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Thema: EDEN-ISS: Frisches Gemüse aus dem ewigen Eis

  1. #1

    Standard EDEN-ISS: Frisches Gemüse aus dem ewigen Eis

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    In der Antarktis läuft gerade ein spannendes Experiment, das auch für künftige Missionen zu Mond und Mars von Bedeutung ist: In einem autarken Gewächshaus wird Gemüse für die deutsche Antarktis-Station Neumayer III gezüchtet. Nach der Aussaat im Februar konnten nun erstmals Salat, Gurken und Radieschen made in Antarctica geerntet werden. (9. April 2018)

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  2. #2
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    Derzeit stehen auf der Erde etwa 2000m² Anbaufläche pro Mensch zur Verfügung. Dabei sind allerdings auch Energie- und Nutzpflanzen eingerechnet. Also z.B. auch Baumwoll- und Ölsaaten. Auch wenn man ca. 2/3 für diese Anbauten abzieht, bleiben immer noch knapp reine 700m² für die Ernährung übrig. Und dabei ist aber noch nicht einmal der Anteil an Grün- und Waldfläche eingerechnet, der z.T. durch die tierische Ernährung abgedeckt wird. Deren Produkte (also das Fleisch) letztendlich ja zwangsläufig auch wieder für die menschliche Ernährung genutzt werden.
    Nun gut, das ist nur ein Rechenexempel, das nur sehr begrenzt auf dieses Experiment angewendet werden kann. Eine echte Bodenfläche kommt ja bei solchen Experimenten nicht wirklich zum Einsatz. Aber auch wenn ich die Pflanzen in Nährlösung und in Etagen aufwachsen lasse, es bleibt bei einem nicht zu unterschätzenden Platzbedarf.
    Und ein Faktor bleibt völlig außen vor. Wer schon einmal Gewächshaus-Supermarktgemüse oder - obst konsumiert hat, der weiß, das es sich dabei nicht um ein kulinarisches Highlight handelt. Aber das ist wohl in diesem Fall auch nicht ganz so wichtig.
    Auch für nur wenige Mond- oder Marsbewohner bedarf es also einer nicht zu unterschätzenden Fläche im Habitat.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Und ein Faktor bleibt völlig außen vor. Wer schon einmal Gewächshaus-Supermarktgemüse oder - obst konsumiert hat, der weiß, das es sich dabei nicht um ein kulinarisches Highlight handelt.
    Vielleicht wird man ja noch erfahren, ob die Qualität bei Eden-ISS auch im Bereich der holländischen Wassertomate liegt. Mich würde es wundern, wenn man da in den letzten zwanzig oder dreißig Jahren nicht etwas dazugelernt haben sollte.

    Auch für nur wenige Mond- oder Marsbewohner bedarf es also einer nicht zu unterschätzenden Fläche im Habitat.
    Deswegen werden bei SpaceX die gestarteten und geplanten Raketen mit der Zeit wohl auch immer größer .
    Freundliche Grüße, B.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Vielleicht wird man ja noch erfahren, ob die Qualität bei Eden-ISS auch im Bereich der holländischen Wassertomate liegt. Mich würde es wundern, wenn man da in den letzten zwanzig oder dreißig Jahren nicht etwas dazugelernt haben sollte.
    Vor ca. 10 Jahren noch beklagte man in den niederländischen Gewächshausprodukten nicht nur den Geschmacks- sondern auch den Vitaminverlust. Niederlande: Dem Gemüse gehen die Vitamine aus. Ob sich daran heute etwas geändert hat, weiß ich nicht. Allerdings kann man sagen, die besseren Holländer sind mittlerweile die Spanier. Denn die haben erfolgreich das holländische Mangelkonzept kopiert und weiter verbessert. Vielen Obst- und Gemüsesorten haben die Spanier mittlerweile komplett den Geschmack weggezüchtet. Das ist etwas, das muß man erst einmal erreichen. Respekt!
    Aber jetzt mal wieder ernsthaft. Mich würde schon die Qualität des erzeugten Antarktis-Gemüses interessieren. Ich hoffe, das wir darüber irgendwann noch etwas erfahren werden.

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Deswegen werden bei SpaceX die gestarteten und geplanten Raketen mit der Zeit wohl auch immer größer .
    Hihihi, da hast Du wohl Recht. Ich bin schon gespannt, welchen Namen dieses Transportmittel dann bekommen wird. Vielleicht STAR-BFR (Shit, That's A Really Big Fucking Rocket)?
    Mit der BFR werden die Reisenden transportiert und mit der darauffolgenden STAR-BFR, werden die notwendigen Nahrungsmittel, oder das Modul zu deren Anbau transportiert.

  5. #5
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    Protub, keine Ahnung wie du gerechnet hast, wahrscheinlich hast du nur die offiziell als "Ackerfläche" bezeichnete Fläche berechnet.

