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Thema: Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?

  1. #1
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    Standard Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?

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    Mal abgesehen von allfälligen exotischen Feldantrieben, die eines Tages noch entwickelt werden: Glaubt ihr, dass interstellare Raumfahrt mit den heute bekannten Techniken praktikabel ist?

    Ich hab dazu mal auf meiner Texte-Webseite einen Artikel geschrieben und alle Argumente dargelegt:

    http://www.final-frontier.ch/?conten...umfahrt_geben?

    Ich stelle mich hier auf den Standpunkt, dass es niemals bemannte interstellare Raumfahrt geben wird, weil es viel einfacher sein wird, Maschinen zu schicken. Es könnte sogar einfacher sein, einen "Upload" (also eine digitale Kopie oder Simulation eines menschlichen Gehirns) per Funk in ein neues Sternsystem zu übermitteln, als den ganzen Menschen dorthin zu schaffen.

    In ferner Zukunft wird die Besiedlung der Galaxis deshalb (wenn überhaupt!) vorwiegend über Funksignale und automatische, semiintelligente Maschinen erfolgen.

    Was denkt ihr?
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  2. #2
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    Guter Artikel Bynaus!

    Ich schliesse mich der Meinung an, dass Menschen keine interstellaren Raumfahrten unternehmen werden. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass eine Verbreitung der Spezies Mensch möglich ist. (Und schliesslich ist die Arterhaltung unser ureigenster Trieb.)

    Allerdings halte ich einen "Upload" für völlig ausgeschlossen. Zur Besiedelung neuer Systeme könnte ich mir aber vorstellen, dass befruchtete menschliche Eizellen zu einem Planetensystem geflogen werden, in dem vorher durch allerlei Vorkehrung optimale Bedingungen geschaffen wurden. Mit ausreichend Ammenrobotern könnte man bestimmt mit einem Flug eine genug grosse Gruppengrösse erhalten, so dass es nicht zu Inzuchtphänomenen kommt. Notfalls könnte man das Erbgut mit einer Neulieferung auffrischen...

    Gruss,
    Miora

  3. #3
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    Hallo Bynaus,

    erstmal guter Artikel. Klar und deutlich, sowie verständlich.

    Reisen in den interstellaren Raum, halte ich derzeit für unmöglich, sicherlich könne wir auch Menschen bis zur Oortschen Wolke bringen, da bis dahin der Treibstoff reichen könnte, oder aber auch Asteroiden Rohstoffe bieten, die wir nuztzen könnten. Das wir dies einmal tun werden, steht sicherlich so gut wie fest.
    Doch weiter raus wird Materie für Treibstoff schon knapp, auch Nahrung wird immer weniger. Selbst Gravitation ist hier vielleicht zu gering um extra Schub zu bekommen.

    Doch bei einem sollten man immer bleiben: TRÄUME SIND DA, UM SIE ZU VERWIRKLICHEN, UND TRÄUMEN DARF JA WOHL ERLAUBT SEIN.

  4. #4
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    (Und schliesslich ist die Arterhaltung unser ureigenster Trieb.)
    Frag mal Richard Dawkins danach... Der "ureigenste" Trieb ist wohl eher das Überleben der eigenen Gene. Die Art als ganze ist für die Evolution unwichtig, da sie sich ohnehin ständig verändert. Aber zurück zum Thema.

    Allerdings halte ich einen "Upload" für völlig ausgeschlossen.
    Interessant. Warum?

    Mit ausreichend Ammenrobotern könnte man bestimmt mit einem Flug eine genug grosse Gruppengrösse erhalten, so dass es nicht zu Inzuchtphänomenen kommt.
    Alternativ wäre auch denkbar, alle so zur Welt gekommenen Menschen in eine virtuelle Realität einzubetten, aus der sie nur langsam heraus gelöst werden...

    TRÄUME SIND DA, UM SIE ZU VERWIRKLICHEN, UND TRÄUMEN DARF JA WOHL ERLAUBT SEIN.
    Auf jeden Fall. Wäre aber schade, wenn man den falschen Träumen nachhängen würde, das heisst solchen, deren Verwirklichung von den Naturgesetzen ausgeschlossen wird.
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  5. #5
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    Ich sehe das Problem mit den Weltraumkindern eigentlich nicht als gravierend an - ich meine, was bleibt diesen Kindern anderes übrig ? Wenn sie ihr eigenes Raumschiff zerstören, sind sie sowieso alle tot. Hinzu kommt, dass sie nichts anderes kennen und vor allem die Begeisterung der ersten Generationen für diese Mission von Kindheit an kennengerlernt haben und gar nicht hinterfragen werden.

