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Thema: Düstere Aussichten

  1. #11
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    Der findet über die Atmosphäre statt (wie schon heute). Wenn diese etwa die Dichte der Erde hat und ein Rest an Rotation vorhanden ist, wirds zwar gegen den frühen Morgen hin etwas kalt, aber ausfrieren kann sie nicht.
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  2. #12
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    Wie der Forscher weiter schreibt, änderte es in vielen Fällen nicht einmal den Ausgang der Simulation, wenn der Zivilisation eine endliche (fossile) und eine quasi unbegrenzte (solare) Energiequelle zur Verfügung gestellt wurde. Ein Wechsel zur erneuerbaren Energie konnte das Schicksal dieser Modell-Zivilisationen nicht ändern.
    Weitergedacht sollte dieser Gedanke uns zu denken geben. Und tatsächlich ziehen wir in D alle am selben Strang, politisch gewollt, hin zu den Erneuerbaren.

    Dass diese aber einen massiven Flächenverbrauch haben, Industrialisierung der Natur und extrem viel Pestizide (Bioenergie) zur Folge haben, wird kaum erwähnt.

    Nichts gegen Solarmodule auf dem Dach, die sind in allen Fällen gut. Aber Bioenergie und Lebensraumvernichtung sollte aufhören, da schaden wir der Natur mehr als mit dem ein oder anderem Erdgaskraftwerk.

  3. #13
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    Hier ist übrigens das Paper: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/ast.2017.1671

    Weitergedacht sollte dieser Gedanke uns zu denken geben.
    Ja - nämlich: solche simplen Modelle sollte man nicht überbewerten. Wie gesagt: die Modelle sind völlig deterministisch in dem Sinn, dass die Regeln der Interaktionen (zwischen Zivilisation, Umwelt und Ressource) festgelegt und unveränderlich sind. Dann braucht man nur die Anfangsbedingungen etwas zu variieren und man bekommt einen ganz Zoo von Szenarien, wobei einige (oder viele) davon dann zum "Aussterben" gelangen. Der Punkt ist aber, dass Zivilisationen nicht nach so fixen Regeln funktionieren. Zum Beispiel benutzen die Autoren eine "carrying capacity", also eine Art Limit, wie viel Bevölkerung eine Umwelt aushält. Doch dieser Wert ist keineswegs eine Konstante, sondern sie hängt von den ganz spezifischen Aktivitäten dieser Bevölkerung ab. Die "carrying capacity" einer Menschheit, die sich nicht um FCKWs schert, deutlich kleiner als jene einer Menschheit, die das Montreal Protokoll verabschiedet. Gleiches gilt auch für das CO2 - je weniger CO2 pro Kopf ausgestossen wird, desto grösser ist die carrying capacity. Je sorgsamer mit dem Boden umgegangen wird, desto mehr Menschen können langfristig damit ernährt werden. Und so weiter.

    Ich persönlich sehe das Ziel von "100% Erneuerbar" auch eher kritisch (zumindest, wenn man die Nuklearenergie nicht zu den Erneuerbaren zählt), aber diese Studie als Argument herbei zu ziehen ist nicht hilfreich.
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  4. #14
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    Hallo,

    mich würde interessieren, über welche Zeiträume wir sprechen. Wie lange expandiert und entwickelt sich eine Zivilisation wie wir noch, bis das Pendel endgültig umschlägt und die Katastrophen ihren Lauf nehmen? Kollaps der Ökosysteme wegen Naturvernichtung, Überfischung, Klimaerwärmung, daraus resultierende Kriege, Zusammenbrüche bisher stabiler Staaten, weltweiter Überlebenskampf, gigantische Migrationsströme? Anarchie, Seuchen, Hunger weltweit... halt eben die prognostizierte Dezimierung von 70%-100%?

    Einge der vorherigen Beiträge scheinen dies in eine weit entfernte Zukunft zu verschieben, da man Ausweichmöglichkeiten wie Terraforming anderer Planeten oder Umzug ins Habitat ins Feld führt.
    Mal so aus der Hüfte geschossen, ich glaube daß diese Alternativen etwas zuviel Vorlaufzeit benötigen.

    Grüße
    void

    EDIT:
    ab Mitte der 20er wird es zunehmend ungemütlich und fragil,in den 30ern und 40ern wird es großflächig ernst, das ist meine Prognose. Vielleicht zu pessimistisch.
    Geändert von void (04.06.2018 um 22:58 Uhr) Grund: Private Prognose hinzugefügt

  5. #15
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    Hallo Jakob5

    Zitat Zitat von Jakob5 Beitrag anzeigen
    Aber Bioenergie und Lebensraumvernichtung sollte aufhören, da schaden wir der Natur mehr als mit dem ein oder anderem Erdgaskraftwerk.
    nicht zu vergessen ist der Hunger unserer Spezies auf FLEISCH. Sojaanbau für Tierfutter ist z.B. eine 10:1 -fache Resourcen-Verschwendung, was Lebensmittel-Kalorien betrifft (bitte nicht am Faktor 10 festnageln).
    Dabei ist längst bewiesen, daß sogar Umweltproblem-Ignoranten mit weniger Fleischkonsum gesünder leben könnten. Das nur am Rande.

