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Thema: Düstere Aussichten

  1. #51
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    Steinkugel ~150Mio KM von gelben Zwergstern entfernt im Orionarm der Milchstraße
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    Hallo UMa,
    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Warum sollten Länder die z.B. Festnetztelefone zugunsten mobiler Geräte übersprungen haben, nicht auch andere Technologien überspringen?
    leider weiß ich im Moment nicht, auf welche Länder sich Deine Aussage bezieht. Ich bin da nicht wirklich fit. Aber haben diese von Dir angesprochenen Länder tatsächlich einen technologischen Fortschritt angepeilt und deshalb das Geld in die Hand genommen, um diese Infrastruktur zu schaffen? Oder waren es ausländische Konzerne, die den Ausbau übernommen haben, weil es für sie profitabel ist? Wäre ein mögliches Festnetz mit dem gleichen geringen Aufwand und ähnlicher hoher Profitabiltät zu installieren gewesen? Ich weiß das alles nicht. Deshalb wäre es nett von Dir, wenn Du mir ein Licht ans Rad machen würdest.
    In Brasilien sieht es jedenfalls so aus, das sehr große Flächen nicht vom Funknetz abgedeckt sind. Ich bin froh, das mein Schwiegervater ein Festnetztelefon hat, denn sonst wäre er gar nicht erreichbar. Er wohnt ca. 30km von der bolivianischen Grenze entfernt. Und in den brasilianischen Städten sieht der Fortschritt so aus, das Du kurzerhand erschossen wirst, wenn Du ein Mobiltelefon hast, das Deinem Gegenüber gefällt.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Warum sollten Länder in den Tropen und Subtropen, mit höherer Sonneneinstrahlung, auf Photovoltaik verzichten,
    Sagte ich, diese Länder sollen darauf verzichten? Nun gut ich sage öfter Dinge, an die ich mich hinterher nicht mehr erinnern kann. Gemeint war natürlich, diese Länder müssen darauf verzichten, wenn sich nicht ein Unternehmen findet, das im Aufbau solcher Anlagen die Möglichkeit sieht Gewinne zu erwirtschaften. Denn aus eigener Kraft werden die meisten Länder das nicht erreichen können.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    wo sie doch schon heute, oder in wenigen Jahren, die billigste Möglichkeit ist Strom zu erzeugen?
    Wer sagt das? Die Preise für PV-Anlagen sind drastisch gefallen, das ist wohl wahr. Aber warum und zu wessen Lasten? Die ehememaligen Gipfelstürmer der Solarbranche sind quasi vom Markt verschwunden und das trotz der hohen stattlichen Subventionen (die sich ärmere Länder wohl eher weniger leisten können). Heutzutage wird ein großer Teil dessen, was sich Photovoltaik nennt aus China geliefert. Das geht sicher auch noch ein paar Tage so weiter. Aber es ist bereits jetzt absehbar, das die Chinesen auch westliche Lebensstandards anstreben. Dann war's das mit den billigen Solarmodulen aus Fernost.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Zumal sie sich auch für Insellösungen in Gebieten eignet, in denen weit und breit keine Stromleitungen existieren.
    Wenn Du Regenwaldabholzung als Kollateralschaden siehst, um eine Stromversorgung zu installieren, dann ist das wohl so. Aber sag jetzt bitte nicht, dort ist niemand der Strom benötigt, denn das wäre eine Falschaussage.
    In Brasilien wird viel auf Wasserkraft gesetzt, aber in den Trockenperioden genügt das nicht. Da wird dann auch gern mit anderen Brennstoffen zugeheizt. Aber Photovoltaik ist nur wenig dabei.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Wenn man die halbe Erdoberfläche, auch die Ozeane mit Solarzellen pflastern würde, wären das über 40 PW (Petawatt) die über 60 EWh (Exawattstunden) Strom erzeugten. Wer braucht so viele Strom?
    Bei einem Tausendstel der Erdoberfläche wären es über 80 TW (Terawatt) mit über 120 PWh (Petawattstunden) Stromerzeugung, das fünffache der heutigen Stromerzeugung weltweit.
    Photovoltaik ist eine der Stromerzeugungsformen mit dem geringsten Flächenverbrauch, was ich hier schon mal ausgerechnet habe:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum...sorgung/?all=1
    Nun ja, ob sich die Seefahrer darüber freuen, wenn Du ihnen die Ozeane zupflasterst, weiß ich nicht. Aber zumindest könnten die Schiffe dann mit kleineren Akkus auf Reise gehen, weil sie ja quasi überall nachtanken können, zumindest tags über.
    Welche Werte hast Du bei Deiner Rechnung zu Grunde gelegt? Wie viele volle Sonnenstunden, wie viele Wolkenstunden, wie viele Nachtstunden sind darin enthalten? Und hast Du die Energieausbeute über einen Längengrad gemittelt? Letztendlich erhält man von einem Solarmodul mit 20Watt Nennleistung bei maximaler Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden etwa 16-17Watt. Ein Teil geht durch die Materialerwärmung und den damit sinkenden Wirkungsgrad verloren. Vor und nach der Mittagszeit ist es dann sowieso weniger. An einem wolkenverhangenen Tag erhältst Du von dem gleichen Modul weniger als 1 Watt.
    Letztendlich ist ein PV-Kraftwerk das einzige Kraftwerk, was nicht 24h/d Strom erzeugen kann. Gut beim Wind könnte man auch mit einer Flaute rechnen, aber die Anlagen werden normalerweise schon in windsicheren Gebieten installiert und funktionieren auch nachts.
    Jetzt kommt gleich wieder der große Aufschrei, ja aber wir basteln uns einfach ein paar LiIo-Akku's an die Solarzellen, dann können wir auch nachts Strom abrufen. Ich denke ich hab's schon gesagt, das ist eine nicht akzeptable Lösung. Erstens brauchst Du Unmengen Akku's, um die sonnenschwachen und sonnenlosen Stunden des/der Tage(s) zu überbrücken und zweitens müssen die Akku's ja nebenbei zum normalen Stromverbrauch aufgeladen werden und das, solange die Sonne anwesend ist.
    Dazu kommt die komplette Umstellung auf den Elektroverkehr, die Ablösung der fossilen und der Kernkraftwerke und der allgemein immer weiter steigende Lebensstandard (zumindest gewünscht).
    Alles in allem benötigst Du also sehr viel mehr Solarmodul-Nennleistung, als am Ende tatsächlich an Strom abgenommen wird.
    Wenn Du nun auch noch die Akkulösung integrierst, dann mußt Du in Deine Flächenberechnung auch die Fläche für die Akku's einbeziehen. Wobei man natürlich einen guten Teil unter den Solarmodulen verstecken kann. Die Abbau- und Produktionsgebiete müßten allerdings schon noch separat in die Rechnung mit hinein.
    Eine andere Idee wäre in den Ländern mit hoher Lichteinstrahlung Solarthermie-Kraftwerke zu installieren. Die haben zwar einen noch schlechteren Wirkungsgrad, sind aber billig in der Herstellung und vor allem kann man die Energie relativ einfach und billig speichern. Der Strom kommt dann eben aus einer 0815-Dampfturbine.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Und recycelt müssen die Dinge sowieso werden, ob Akku, Fahrrad, Computer oder Auto. Sonst ersticken wir im Müll und es gehen uns die Rohstoffe aus, egal welche Technologien wir verwenden.
    Da hast Du vollkommen Recht. Allerdings gibt es Materialien, die mit geringerem Aufwand zu recyceln sind als andere. Und der Energieaufwand für manches Recycling ist nicht unerheblich.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Was besseres als Sonnenenergie wirst du kaum finden, gerade für Länder in den Tropen und Subtropen. Einzige denkbare Alternativen für die Stromerzeugung wären Windenergie oder Kernfusion.
    Möglich ist alles. Aber ohne Finanzierung wird gar nix.