    Natürlich kann es Meutereien und unschöne Exekutionen geben, aber insgesamt kann ich mir sowas - sofern diese Raumschiffstadt genügend attraktiv ausgestattet ist - vorstellen. Ja, ich könnte mir sogar vorstellen, selber mit auf die Reise zu gehen, wenn die Besatzung aus guten Leuten zusammengesetzt ist

    Eine Option hast Du nicht erwähnt: Könnte man nicht die Besatzung "einfrieren", d.h. die biologischen Prozesse soweit minimieren, dass sie erst nach mehreren Millionen Jahren wieder aufwachen ? Dann könnte man die "Zwischen-Generationen" vermeiden.

    Und eine weitere Reisemöglichkeit: Was mit mit mit negativer Gravitation aufgeweitenen Wurmlöchern ? Da kann man ja bequem hindurchspazieren. Ok, manchmal gibt es da einen Unfall und aus der Anzahl der beobachteten Gamma-Ray-Bursts kann man auch abschätzen, wieviele intelligente Zivilisationen mit solcher Technologie im Universum vorhanden sind.

  6. #6
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    ich meine, was bleibt diesen Kindern anderes übrig ?
    Eben - nur schon das verletzt ihre Rechte als Menschen. Sie sind verdammt zu diesem Leben, das sie nicht mal selber gewählt haben.

    Hinzu kommt, dass sie nichts anderes kennen und vor allem die Begeisterung der ersten Generationen für diese Mission von Kindheit an kennengerlernt haben und gar nicht hinterfragen werden.
    Die Begeisterung wird abebben mit der Zeit, und man wird Fragen stellen. Da das Raumschiff in der Lage sein muss, am Ziel abzubremsen, könnte man es ebenso im interstellaren Raum zum Stehen bringen. Da es darüber hinaus noch zusätzlichen Treibstoff aufweisen wird, wird man vielleicht versuchen, damit ins Sonnensystem zurück zu kehren.

    Eine Option hast Du nicht erwähnt: Könnte man nicht die Besatzung "einfrieren", d.h. die biologischen Prozesse soweit minimieren, dass sie erst nach mehreren Millionen Jahren wieder aufwachen ? Dann könnte man die "Zwischen-Generationen" vermeiden.
    So lange wird keine Technologie überleben. Aber eventuell wäre eine Zwischenlösung möglich: ~1000 Jahre Flug, dafür Einfrieren. Dennoch, bei der Entwicklung, die die Technik durchmacht, besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass das Zielsystem bei der Ankunft schon lange besiedelt wurde. So gesehen, lohnt es sich fast immer, zu warten, und deshalb werden isch auch kaum Investoren finden, die ein solches interstellares Raumfahrtprojekt bezahlen könnten.

    Und eine weitere Reisemöglichkeit: Was mit mit mit negativer Gravitation aufgeweitenen Wurmlöchern ?
    Toll - bloss, woher soll man die negative Energie nehmen?

    aus der Anzahl der beobachteten Gamma-Ray-Bursts kann man auch abschätzen, wieviele intelligente Zivilisationen mit solcher Technologie im Universum vorhanden sind.
    Spekulation. Für GRBs gibt es auch jede Menge anderer Erklärungen...
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Bynaus
    Eben - nur schon das verletzt ihre Rechte als Menschen. Sie sind verdammt zu diesem Leben, das sie nicht mal selber gewählt haben.
    Mich hat auch niemand gefragt, ob ich auf dem 3.Planeten dieses G-Sternes leben möchte. Ich bin trotzdem ganz glücklich

    Zitat Zitat von Bynaus
    Die Begeisterung wird abebben mit der Zeit, und man wird Fragen stellen. Da das Raumschiff in der Lage sein muss, am Ziel abzubremsen, könnte man es ebenso im interstellaren Raum zum Stehen bringen. Da es darüber hinaus noch zusätzlichen Treibstoff aufweisen wird, wird man vielleicht versuchen, damit ins Sonnensystem zurück zu kehren.
    Nach 50 Generationen ???????