    Ich komme auf um Potenzen höhere Ackerflächen pro Mensch. Wenn man sich ein bisschen mit Pflanzen auskennt, weiss man auch, dass eben nicht diese hohe Bodenqualität erforderlich ist. Bei entsprechender Bewirtschaftung und Meerwasserentsalzung lassen sich technisch problemlos die Wüstenflächen dieser Erde als Anbauflächen verwenden. Und bevor man jemals auf andere Planeten geht, wäre es ca. 1000x mal billiger, auch kalte Tundra / arktische Gebiete mittels Glashäuser anbaufähig zu machen. Damit nicht genug, gibt es auch Ansätze und Experimente, auf schwimmenden Inseln in Ozeanen anzubauen. Damit sind die Essenressourcen des Planeten "quasi" grenzenlos und könnten, pflanzlich gesehen, problemlos 100 Milliarden Menschen ernähren. Bitte selbst nachrechnen bevor hier wieder losgehatet wird.

  6. #6
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    Ein Bekannter hat unter sehr ähnlichen Bedingungen bereits Tomaten angebaut.
    Das war auch ein aeroponisches System mit LED Beleuchtung (größtenteils Rot, etwas Blau und sehr wenig Weiß). Die Farbe der Lampe und Pflanzen entsprach ziemlich dem aus EDEN-ISS.

    Die Tomaten (habe ich selber probiert) waren sehr viel besser als alles was man im normalen Supermarkt kaufen kann.
    Ich gehe davon aus, dass das Licht dieser speziellen LED-Kombinationen, geschmacklich sehr gute Ergebnisse bei sogut wie allen Pflanzen liefert.
    Das Spektrum ist auch softwaremäßig einstellbar. Gerade in den letzten Monaten ist klar geworden, dass man auch ein wenig UV-A zugeben sollte. Da tut sich also noch einiges.

    Allerdings kann man auf dem Weg niemals konkurrenzfähige Preise für Gemüse erzielen. Allein der Strom macht da alles zunichte.
    Für den Weltraum ist das ja aber egal.
    Geändert von SRMeister (11.04.2018 um 16:26 Uhr)
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Jakob5 Beitrag anzeigen
    Protub, keine Ahnung wie du gerechnet hast, wahrscheinlich hast du nur die offiziell als "Ackerfläche" bezeichnete Fläche berechnet.
    Selbstverständlich bin ich von der Weltackerfläche ausgegangen und habe jedem Bewohner dieses Planeten den gleichen Anteil zugestanden. Das dies in der Realität nicht so ist, weiß ich auch (aber hungernde Menschen und weggeworfene Lebensmittel halten sich wohl schätzungsweise die Waage). Mir ging es jedoch nicht darum, absolute Daten zu produzieren, sondern nur einen Näherungswert zu generieren. Was ist notwendig, um Menschen tatsächlich mit dem Ackerbau versorgen zu können? Ich sagte ja auch, das dabei noch nicht die Fleischproduktion eingerechnet ist, ebensowenig wie die künstlich hergestellten Lebensmittel. Und was weiß ich, noch für andere Faktoren.
    Technologisch gesehen finde ich es toll, daß in der Antarktis Erfolge diesbezüglich erzielt werden. Ich kann jedoch nicht nachvollziehen, warum das als potentieller Durchbruch der Versorgung für die Mond- oder Marsreisenden gesetzt wird. Von der von mir angesprochenen riesigen Anbaufläche einmal abgesehen, sind da noch zahllose andere Probleme zu klären, bevor das jemals eine Versorgungs-Option sein könnte. Woher kommen die Unmengen an Nährlösung für die Pflanzen? Die Photosynthese bedarf ebenfalls ständiger Energiezufuhr. Soll das mit Solarzellen erledigt werden, dann sind riesige Flächen auf dem Mars notwendig, denn die Lichteinstrahlung ist dort viel geringer als auf der Erde und der Wirkungsgrad unserer Photovoltaiklösungen läßt hier schon zu wünschen übrig. Mit Solarthermie die benötigte Energie zu erzeugen, dürfte sich aus dem gleichen Grund sehr schwierig gestalten. Kernspaltung wollen wir ja sicher auch nicht wirklich auf einem anderen Planeten einführen. Und ein Kernfusion beherrschen wir nicht. Bleibt nur zu hoffen, das Olympus Mons und Kollegen doch nicht so tot sind, wie sie uns glauben machen wollen.

    Zitat Zitat von Jakob5 Beitrag anzeigen
    Ich komme auf um Potenzen höhere Ackerflächen pro Mensch.
    Das verschärft das Problem ja grundsätzlich noch mehr. Ich habe schon sehr moderat kalkuliert. Man kann die Fläche im Jahr ja mehrfach nutzen und wie es in einigen Gewächshäusern bereits vorgezeigt wurde, auch etagär. Aber Etagenanbau verlagert das Problem letztendlich auch nur in die dritte Dimension und wird auf der Erde als Option gesehen, um die begrenzten 2 Dimensionen zu erweitern. Auf dem Mars ist das erst einmal Banane, ob ich in in die Höhe, oder in die Breite baue.