    Grüße
    void

  6. #16
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    Ich würde das alles nicht so negativ sehen. Sicher, es gibt Handlungsbedarf: und ja, bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte das Meer ein paar Meter steigen und wir so viele Küstenstädte verlieren, mit entsprechenden Flüchtlingen, lokalen Konflikten etc. Ich denke aber, dass wir das alles mit der Zeit unter Kontrolle bekommen werden, und zwar noch in diesem Jahrhundert. Die Klimaerwärmung wird verlangsamt (zumindest der Ausstoss von Treibhausgasen auf sehr viel kleine Werte heruntergefahren, mit den Langzeitfolgen werden wir noch für Jahrhunderte leben müssen), in den reicheren Staaten werden die drängendsten Umweltprobleme gelöst und viele heute ärmere Staaten werden diese Probleme gar nie erst haben, weil sie direkt zu umweltfreundlichen Technologien wechseln. Gerade in den reicheren Staaten mit ihren schrumpfenden Bevölkerungen wird die Renaturierung von grösseren Flächen in einigen Jahrzehnten bereits eine wichtige Rolle spielen. Die Menschen, die noch da sind, ziehen zusammen in die schrumpfenden Städte und die Natur darum herum wird wieder weitgehend sich selbst überlassen.
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  7. #17
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    Zitat Zitat von void Beitrag anzeigen
    Hallo Jakob5



    nicht zu vergessen ist der Hunger unserer Spezies auf FLEISCH. Sojaanbau für Tierfutter ist z.B. eine 10:1 -fache Resourcen-Verschwendung, was Lebensmittel-Kalorien betrifft (bitte nicht am Faktor 10 festnageln).
    Dabei ist längst bewiesen, daß sogar Umweltproblem-Ignoranten mit weniger Fleischkonsum gesünder leben könnten. Das nur am Rande.

    Grüße
    void
    Absolut einverstanden.
    Dazu kommt noch, dass die Klimasensitivität des CO2 in neueren Studien immer mehr abnimmt, ich beschäftige mich berufsbedingt mit dem Thema. Also kurzgesagt: Der Treibhauseffekt des CO2s wurde in der Vergangenheit deutlich überschätzt, das IPCC korrigiert seine Prognosen nach unten, während der Einfluss der Solaraktivität nach oben korrigiert wird.

    Die politischen Konsequenzen aber zieht niemand. Die wären nämlich, dass es die Umwelt NOCH MEHR zerstört, wenn wir all unsere Umweltbemühungen aufs CO2 setzen, was eben
    extrem zu Lasten der Flora und Fauna geht. Bestes Beispiel ist Biosprit in Deutschland, und eine nie dagewesene Vernichtung von Insekten und Vögeln in so kurzer Zeit.

  8. #18
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    Zitat Zitat von Jakob5 Beitrag anzeigen
    Dazu kommt noch, dass die Klimasensitivität des CO2 in neueren Studien immer mehr abnimmt, ich beschäftige mich berufsbedingt mit dem Thema. Also kurzgesagt: Der Treibhauseffekt des CO2s wurde in der Vergangenheit deutlich überschätzt, das IPCC korrigiert seine Prognosen nach unten
    Hallo Jakob,

    könntest Du hierzu bitte eine Referenz benennen, damit ich mir in einer ruhigen Minute die Details anschauen kann ?


    Besten Dank und freundliche Grüsse, Ralf

  9. #19
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    Ja da möchte ich auch eine Referenz sehen. Mein Eindruck in letzter Zeit (wobei ich die Literatur nicht so nahe Verfolge wie in den Planetarwissenschaften) war nämlich eher zum Gegenteil, dass man eine höhere Sensitivität stärker in Betracht zieht.
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  10. #20
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    Hier zum Beispiel ist ein (Open Access) Artikel aus dem letzten Jahr: http://advances.sciencemag.org/conte.../e1602821.full

    Das Abstract kann man etwa so übersetzen: Der letzte IPCC-Bericht hat die Unsicherheit bei der CO2-Sensitivität (= wie viel sich die Erde langfristig für jede Verdoppelung des CO2-Gehalts erwärmt, Anm. von mir) von 2.5 - 4.5° C auf 1.5 - 4.5° C erweitert, weil einige historische Daten eher mit einer Sensitivität von 1.5 - 3.0° C übereinstimmen. Im vorliegenden Paper wird aber gezeigt, dass dies vorwiegend so zu erklären ist, dass es "slow modes" der Erwärmung gibt, die erst nach ein paar Jahrhunderten zu greifen beginnen. Diese tragen - im Vergleich zur "Gleichgewichts-Situation" nur einen sehr kleinen Anteil zur heute (und historisch) beobachteten Erwärmung bei, machen langfristig aber einen grossen Teil davon aus.

    In Figur 3 sieht man die Folge davon: die "instantane" Erwärmung ist am wahrscheinlichsten bei einer Sensitivität von 2.5°C (1.6 bis 4.2° innerhalb des 95%-Konfizenzintervals, dh, der wahre Wert liegt mit 95% Wahrscheinlichkeit zwischen diesen beiden Zahlen) zu finden. Die langfristige Sensitivität liegt aber eher bei 3.4°C (2.2 bis 6.1° innerhalb 95%). 3.4° ist so ziemlich nahe an dem, was schon in den frühen 80er Jahren (z.B. von James Hanson) für die langfristige Klimasensitivität ermittelt wurde.
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