeanen der Jupitermonde, auf Titan und Enceladus und anderswo finden werden.
    Angesichts dieses Satzes wird mir auf einmal klar, warum ich mich immer gegen die vielfältigen 'Panspermie-Thesen' innerlich gesperrt habe! Ich hielte es für erfreulicher, wenn z. B. die nächsten Mars-Missionen Organismen entdecken würden, die ihre Replikation auf einem unterscheidbaren Vererbungsmechanismus aufbauen. Würden wir nur wieder 'DNA' finden, wäre die Exobiologie nicht gerade weiter!

    Grüsse galileo2609

  3. #3
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    Ich vermute mal, dass hier ein reger Austausch stattfinden könnte: Bakterien gehen von der Erde zum Mars, von dort in veränderter Form wieder zurück, etc. Das Sonnensystem als Lebensraum, als "Ökosystem" für extremophile Bakterien... Wäre gar nicht so dumm: Man könnte sich z.B. die ganzen Sterilisationen sparen. Man sähe, dass Leben allein noch keinen erdähnlichen Planeten macht (Terraforming durch Bakterien allen?). Ich bin sicher, dass man auch so eine Menge von diesen "ausserirdisch-irdischen" Bakterien lernen kann, etwa in Sachen Strahlungsresistenz.
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  4. #4
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    Hallo Bynaus,

    Zitat:
    >>Man k&#246;nnte sich z.B. die ganzen Sterilisationen sparen. Man s&#228;he, dass Leben allein noch keinen erd&#228;hnlichen Planeten macht (Terraforming durch Bakterien allen?).<<

    Dazu habe ich eine andere Aufassung:
    Wenn es auf dem Mars Lebewesen gibt, die sich dort unabh&#228;ngig entwickelt haben, sollten Marsbakterien wegen ihrer v&#246;llig verschiedenen und mit den unseren unvertr&#228;glichen Eigenschaften f&#252;r uns wenig gef&#228;hrlich sein, „Marsviren“k&#246;nnten mit unseren Organismen nichts anfangen.

    Wenn aber durch irgendeinen Mechanismus des Bakterientransfers die von dir vorgeschlagene Verwandtschaft besteht, dann sollten wir sehr vorsichtig sein.

    meint Ispom
    Gruß von Ispom

  5. #5
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    Ich habe noch eine Frage zum link von Bynaus:


    Hier, in der Hochatmosphäre, können sich diese schwebenden Bakterien fortpflanzen und teilen: die Evolution macht sie mit der Zein unempfindlich gegen die harte UV-Strahlung der Sonne und die dünne Luft, so dass sie im "Tiefschlaf" eine längere Zeit im All überleben können
    Ist es nicht so, daß man die interplanetar oder interstellar reisenden Bakterien sich immer mit einer schützenden Hülle aus Staub vorstellt, der die zerstörerische uv-Strahlung abblockt?

    Imho kennt man zwar weitgehend strahlungsresistente Bakterien, aber ob die sich den Weltraumbedingungen anpassen können?

    zweifelnde Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  6. #6
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    Bzgl. Vorsichtig: Ich meinte damit die Sterilisation von Raumsonden von der Erde...

    Bzgl. UV: Die interstellar reisenden Bakterien w&#228;ren ja vermutlich durch die Magnetfeldern in diesen "Plasmodien" gesch&#252;tzt. Die anderen, nun, die Reisezeiten sind vermutlich, verglichen mit denjenigen in Meteoriten, vergleichsweise gering. W&#228;hrend einer Marsopposition, k&#246;nnte ich mir vorstellen, k&#246;nnten Milliarden von irdischen Bakterien auf diese Weise ihren Weg zum Roten Planeten finden, und dabei nur einige Wochen bis Monate unterwegs sein.
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  7. #7
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    @ galileo2609

    Würden wir nur wieder 'DNA' finden, wäre die Exobiologie nicht gerade weiter!
    Sehe ich nicht ganz so. Sofern sich die gefundene DNA von der irdischen stark unterscheidet, würde das imho doch einige Schlüsse zulassen.