    Zitat Zitat von Jakob5 Beitrag anzeigen
    Wenn man sich ein bisschen mit Pflanzen auskennt, weiss man auch, dass eben nicht diese hohe Bodenqualität erforderlich ist. Bei entsprechender Bewirtschaftung und Meerwasserentsalzung lassen sich technisch problemlos die Wüstenflächen dieser Erde als Anbauflächen verwenden. Und bevor man jemals auf andere Planeten geht, wäre es ca. 1000x mal billiger, auch kalte Tundra / arktische Gebiete mittels Glashäuser anbaufähig zu machen. Damit nicht genug, gibt es auch Ansätze und Experimente, auf schwimmenden Inseln in Ozeanen anzubauen. Damit sind die Essenressourcen des Planeten "quasi" grenzenlos und könnten, pflanzlich gesehen, problemlos 100 Milliarden Menschen ernähren. Bitte selbst nachrechnen bevor hier wieder losgehatet wird.
    Bei dem Projekt geht es nicht darum, die Versorgung der Erdbevölkerung zu verbessern, sondern um die Versorgung von Menschen auf anderen Himmelskörpern. Meerwasserentsalzung ist bereits auf der Erde ein Problem von Energieversorgung und Wassertransport und auf dem Mond, mangels Meerwasser überhaupt keine Option. Salziges Wasser wird zwar auf dem Mars vermutet, aber gesehen hat es bisher noch niemand.
    Und Deine restlichen Argumente sind auch nur für die Erde eine Option, nicht für Menschen auf anderen Himmelskörpern.
    Geändert von Protuberanz (11.04.2018 um 18:32 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von SRMeister Beitrag anzeigen
    Ein Bekannter hat unter sehr ähnlichen Bedingungen bereits Tomaten angebaut.
    Das war auch ein aeroponisches System mit LED Beleuchtung (größtenteils Rot, etwas Blau und sehr wenig Weiß). Die Farbe der Lampe und Pflanzen entsprach ziemlich dem aus EDEN-ISS.

    Die Tomaten (habe ich selber probiert) waren sehr viel besser als alles was man im normalen Supermarkt kaufen kann.
    Ich gehe davon aus, dass das Licht dieser speziellen LED-Kombinationen, geschmacklich sehr gute Ergebnisse bei sogut wie allen Pflanzen liefert.
    Das Spektrum ist auch softwaremäßig einstellbar. Gerade in den letzten Monaten ist klar geworden, dass man auch ein wenig UV-A zugeben sollte. Da tut sich also noch einiges.
    Dein Bekannter hat meinen Respekt. Selbst ein effektives Beleuchtungssystem für die Pflanzen aus den relativ schmalbandigen LEDs zusammenzustellen, ist eine echte Herausforderung. Gerade Tomaten sind da kein Selbstläufer. Erfolgreiche LED-Versuche verwenden häufig Kopf- und Seitenbeleuchtung und als Pflanzbasis meist Steinwolle. Vorteil von LEDs ist natürlich die geringere Hitzeentwicklung. Das kommt den Pflanzen wieder zu Gute. Aber was für Tomaten gut ist, tut für Gurken nicht das Gleiche.

    Zitat Zitat von SRMeister Beitrag anzeigen
    Allerdings kann man auf dem Weg niemals konkurrenzfähige Preise für Gemüse erzielen. Allein der Strom macht da alles zunichte.
    Für den Weltraum ist das ja aber egal.
    Warum denkst Du, das die Stromerzeugung abseits der Erde keine Rolle spielt? Ich denke sogar, der Faktor ist größer, als auf der Erde.

  9. #9
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    Wenn man regelmäßige Nachschubmissionen fliegt wie zur ISS ist es was anderes als wenn man zum Mars fliegt oder wenn man dort eine Basis aufbaut. Irgendwann wird man darauf zurückgreifen müssen, das hatte ich gemeint.
    Ich weiß nicht ob das Licht auf dem Mars noch ausreicht um die Pflänzchen schön wachsen zu lassen (wie in dem Buch/Film mit den Kartoffeln...) naja. wird wohl gehen, aber ich vermute, das Sonnenlicht mit LEDs zu ergänzen ist trotzdem eine gute Option.
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

  10. #10
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    Ich zweifle nicht daran, das es getan werden muß. Jedenfalls nicht, wenn das Ziel Mars wirklich ernsthaft auf die Agenda gesetzt wird. Ich denke jedoch, der Aufwand zu einem verwertbaren Ergebnis zu kommen, ist deutlich höher, als manch einer es erhofft, bzw. befürchtet hat. Auf Dauer gesehen werden Nachschubmissionen sicher keine brauchbare Lösung darstellen. Aber für den Anfang wird der Eigenanbau auch nur sehr begrenzte Mengen liefern. Also wird es wahrscheinlich einen Kompromiß geben müssen. Ich denke, darüber wird wohl die Finanzierung entscheiden.

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