    Gruß Protuberanz

  2. #52
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    Hallo UMa

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Die Menschheit muss einfach unangemessenes, schädliches Verhalten vermeiden.
    Glaubst du an den Weihnachtsmann?
    Vielmehr werden sich Berichte dieser Art
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...a-1212782.html
    zukünftig häufen. Leider.

    Grüße
    void

  3. #53
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    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Stell Dir vor, heutzutage würde in einer deutschen Großstadt ein jeder mit der Axt losziehen, um sie an den nächsten Baum zu legen, um mit dem Holz in seiner Wohnung auf offenem Feuer das Mittagessen zu kochen und bei kaltem Wetter zu heizen.
    Ein derartiges Verhalten war vor Jahrhunderten und Jahrtausenden angemessen, heutzutage aber nicht mehr.
    OK, das ist Deine Meinung, die muß man Dir lassen. Das sie nicht der Realität entspricht, ist jedoch eine völlig andere Sache. Dieser Beitrag ist zwar schon ein paar Tage älter, aber in meinem Dunstkreis hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Kaminöfen und Pelletsheizungen drastisch erhöht.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Das Ergebnis wäre katastrophal. Nicht nur würde die Gefahr von Bränden um ein Vielfaches steigen sondern auch die Luftqualität durch die Abgase soweit sinken, dass die Lebenserwartung um mehrere Jahre abnehme, selbst bei Menschen die sich nicht in den verqualmten Innenräumen aufhielten. Außerdem wäre innerhalb kürzester Zeit alles in der Stadt und der Umgebung abgeholzt.
    Heute ist die Bevölkerungsdichte höher als früher, so dass das nicht mehr geht, außerdem gibt es andere Möglichkeiten zu heizen oder zu kochen.
    Rückstandslos verbrennt Holz natürlich nicht, das ist wahr. Aber so schwarz, wie Du das Szenario malst, ist es auch nicht.
    BTW, wann warst Du denn das letzte Mal in einem Kaminofen- oder Pelletsgeheizten Haus? Das war dort wirklich verqualmt?
    Einfach mal lesen