    Gruß Aurora

  8. #8
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    Stellen wir uns folgende Situation vor:
    1. Eine der nächsten Mars-Missionen entdeckt Hinweise auf Leben.
    2. Eine zukünftige Sample-Return-Mission bringt Organismen zur Analyse auf die Erde.

    Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Panspermie-Szenario:
    Der Bauplan und Vererbungsmechanismus dieser Organismen beruht auf (modifizierter) DNA.
    2. Szenario der unabhängigen Lebensentstehung:
    Der Bauplan und Vererbungsmechanismus dieser Organismen beruht auf einer anderen (bisher unbekannten) Basis.

    Nur das zweite Szenario würde die Aussage absichern, dass auch in anderen Planetensystemen die Entstehung von Leben hochwahrscheinlich ist. Das erste Szenario würde uns mit Unsicherheit zurücklassen. Die Biosphäre der Erde wäre "einfach" nur nicht mehr auf unseren Planeten beschränkt.

    Unabhängig von dieser Grundsatzfrage wäre natürlich auch das erste, panspermie-induzierte Szenario hoch interessant.

    Grüsse galileo2609

  9. #9
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    Nehmen wir mal an, wir finden irgendwann auf dem Mars Bakterien, die in ihrer chemischen Strutkur irdischen Bakterien gleichen. Bestünde dann nicht auch die Möglichkeit, das es sich bei ihnen um mit Sonden auf den Mars verschleppte irdische Bakterien handelt, die sich an die auf dem Mars herrschenden Bedingungen angepasst haben?

    Sind unsere Sonden wirklich zu 100 prozent sterilisiert worden, oder vielleicht nur zu 99,9999999 %?

    Salut
    ChMessier

  10. #10
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    Naja, man hofft halt wirklich, dass sie zu 100% sterilisiert wurden und dass nichts &#252;brig geblieben ist. Ich w&#252;rde aber vermuten, dass solche Bakterien es auf dem Mars alles andere als leicht h&#228;tten. Der Boden ist teilweise toxisch, es gibt direkt an der Oberfl&#228;che kaum Wasser, die UV-Strahlung ist m&#246;rderisch...

    @galileo: Ich denke, es w&#228;re auch m&#246;glich, dass sich DNA in "erd&#228;hnlichen" Umgebungen derart anbietet, dass dieser Vererbungsmechanismus sich unabh&#228;ngig voneinander bilden k&#246;nnte... Thomas Gold hat einmal vorgeschlagen, man sollte die Drehrichtung der DNA untersuchen - rechtsdrehende DNA (im gegensatz zur irdischen, linksdrehenden) w&#252;rde darauf hinweisen, dass DNA eine weit verbreitete Erbsubstanz ist. Das so entdeckte Leben w&#228;re aber offensichtlich nicht mit jenem der Erde verwandt. Stell dir vor, wir finden auf, sagen wir, 10 Welten im Sonnensystem Leben: finden wir 5 mal linksdrehend, 5 mal rechtsdrehend, d&#252;rfte das Leben lokal entstanden sein. Finden wir 10 mal linksdrehend, d&#252;rfte es wohl von der Erde herstammen (es gibt nach heutigem Wissen, zumindest soviel ich weiss, keinen Grund, warum die eine Drehrichtung bevorzugt entstehen sollte). Finden wir, sagen wir, 8 linksdrehende, 2 rechtsdrehende, d&#252;rfte man erwarten, dass eine gewisse "Kontamination" mit irdischem Leben stattgefunden hat. Da wir aber auf der Erde keinerlei rechtsdrehende DNA finden, und ich auch eine gewisse "R&#252;ckkontamination" erwarten w&#252;rde (wenigsten einige wenige Bakterienarten von Enceladus mit rechtsdrehender DNA!), spricht im Moment eigentlich mehr daf&#252;r, dass wir da draussen vor allem linksdrehende DNA finden werden - und damit spricht etwas mehr f&#252;r die Panspermie-These... Naja, zugegeben, ein gewagter Gedankengang.
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