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Thema: Mars: Organisches Material Hinweis auf Leben?

  1. #1

    Standard Mars: Organisches Material Hinweis auf Leben?

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    Sind die Funde von organischem Material durch den Marsrover Curiosity, über die die NASA in der vergangenen Woche berichtete, ein Hinweis auf Leben? Während man sich bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde eher zurückhaltend gab, halten es manche Astrobiologen für wahrscheinlich, dass es sich bei den organischen Substanzen um Zerfallsprodukte von Mikroorganismen handelt. (13. Juni 2018)

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  2. #2
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    Ach ja, der Herr Schulze-Makuch, der glaubt ja auch an Venus-Mikroben ...

    Im Ernst: Wenn da wirklich Mikroben am Werk gewesen sind, dann wird man das in den nächsten paar Jahren herausfinden. Persönlich favorisiere ich aber anorganische Prozesse und die Herkunft der verschiedenen Organika über Meteoriten oder Kometen verursacht.

  3. #3
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    Hallo Mahananda,

    von Science

    Theprofiles, which are indicative of particular compounds or fragments of similar structures, reached their peak between 500° and 820°C, consistent with the presence of thiophene (C4H4S), 2- and 3-methylthiophenes (C5H6S), methanethiol (CH4S), and dimethylsulfide (C2H6S)..
    Ist denn ein chemischer Ursprung bei diesen Produkten wahrscheinlich?
    101010

  4. #4
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    Ich versuche das neutral zu sehen. It's nice to know it's there. Aber warten wir ab, was Sherlock Holmes darüber sagen wird.

  5. #5
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    Hallo Kibo,

    bei den aufgeführten Verbindungen ist auffallend, dass sie alle schwefelhaltig sind. Das könnte daran liegen, dass die ursprünglich vorhandenen Verbindungen mit schwefelhaltigen Salzen oder Säuren reagiert haben. Eventuell spielen dabei vulkanische Prozesse eine Rolle bzw. als Folge des Impakts, der den Gale-Krater hat entstehen lassen haben sich entsprechende Prozesse ereignet, so dass es zu besagten Reaktionen gekommen ist. Herr Schulze-Makuch hatte ja von Sulfaten gesprochen, die hierbei eine Rolle gespielt haben könnten, um diverse Organika vor der Zersetzung zu schützen.

    Zieht man die schwefelhaltigen Anteile ab, bleiben von Thiophen Butan, von Methylthiophen Pentan, von Methanethiol Methan und von Dimethylsulfid Ethan übrig. Allesamt also einfache aliphatische Kohlenwasserstoffe, die sich u.a. in Meteoriten vorfinden und aus chemischer Sicht keine Hürde darstellen, so dass man auf Organismen zurückgreifen müsste.

  6. #6
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    In dem Livestream wurde von Kerogen gesprochen. Was ist denn damit?

    Soweit ich es mitbekommen habe, sind die gemessenen Gase, die Bruchstücke davon.
    101010

  7. #7
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    Ich glaube hier wird das Pferd falsch herum aufgezäumt, in etwa wie wenn man einen Pfeil gegen eine Wand wirft und dann die Zielscheibe drumherum malt.
    Das klingt alles zu sehr nach "alles bestätigt alles" - man findet [X] auf dem Mars und schon werden Zusammenhänge konstruiert warum das ein Hinweis auf (vergangenes) Leben sein könnte.

    Anders gefragt:
    Unter der Annahme es hätte auf dem Mars Mikroben gegeben - was würde man erwarten, könnte man davon heute noch in wenigen Zentimetern Tiefe nachweisen?
    Und passen diese Annahmen zu den Funden?

  8. #8
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    Hallo Kibo,

    Was ist denn damit?
    Kerogen ist ein Sammelbegriff für verschiedene Kohlenwasserstoffe mit öliger bis teeriger Konsistenz - analog zu dem, was man als Erdpech oder Naphtha kennt. Auf der Erde entsteht diese Substanz aus verrotteten Tier- und Pflanzenresten. Auf anorganischer Basis entstehen solche teerigen Substanzen u.a. über Miller-Urey-Synthesen und stellen als PAH's (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe = Polycyclic Aromatic Hydrocarbons) den Hauptanteil der organischen Chemikalien im interstellaren Staub dar. Selbst im Umfeld von Roten Riesensternen wurden sie schon gefunden, so dass deren Vorhandensein keine Überraschung darstellt.

    Es ist daher leicht vorstellbar, dass diese PAH's über Meteoriten in den Marsboden verfrachtet worden sind, wo sie sich - geschützt vor Zerfallsprozessen durch Strahlung und Peroxide - erhalten und sukzessive in kerogene Substanzen umwandeln konnten, die dann hin und wieder in jahreszeitlichem Wechsel Methan an die Oberfläche entweichen lassen. Dazu bedarf es nicht mit Notwendigkeit des Vorhandenseins von Organismen. Andererseits kann man Organismen jedoch nicht von vornherein ausschließen, aber bevor man diese favorisiert, sollte man zunächst anorganische Ursachen ausschließen.

    Viele Grüße!

  9. #9
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    Hallo Alex,

    was würde man erwarten, könnte man davon heute noch in wenigen Zentimetern Tiefe nachweisen?
    Ja, so herum ist der richtige Ansatz, aber dazu müsste man wissen, wie die hypothetischen Mikroben biochemisch beschaffen sind bzw. waren. Ich würde auf jeden Fall mehr stickstoffhaltige Chemikalien erwarten, statt ausschließlich Kohlenwasserstoffe, die zudem noch schwefelhaltig sind. Unter der Voraussetzung, dass sich die Enzyme der Marsmikroben ebenfalls aus verschiedenen Aminosäuren zusammensetzen, hätten wir einen Stickstoffanteil um die 10 Prozent. Auch wenn sich die Aminosäuren unterirdisch zersetzen, müsste der Stickstoffanteil in Gestalt von Ammoniumverbindungen (bei reduzierenden Bedingungen) oder Nitriten oder Nitraten (bei oxydierenden Bedingungen) noch nachweisbar sein.

    Viele Grüße!

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