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Ebenso könnte man heute auf unangemessenes, schädliches Verhalten, wie die Förderung und Verbrennung von Kohle, der Emission giftiger und anderer schädlicher Stoffe in Luft und Wasser, sowie auf die Zerstörung von Wäldern und andere Lebensräume verzichten.
    Dies würde nicht nur Umweltschäden verringern, sondern auch die Lebensqualität der Menschen erhöhen.
    Könnte man, aber die Chinesen produzieren mit ihren hohen Shadstoffemissionen, doch so wunderbar günstige Solarpanels, das wollen wir ihnen doch nicht wirklich verbieten. Sonst steigen am Ende wieder die Preise für die emissionsarmen PV-Anlagen.
    Geändert von Protuberanz (14.06.2018 um 22:31 Uhr)

  4. #54
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    BTW: Klimawandel gefährdet Lebensmittelversorgung http://www.sonnenseite.com/de/umwelt...ersorgung.html. Man sollte dieses Thema also besser nicht unter den Teppich kehren.
    Freundliche Grüße, B.

  5. #55
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Man sollte dieses Thema also besser nicht unter den Teppich kehren.
    Damit hast Du vollkommen Recht. Das sollte man auf keinen Fall tun. Ich bin absolut für Klimaschutz zu haben, nur nicht für Augenwischerei.
    Aber in das von Dir angesprochenen Thema, der Sorge um die Nahrungsversorgung, spielen noch sehr viele andere Faktoren hinein, die zum Teil wahrscheinllich sogar noch vor dem Klimawandel stehen. Zum Beispiel ist das akute Insektensterben ein großes Problem. Wenn wir das nicht aufhalten und umkehren, werden wir wohl bald unsere Nutzpflanzen von Hand bestäuben müssen. Nun ja, einen Vorteil hätte das. Bei der irren Anzahl an Menschen, gäbe es dann zumindest ein paar neue Jobs.

  6. #56
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Wenn wir das nicht aufhalten und umkehren, werden wir wohl bald unsere Nutzpflanzen von Hand bestäuben müssen. Nun ja, einen Vorteil hätte das. Bei der irren Anzahl an Menschen, gäbe es dann zumindest ein paar neue Jobs.
    China hat das ja bereits vorgemacht. Allerdings ist mittlerweile auch bekannt, dass Bienen und Insekten das deutlich besser können als Menschen. Homo homini lupus.
    Freundliche Grüße, B.

  7. #57
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    doppel gepostet sorry!

  8. #58
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Nun, wenn dem so ist, dann bauen wir doch am Besten einen Sonnenschirm für die Venus. Dann müssen wir dort nur noch einen Mond installieren, der die Rotation der Venus ein wenig beschleunigt und ein paar Tausen Jahre warten, um die Oberflächentemperatur auf ein erträgliches Maß abzukühlen und itsmagic haben wir einen Platz für die Überbevölkerung, besser als auf dem Mars mit seiner zu geringen Gravitation.
    Mal abgesehen davon dass Menschen nahezu so zäh sind, wie die Ratten (wenn es darauf ankommt),
    werden sich zumindest die Eliten zu helfen wissen.
    Für die gibt es dann dennoch komfortable Habitale (auf der Erde oder sonst wo)
    weil sie es sich eben leisten können.

    Mit der Venus das wäre ein viel zu großer Aufwand,
    außerdem deutet das Verhältnis des schwereren Deuteriums zum Wasserstoff darauf hin,
    dass der Wasserstoff weitgehend längst in die Tiefen des Alls geblasen wurde.

    Dann wäre doch der Titan viel einfacher.
    Genügend Atmosphäre, um Flugzeuge fliegen zu lassen.
    Ein Methan-Kreislauf, der sich für Turbinen-Stromerzeugung eignet,
    falls bis dahin nicht bereits die kommerziell Kernfusion nutzbar wurde.

    Wasser zum Auftauen und Methan für Triebwerke.
    Für die geringe Gravitation müssten sich langfristig die Gentechniker etwas einfallen lassen.
    Aber das wird in einigen Jahrzehnten oder wenigen Jahrhunderten auch machbar sein.

    Fürs Wohlbefinden müsste man auf jeden Fall schöne große Hallen bauen
    und mit künstlichen Sonnen versehen.
    Denn draußen sieht es eher nach Nacht und Nebel aus.

    Von der Sonnenstrahlung ist man durch die gute Entfernung und die dichte Atmosphäre auch gut abgeschirmt.

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