    Zitat Zitat von Bynaus
    Spekulation. Für GRBs gibt es auch jede Menge anderer Erklärungen...
    Das war doch nur ein Scherz
    Geändert von ralfkannenberg (03.01.2006 um 21:49 Uhr)

  8. #8
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    Mich hat auch niemand gefragt, ob ich auf dem 3.Planeten dieses G-Sternes leben möchte. Ich bin trotzdem ganz glücklich
    Wärst du lieber auf dem Pluto zur Welt gekommen? Im Ernst: niemand (insbesondere kein Mensch) hat für dich diese Entscheidung getroffen. Das ist der Unterschied.

    Nach 50 Generationen ???????
    Naja, wenn es noch 950 Generationen dauert, bis das Raumschiff am Ziel ankommt, dann könnte sich das durchaus lohnen. Dann wäre das Schiff (in diesem Fall) wohl immer noch innerhalb der Oortschen Wolke.

    Das war doch nur ein Scherz
    Ok... Es gibt Leute, die das im vollen Ernst behaupten, daher...
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  9. #9
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    Höchst interessantes Thema.

    Ich denke, sooooo bald wird das nicht möglich sein, wenn überhaupt.
    Bis die dazu technischen Möglichkeiten geschaffen sein werden, finde ich, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Menschheit sich bis dahin selbst erledigt hat, entweder durch Kriege oder Vernichtung der Umwelt.

    Angesichts der Tatsache, dass man bis zu Alpha Centauri ca. 40 Jahre unterwegs wäre bei 1/10 Lichtgeschwindigkeit (108 Millionen km/h!), und dem Aspekt, dass man wohl so bald nicht in der Lage sein wird, die hierfür benötigte Energie zur Verfügung zu stellen, geschweige denn überhaupt etwas zu konstruieren, was den Einschlag von frei im All umherfliegenden Objekten verhindern könnte, stehe ich dem eher skeptisch gegenüber (um nur einen Bruchteil der Schwierigkeiten zu nennen).

    Na ja, es gibt noch so viele gute Gründe, weshalb dieses Unterfangen recht unwahrscheinlich ist, sagen wir es mal so. *gg*

    Ich verweise auf diesen Artikel, der viele wichtige Argumente dagegen beinhaltet, die mir absolut einleuchtend erscheinen.

    http://abenteuer-universum.vol4u.de/reiner.html

    Ich lese ihn quasi ca. 1mal/Woche und bin immer wieder fasziniert, wie der Autor dort viele stichhaltige Argumente nachvollziehbar zusammengefasst hat.

  10. #10
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    Den Artikel kenne ich, ich finde ihn gut, aber er ist mir einen Tick zu negativ. Ich stimme zu (wie gesagt), dass interstellare Raumfahrt mit unseren heutigen Möglichkeiten ein Märchen bleiben muss. Aber gerade was die Gewinnung von Rohstoffen (ich spreche NICHT von Treibstoffen, das ist klar, aber bis dahin muss die Menschheit ohnehin auf regenerative Energiequellen zurück greifen können, sonst ist sie zurück im Mittelalter) angeht, sehe ich das viel positiver.

    Ich stimme aber absolut zu, dass es absolut irrsinnig ist, den irdischen Probleme durch eine "Flucht" zu anderen Planeten zu entfliehen. Wer dies als Hauptgrund für die bemannte Raumfahrt nennt, leidet unter einem schweren Realitätsverlust.

    Ich bin sicher, die Menschheit oder die Maschinen, die aus ihr hervor gehen, werden das Sonnensystem besiedeln. Die Maschinen werden es vermutlich auch zu den Sternen schaffen, die Menschen an sich, wenn wir damit die Wesen aus Fleisch und Blut meinen, hingegen nicht. Selbst das Sonnensystem wird vermutlich nie ein besonders lebensfreundlicher Ort werden, aber es wird ein Ort werden, an dem routinemässig gearbeitet und geforscht wird. Das Sonnensystem wird irgendwann die Erde als unsere Heimatbasis ablösen und sie zu einer neuen Welt ergänzen, ganz so wie (aus europäischer Sicht) die Erde Europa "ergänzt" hat (mit dem Unterschied, dass das, was ergänzte, schon bewohnt war, was im Sonnensystem glücklicherweise nicht der Fall ist).
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